Mittwoch, Oktober 14, 2026

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Kevin Schwarz, Head of CTOs in Residence beim Cloud-Security-Spezialisten Zscaler, über neue Herausforderungen für die Cybersicherheit und Zero Trust als Sicherheitsprinzip.

Kevin Schwarz


Report: Welche Herausforderungen beschäftigen Ihre Unternehmenskunden derzeit besonders? Und welche Rolle spielt Zero Trust dabei?

Kevin Schwarz: Die Coronazeit hat dem Thema Zero Trust einen enormen Schub gegeben, jetzt sind KI-gesteuerte Bedrohungen hinzugekommen. Viele große Unternehmen stellen fest, dass sich ihre Anforderungen mit den bestehenden Sicherheitsarchitekturen nicht mehr vernünftig abbilden lassen. Wir sehen aber natürlich, dass kleinere Organisationen vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Deshalb arbeiten wir grundsätzlich über Partner, um unsere Zero-Trust-Plattform und Cybersicherheit aus der Cloud bieten zu können. Gerade kleinere Unternehmen haben oft nicht die personellen Ressourcen, um solche Lösungen selbst zu betreiben. Für sie ist ein Managed-Service-Provider oft genau der richtige Ansatz.

Report: Werden wir es künftig verstärkt mit Angriffen zu tun haben, die von KI-Agenten ausgeführt werden?

Schwarz: Kriminalität war leider schon immer in gewisser Weise innovativ. Gerade die Verwendung von KI und Machine Learning ist in der Cybersicherheit ein naheliegendes Thema, weil es um Mustererkennung geht. Wir stellen fest, dass die Anzahl der Phishing-Attacken zwar zurückgeht, die Angriffe selbst aber komplexer werden.

Wenn wir an Ransomware-Gruppen denken, die ihre Angriffe heute bereits als Service anbieten, dann eröffnet KI natürlich noch einmal ganz andere Möglichkeiten der Automatisierung. Stellen wir uns unterschiedliche Agenten vor, die jeweils einen bestimmten Teil eines Angriffs übernehmen und zusammenwirken.

Es stellt sich mitunter auch bereits die Frage, ob wir in einer digitalen Interaktion überhaupt noch mit einem Menschen zu tun haben. Woher wissen Sie beispielsweise in einer Teams- oder Zoom-Sitzung, dass das, was ich gerade gesagt habe, tatsächlich von mir stammt? Brauchen wir dafür nicht besser zusätzliche Formen der Verifizierung?

Wir sprechen hier über eine wesentlich breitere Form des Konzepts Zero Trust. Bisher ging es vor allem darum, eine Identität zu verifizieren, bevor ich Zugriff auf bestimmte Ressourcen gewähre. Künftig werden wir hier noch viel detaillierter werden – vor allem bei den wachsenden KI-gestützten Prozessen in Unternehmen.

Report: Was bedeutet das konkret für Unternehmen?

Schwarz: Nehmen wir einen Mitarbeiter in einer Bank oder einem Unternehmen, das große Datenmengen verarbeitet. Dieser Mitarbeiter hat künftig vielleicht zehn, zwanzig oder dreißig KI-Agenten, die ihm unterschiedliche Aufgaben abnehmen. Ein Agent bereitet beispielsweise Daten für einen bestimmten Markt auf, ein anderer übernimmt Analysen oder andere Tätigkeiten. Diese Agenten benötigen entsprechende Berechtigungen und erhalten Zugriff auf bestimmte Datenbestände.

Jetzt ist sich der Mitarbeiter möglicherweise gar nicht bewusst, wie weitreichend diese Zugriffsrechte tatsächlich sind. Technisch können die Agenten aber sehr wohl darauf zugreifen. Damit kommen wir wieder zu Fragen, die wir aus der klassischen Cybersicherheit längst kennen: Worauf darf ich zugreifen, welche Daten darf ich verwenden und welche Informationen dürfen das Unternehmen verlassen?

Das sind grundsätzlich keine neuen Fragestellungen. Wir müssen sie allerdings in einer viel größeren Dimension und mit einer deutlich höheren Komplexität beantworten. Themen wie Data Loss Prevention und die granulare Steuerung von Berechtigungen werden damit noch wichtiger. Und ohne Automatisierung werden wir diese Anforderungen kaum bewältigen können.

Unser Grundprinzip verändert sich dadurch eigentlich nicht. Wir müssen jede digitale Interaktion unter Sicherheitsgesichtspunkten betrachten. Die Technologien und Lösungen entwickeln sich weiter, aber die grundlegende Idee von Zero Trust bleibt bestehen.


Hintergrund: Zero Trust – schnell erklärt
Herkömmliche Sicherheitsstrategien basieren auf automatischem Vertrauen innerhalb von Netzwerken und erfordern, dass sich User mit dem Netzwerk verbinden, in dem sich die IT-Ressourcen befinden. Dieser Ansatz setzt auf Firewalls, virtuelle private Netzwerke (VPNs) und weitere Tools, um Bedrohungsakteure aus dem Netzwerk fernzuhalten. Während dieses Modell früher adäquaten Schutz zur Absicherung von On-Premises-Umgebungen gewährleistete, stößt es heute an seine Grenzen in einer Cloud-orientierten, hybriden Arbeitswelt, in der sich User, Geräte und Daten zu großen Teilen außerhalb herkömmlicher Netzwerkperimeter befinden.

Im Gegensatz dazu entkoppelt das Kernprinzip von Zero Trust –„Niemals vertrauen, immer überprüfen“ – den Zugriff auf IT-Ressourcen vom Netzwerkzugang. Es eliminiert Zonen mit automatischem Vertrauen, überwacht Aktivitäten in Echtzeit und erweitert den Zugriff auf IT-Ressourcen direkt, basierend auf Kontext und Risiko. Die Zero-Trust-Architektur wird als Service aus der Cloud bereitgestellt, wobei die Richtlinien am Netzwerkrand statt in einem zentralen Rechenzentrum durchgesetzt werden.

Quelle: Zscaler


Info zum Service
Gemeinsam mit Schwarz Digits, die IT- und Digitalsparte der deutschen Schwarz Gruppe, bringt Zscaler seine Sicherheitsplattform „Zscaler Zero Trust Exchange“ nun auch auf die europäische Cloudplattform STACKIT. Mit dem souveränen „Zero Trust Secure Access Service Edge (SASE)“-Sicherheitsservice, werden auch KI-Bedrohungen adressiert. Das Angebot wird in deutschen Rechenzentren gehostet und steht Kunden in ganz Europa zur Verfügung. Weltweit ist die „Zscaler Zero Trust Exchange“-Plattform auf mehr als 200 Rechenzentren verteilt und bekämpft täglich Milliarden von Sicherheitsbedrohungen.

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