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Der nächste KI-Engpass ist das Kapital
Die Debatte um die KI-Infrastruktur verschiebt sich. Im vergangenen Jahr konzentrierten sich Investoren auf die Nachfrage nach Rechenleistung, das Angebot an GPUs, die Verfügbarkeit von Strom und die Frage, wie hoch die Investitionsausgaben der Hyperscaler noch steigen könnten. Zunehmend lautet die Frage nun: Wer wird die nächste Ausbaustufe finanzieren? Ein Kommentar von Tony Wang, Portfolio Manager bei T. Rowe Price.
Aus diesem Grund sind die kürzlich von NVIDIA angekündigten Partnerschaften mit Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR zur Einrichtung von Finanzierungsplattformen, die darauf abzielen, mehr als 500 Milliarden US-Dollar an Fremdkapital zu mobilisieren, besonders interessant. Bislang haben die größten Technologieunternehmen den Ausbau der KI-Infrastruktur größtenteils aus ihren eigenen Cashflows finanziert. Die nächste Phase könnte anders aussehen: Pensionskassen, Versicherer, Staatsfonds und andere Großinvestoren könnten einen größeren Teil des für den Aufbau der KI-Infrastruktur benötigten Kapitals bereitstellen.
Das könnte den Zyklus der KI-Infrastruktur erheblich verlängern. Die entscheidende Frage ist jedoch, wer letztendlich das Risiko trägt. Wenn die Auslastung hinter den Erwartungen zurückbleibt, die Preise fallen oder die Hardware schneller als erwartet veraltet, übernimmt dann das Fremdkapital den Verlust? Oder bietet NVIDIA Garantien, Kreditunterstützung, Abnahmeverpflichtungen oder andere Formen des Schutzes vor Verlusten?
Es besteht ein großer Unterschied zwischen der unabhängigen Finanzierung von KI-Infrastruktur durch Drittinvestoren und der Finanzierung, bei der NVIDIA für die Wirtschaftlichkeit bürgt. Ersteres wäre eine wichtige Bestätigung der KI-Infrastruktur als investierbare Anlageklasse. Letzteres ähnelt eher einer Herstellerfinanzierung.
Sollte sich dieser Markt erfolgreich entwickeln, reichen die Auswirkungen weit über NVIDIA hinaus. Mehr verfügbares Kapital könnte die Nachfrage nach Speicher, Netzwerktechnik, Optik, Speicherkapazitäten, Stromversorgung und Kühlung stützen und gleichzeitig Neoclouds eine weitere Finanzierungsquelle erschließen.
Wettbewerbsvorsprung
Es könnte auch den Wettbewerbsvorsprung von NVIDIA auf weniger offensichtliche Weise stärken. Wenn NVIDIA-basierte Cluster durchweg eine höhere Auslastung, eine stärkere Kundennachfrage und bessere Restwerte bieten, sollten sie einfacher und potenziell kostengünstiger zu finanzieren sein als konkurrierende Infrastruktur.
CUDA hat die Programmierung mit NVIDIA vereinfacht. Die Netzwerktechnologie hat die Skalierbarkeit von NVIDIA verbessert. Die Kapitalmärkte könnten die Finanzierung von NVIDIA erleichtern.
Das könnte der nächste wichtige Baustein im KI-Infrastrukturzyklus sein.
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