Mittwoch, Mai 22, 2024

Welche Themen haben Ihr Geschäft 2022 geprägt? Welche Erwartungen haben Sie für 2023? Rückblicke und Ausblicke auf eine spannende Zeit in der IT.

Laufende Verbesserungen

Gerlinde Macho und Manfred Pascher, Unternehmensführung MP2 IT-Solutions

»Wir alle wissen, Digitalisierung bringt Veränderung mit sich. Sie führt unter anderem zu flexiblen Arbeitsformen, Veränderung des Kundenverhaltens und Etablierung neuer Geschäftsmodelle. IT-Security sowie Informationssicherheit spielen dabei eine zentrale Rolle. In Zeiten wie diesen ist auf hochverfügbare Systeme sowie auf IT-Resilienz besonders zu achten. Um Unternehmen bei der digitalen Transformation zu unterstützen, braucht es sichere IT-Lösungen. Eine professionelle Beratung wahrt den gesamtheitlichen Blick und ermöglicht, komplexen Anforderungen gerecht zu werden. Unser Motto bei MP2 IT-Solutions #letITshine steht für die laufende Verbesserung unserer Leistungen und Produkte sowie Weiterbildung unseres Teams. Denn Innovationskraft braucht Know-how und das Gespür für Trends und Technologien.«

Demokratisierung der Daten

Gerhard Raffling, Vice President DACH bei Medallia

»Für die meisten Unternehmen war 2022 von Unsicherheit geprägt. Krieg, Wirtschaftskrise, Inflation und drohende Rezession erfordern mehr denn je die unmittelbare Nähe zu Kunden, um schnell auf neue Marktsituationen reagieren zu können. Viele Unternehmen haben dies erkannt und Experience Management in der strategischen Ausrichtung für die kommenden Jahre verankert. Ganzheitliche, unternehmensweite Ansätze liegen dabei klar im Trend, schaffen Wettbewerbsvorteile und oft wichtige Differenzierungsmerkmale zum richtigen Zeitpunkt. Die Demokratisierung der Daten steht im Vordergrund und Mitarbeiter werden stärker miteingebunden, um zielgerichtete Aktionen sicher zu stellen. Medallia begleitet Unternehmen mit umfassender Expertise auf dem Weg zum perfekten Kundenerlebnis.«

Evaluierung von Sicherheit und Cloud

Andrea Kolberger, Leitung Stabsstelle ­Informationssicherheit & Datenschutz der Anton Bruckner Privatuniversität

»Im vergangenen Jahr standen in Bezug auf Informationssicherheit die Durchführung technischer Tests wie Penetrationstests und Security-Reviews im Fokus. Diese Aktivitäten zielten darauf ab, eine Statusaufnahme zu generieren, aber auch bestehende Sicherheitsmaßnahmen nach Best-Practice-Ansätzen zu adaptieren sowie das interne Know-how weiter auszubauen. Ergänzend fanden Awareness-Maßnahmen statt, um den Faktor Mensch – ein wesentlicher Bestandteil im Sicherheits-Ökosystem – zu stärken.

Für das nächste Jahr haben wir weiterführende Teststellungen vorgesehen, teilweise auch konzeptioneller Natur. Ein wesentlicher Aspekt ist jedoch die strategische Ausrichtung der Digitalisierung und insbesondere die Nutzung oder Umstellung auf cloudbasierte Dienste. Entscheidungen dahingehend werden nicht zuletzt durch Bewertungen von Datenschutz- und Informationssicherheitsaspekten sowie Kosten-Nutzen-Verhältnis getroffen. Je nach Relevanz und Kritikalität eines Dienstes und Systems und den darin verarbeiteten Daten werden wir bewerten, ob eine Auslagerung sinnvoll möglich ist und welche Anforderungen an einen Lieferanten in Bezug auf Reife, Vertrauen, Zugriff und Abhängigkeit gestellt sind.« 

(Bilder: iStock, MP2 IT-Solutions, Medallia, Hermann Wakolbinger)


Im IT-Orchester spielen Sicherheit und Effizienz 2023 die erste Geige

Die schnelllebige Welt der Softwareentwicklung erlebt jedes Jahr zahlreiche Hypes um neue Technologien und Methoden. Von manchen hört man nie wieder etwas, andere sind sprichwörtliche Ohrwürmer. Der IT-Dienstleister Consol hat die aktuelle Marktlage analysiert und vier Trends für 2023 identifiziert.

