Montag, Februar 26, 2024



Das ganze Jahr über können Einzelhändler und Akteure entlang der gesamten Lieferkette außergewöhnlichen Hochs bei der Nachfrage ausgesetzt sein. Eine Produkteinführung, ein neues Dienstleistungsangebot, die Vorbereitung auf einen Feiertag – kein Einzelhändler entkommt der Flutwelle der „Bursty Data“. Aber die Art und Weise, wie diese Nachfragespitzen aus technologischer Sicht gehandhabt werden, entscheidet darüber, wie Einzelhändler, Lieferkettenakteure und Logistikanbieter mit dem Anstieg des Informationsflusses und den steigenden Kundenerwartungen Schritt halten können. Ush Shukla, Distinguished Engineer bei Solace, erläutert, wie fortschrittliche Event-Broker-Technologie eine Lösung hierfür bietet. 

Egal ob es sich um einen großen Einzelhändler oder eine unabhängige Marke handelt, die Erwartungen der Kunden sind so hoch wie nie zuvor. Fast zwei Drittel der Käufer erwarten eine Lieferung innerhalb von drei Werktagen, wenn sie die Option für kostenlosen Versand wählen. Und 65 % der Verbraucher erwarten, dass kleine Marken genauso schnell oder sogar schneller liefern als die großen Ketten. Aber es sind nicht nur die steigenden Erwartungen, mit denen Einzelhändler und Lieferketten Schritt halten müssen. Die Kaufgewohnheiten der Verbraucher haben sich erheblich verändert: 7 von 10 US-Verbraucher kaufen Produkte und Dienstleistungen heute lieber online als im Geschäft. Die Lieferketten müssen in der Lage sein, schnell und effizient auf das Auftragsvolumen zu reagieren, um die Kunden zufriedenzustellen. Der Druck auf die Lieferketten ist also enorm, und sie brauchen Technologien, mit denen sie in Echtzeit reagieren können.

Aber kann man sich auf das Unvorhergesehene einstellen?

In Verbindung mit steigenden Produktionskosten, Logistikkosten für die erste und die letzte Meile, Fehl- und Überbeständen sowie aufgegebenen Online-Einkaufswagen stehen Einzelhändler unter enormem Druck, wenn sie sich in diesem volatilen Umfeld behaupten wollen.

Ein wirksamer Plan zur Bewältigung starker Nachfragesteigerungen ist unerlässlich. Jüngste Untersuchungen zur Planung von Auftragsspitzen haben gezeigt, dass 95 % der Händler ihre Planung als Reaktion auf Störungen in der Lieferkette und auf die Marktbedingungen anpassen mussten. Marktunterbrechungen sind keine Seltenheit – im Schnitt erleben Unternehmen alle 3,7 Jahre eine Unterbrechung von ein bis zwei Monaten. Gartner ist der Ansicht, dass die jüngste globale Wirtschaftslage zwar die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten erhöht, aber weitere Schwachstellen aufgedeckt hat, die behoben werden müssen, und sieht die Notwendigkeit von Resilienz und Agilität als wichtige Lieferketten-Priorität.

„Bursty Data“, die durch sprunghafte Schwankungen von Angebot und Nachfrage verursacht werden, müssen beherrscht werden. Einzelhändler und Lieferketten-Partner, die auf schnell wechselnde Ereignisse sofort reagieren, werden einen Wettbewerbsvorteil gegenüber denjenigen entwickeln, die dazu nicht in der Lage sind.

Für das Unerwartete gerüstet

Plötzlich auftretende, sprunghafte Datenströme aufgrund großer Auftragsvolumina in Spitzenzeiten sind bei allen Einzelhändlern unvermeidlich. Die steigende Nachfrage der Verbraucher nach Echtzeitdiensten und Bequemlichkeit hat in Verbindung mit der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung dazu geführt, dass eine Echtzeitansicht der Abläufe das ganze Jahr über von zentraler Bedeutung ist. Wie die Datenströme aus Daten- und Technologiesicht bearbeitet werden, ist entscheidend, um Ressourcen maximal zu nutzen und sicherzustellen, dass Auftragsspitzen in Echtzeit effektiv bewältigt werden.

