Saturday, November 29, 2025

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Europa befindet sich inmitten eines starken Aufschwungs bei der Einführung künstlicher Intelligenz: Laut dem neuen Report „Unlocking Europe’s AI Potential 2025“ nutzen bereits 42 % der Unternehmen regelmäßig KI – ein Zuwachs von 27 % innerhalb von nur zwölf Monaten.

Bild: iStock

Insgesamt haben im vergangenen Jahr knapp drei Millionen Unternehmen erstmals KI eingeführt – das entspricht mehr als fünf neuen KI-Nutzern pro Minute. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind enorm: 93 % der Unternehmen, die KI einsetzen, berichten von einer Umsatzsteigerung, im Durchschnitt um 31 %. Zum Vergleich: Ein mittelständisches Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 50 Millionen Euro könnte durch KI-Integration rund 15,5 Millionen Euro zusätzlich erwirtschaften. 95 % der Unternehmen geben zudem an, dass KI die Produktivität deutlich verbessert hat – insbesondere durch effizientere Prozesse (44 %), besseren Kundenservice (43 %) und fundiertere Entscheidungen (38 %).

Europäische Start-ups sind Treiber der KI-Transformation: 38 % geben an, dass ihr Geschäftsmodell stark auf KI basiert oder maßgeblich davon abhängt. 37 % haben bereits neue KI-basierte Produkte oder Dienstleistungen eingeführt – im Vergleich zu nur 13 % der großen Unternehmen. Zudem verfügen 72 % der Start-ups über ein eigenes KI-Budget, während es bei großen Unternehmen nur 58 % sind.

Trotz des breiten Einsatzes von KI zeigt sich eine Zwei-Klassen-Wirtschaft: Während 53 % der großen Unternehmen KI regelmäßig nutzen, setzt nur ein kleiner Teil (14 %) bereits auf die fortschrittlichsten Anwendungsformen. Zum Vergleich: Bei Start-ups liegt dieser Anteil bei 26 %. Insgesamt befinden sich 73 % der großen Unternehmen und 56 % der Start-ups noch in den Anfangsstufen der KI-Einführung.

„Künstliche Intelligenz bietet enormes Potenzial für Unternehmen jeder Größe – von Start-ups bis hin zu Konzernen. Entscheidend ist, dass wir jetzt die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, damit alle Akteure gleichermaßen von den Chancen profitieren können“, so Michael Hanisch, Head of Technology bei Amazon Web Services.

Hürden abbauen, Chancen nutzen
Der Report (Link) identifiziert vier zentrale Barrieren, die eine tiefere KI-Integration in Europa hemmen: fehlende digitale Kompetenzen (40 % der Unternehmen), hohe Kosten für die Einhaltung regulatorischer Vorgaben (durchschnittlich 40 % der IT-Ausgaben), regulatorische Unsicherheit (44 % sehen darin das größte Hindernis) sowie hohe Implementierungskosten (31 % der KMU empfinden sie als abschreckend).

Cloud-basierte KI-Lösungen haben bereits erheblichen Einfluss auf Europas Wirtschaft – bis 2030 könnten sie laut Prognosen bis zu 2,6 Billionen US-Dollar zum europäischen BIP beitragen.

Um das Potenzial weiter zu entfalten, empfiehlt der Bericht drei strategische Prioritäten: ein wachstumsfreundliches regulatorisches Umfeld mit klaren und einheitlichen Rahmenbedingungen; gezielte Innovationsförderung für Unternehmen aller Größen durch finanzielle Anreize und Innovationszentren; sowie Investitionen in Aus- und Weiterbildung, um dem zunehmenden Fachkräftemangel zu begegnen.

Der Report schließt mit der Erkenntnis, dass Europa gute Voraussetzungen mitbringt, um global eine Vorreiterrolle bei verantwortungsvoller KI-Nutzung zu übernehmen – sofern Unternehmen über die reine Effizienzsteigerung hinausdenken und auf transformative Anwendungen setzen.

„Damit Europa sein KI-Potenzial voll ausschöpfen kann, braucht es ein starkes Zusammenspiel aus Technologie, Innovation und Bildung. AWS engagiert sich gezielt in all diesen Bereichen – etwa durch Investitionen in Aus- und Weiterbildungsinitiativen, die Entwicklung von Innovationszentren und die Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern, um ein verlässliches regulatorisches Umfeld mitzugestalten“, meint Michael Hanisch.

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