Lukas Höfer, Cloud Solutions Architect Consol: »Unternehmen benötigten effiziente IT-Tools.« (Bild: Consol)

  1. Holistische Sicherheit erhält höchste Priorität
    Das Thema ganzheitliche Sicherheit wird im kommenden Jahr eine gewichtige Rolle spielen, denn die Bedrohungslage reißt nicht ab – im Gegenteil. Da die IT- und Kommunikationsinfrastruktur von Unternehmen immer verteilter wird, genügt es nicht mehr, sie lediglich nach außen hin zu schützen. Stattdessen werden Unternehmen sich zukünftig mit Ansätzen wie Zero Trust auseinandersetzen, bei dem auch die internen Zugriffsrechte streng limitiert bleiben. Zudem werden sie möglichst früh im Lebenszyklus von Software Security-Prozesse implementieren (Shift Left Security) und die Sicherheit von Containern, die Anwendungen oder Services enthalten, auch nach deren Deployment konsequent prüfen.

  2. Das Tool-Ökosystem rund um Kubernetes wächst
    Für Unternehmen ist es wegen des Siegeszugs der Container-Technologie mittlerweile obligatorisch, Kubernetes zu verwenden. Effizientes DevOps bedeutet allerdings, mehr als nur Container zu orchestrieren: Für Prozesse wie das Deployment von Software oder die Sicherheitsprüfung hat die Community in den letzten Jahren ein gigantisches Ökosystem von Tools entwickelt, die alle auf der beliebten Orchestrierungsplattform aufsetzen – Tendenz steigend. Im kommenden Jahr werden Unternehmen daher damit beginnen, ihr eigenes Tool-Ökosystem zu konsolidieren. Da der Funktionsumfang vieler Hilfsanwendungen sich zunehmend überschneidet, gibt es keinen Grund mehr, die unternehmensinternen Prozesse nicht zu vereinheitlichen.

  3. Der IT-Betrieb wird mit Hilfe von Containern ressourcenschonender
    Viele Applikationen laufen bereits in Containern, die weit weniger Ressourcen verbrauchen als herkömmliche virtuelle Maschinen. Trotzdem stoßen viele Unternehmen noch immer auf Probleme wegen mangelnder Hardware-Kapazitäten. Die einfachste Lösung dafür ist, die Cluster zu vergrößern und mehr Ressourcen bereitzustellen. Dieser Weg ist on-premises natürlich nur begrenzt realisierbar, da nicht unendliche Hardware-Kapazitäten zur Verfügung stehen, wohingegen in Cloud-Umgebungen die Kosten ins Unermessliche steigen würden. Unternehmen werden daher 2023 daran arbeiten, die beim Start und zur Laufzeit von Anwendungen benötigten Ressourcen zu verringern – insbesondere CPU-Rechenleistung und RAM-Kapazität. Für die Umsetzung eignen sich leichtgewichtige Programmiersprachen wie Rust oder hochperformante Frameworks wie Quarkus – und natürlich eine durchdachte Softwarearchitektur.

  4. Der Betrieb der IT-Infrastruktur verliert an Komplexität
    Der Betrieb von Anwendungen auf unterschiedlichen Plattformen ist ein wahrer Zeitfresser, da sich die IT-Teams in jedes System ständig neu hineindenken müssen. Im kommenden Jahr werden Unternehmen daher immer öfter ein zentrales Log-Management implementieren und Observability-Tools nutzen, die durch Konsolidierung aller Informationen eine gewisse Einheitlichkeit erzeugen. In Verbindung mit Automatisierungs-Tools wie Ansible sinkt die Notwendigkeit für explizites Expertenwissen zu den einzelnen Systemen. Auf diese Weise haben Administrator*innen mehr Freiräume, sodass sie sich intensiver mit Praktiken des Site Reliabilty Engineering für das Steigern der Skalierbarkeit und Resilienz von IT-Infrastrukturen auseinandersetzen können.

»In Zeiten steigender Attacken auf die IT-Infrastruktur steht die Sicherheit im Vordergrund«, betont Lukas Höfer, Cloud Solutions Architect bei Consol. »Um Administratoren und Entwicklern im kommenden Jahr Freiräume für ihren Schutz zu schaffen, wird die Branche daher auf effizientere Tools setzen. Mit dieser Maßnahme begegnen Unternehmen auch dem anhaltenden Fachkräftemangel. IT-Infrastrukturen auf Containerbasis werden zudem zunehmend leichtgewichtiger und ressourcenschonender.«

 

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