Um diese Herausforderungen zu meistern, müssen Unternehmen den Strom geschäftskritischer Daten in einem komplexen Ökosystem aus Lieferanten, Versendern, Groß- und Einzelhändlern neu gestalten. Informationen in Echtzeit zu verarbeiten und auszutauschen, um den Verbraucher zu erreichen, ist notwendiger denn je. Wie Untersuchungen von Salesforce zeigen, „bedeuten wirtschaftliche Herausforderungen und sich ändernde Verbraucherpräferenzen, dass eine datengesteuerte Strategie entscheidend sein wird, um auf neue Bedingungen in Echtzeit zu reagieren.“

Warum eine EDA-Strategie den Ausschlag geben kann

Jede Transaktion erzeugt Daten, vom erworbenen Artikel über den Kaufzeitpunkt bis hin zu Preis und Kundenname. Entwickler nennen die Transaktion ein „Ereignis“. Andere Ereignisse sind z. B. Käufe über eine mobile App, Online-Retouren, Personalprobleme, die Ankunft eines Fahrzeugs für Click & Collect oder der Kauf des letzten verfügbaren Bestands. Das Ereignis wird dadurch komplexer und die Daten, die es erzeugt, werden immer wichtiger, um die Rolle des Ereignisses im Ablauf der Geschäftsprozesse zu verstehen.

Event-Streaming und Event-Management, eine neue Technologie zur Unterstützung von ereignisgesteuerten Echtzeit-Unternehmen, kann den Ausschlag geben. Mit einer Event-Streaming- und Event-Management-Plattform als Kernstück einer ereignisgesteuerten Architektur (EDA) können Einzelhändler alle Daten zentralisieren und sie in Echtzeit oder asynchron an jede Anwendung und jedes System im Unternehmen weitergeben.

Nehmen Sie sich ein Beispiel an Grubhub – Vorbereitung ist alles

Wenn man nicht darauf vorbereitet ist, plötzliche Auftragsspitzen zu bewältigen, kann sich das katastrophal auf das Geschäft und den Ruf eines Einzelhändlers auswirken. Denken wir nur an die Food-Promotion von Grubhub im letzten Frühjahr, mit der die gesamte Stadt New York an einem Dienstagmittag versorgt werden sollte. Untersuchungen haben gezeigt, dass über 96 % der Arbeiter das Mittagessen ausfallen lassen, und so war es keine Überraschung, dass die Bestellungen nur so hereinströmten. Da jedoch einige Restaurants nicht über diese Aktion informiert wurden, sahen sie sich plötzlich mit einer noch nie dagewesenen und nicht zu bewältigenden Zahl von Bestellungen konfrontiert, so dass viele Kunden ihr Essen gar nicht erhielten. Die Aussage „Wir danken Ihnen für Ihre Geduld“ bei der Beschwerdeannahme und die Twitter-Werbung für das Angebot während des zweistündigen Aktionszeitraums stellten die hungrigen und verärgerten Kunden natürlich nicht zufrieden. Ein Ansturm, auf den man hätte vorbereitet sein können und müssen.

EDA: Bewältigung von Herausforderungen, unabhängig vom Standort

Natürlich ist es für ein Unternehmen keine leichte Aufgabe, durchgängig schnelle, zuverlässige und robuste Integrationsprozesse über verschiedene Geschäftsfunktionen hinweg zu ermöglichen –  insbesondere für Unternehmen, die häufig große Datenmengen aus geografisch verteilten Quellen erhalten. Dieser „sprunghafte“ Datenfluss kann Integrationsplattformen überfordern, die auf Punkt-zu-Punkt-Kommunikation über synchrone APIs setzen. Das führt dann zu doppelten Aufträgen, verspäteten oder verlorenen Aufträgen, Umsatzeinbußen und letztlich zu unzufriedenen Kunden.

Mit einem ereignisgesteuerten Ansatz lassen sich die Herausforderungen solcher sprunghaften Datenströme bewältigen. Er nutzt eine moderne Event-Broker-Technologie zur Pufferung von Daten, um zu verhindern, dass Systeme aufgrund von Verkehrsspitzen verstopft und überlastet werden, und wird von einem Event-Mesh unterstützt, das Datenereignisse dynamisch verteilt.

Auf diese Weise verwaltet die ereignisgesteuerte Architektur (EDA) unregelmäßige Datenströme unabhängig von der Art der Anwendung oder der Fähigkeit des Standorts und führt so zu verbesserten Reaktions- und Verarbeitungszeiten, die schädliche Auswirkungen auf die verbrauchernahen Abläufe vermeiden.

Die dynamische und robuste EDA-Schicht unterstützt die Integration von Legacy-Systemen und die API-Management-Technologie und ermöglicht es Unternehmen, Daten von externen Parteien zu „sehen“, Datenverluste zu vermeiden, Systemausfälle abzumildern und die Geschäftskontinuität im Falle eines Cloud- oder iPaaS-Ausfalls zu gewährleisten. Davon profitieren alle – die Einzelhändler, die Lieferkette und die Kunden.

Halten Sie die Datenfluss-Albträume in Schach – Technologie bietet die Lösung

Um Nachfragespitzen effektiv zu bewältigen, ist eine übergreifende Softwarelösung erforderlich. Sie hilft nicht nur, die Leistung und die betriebliche Effizienz zu steigern, sondern verbessert auch den Ruf der Marke – damit die Verbraucher zufrieden sind und die Bilanz stimmt.

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