Wednesday, April 08, 2026

Mehrwert für Manager

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Die Serie im Wirtschaftsmagazin Report: Innovative Services, Projekte mit IT-Bezug, die Digitalisierung unser Welt.

Bild: iStock

Handyspiel für Lehre

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Lehrling Laura Losbichler hat sich einen besonderen Lehrplatz ausgesucht: die Universität Graz.

Die Universität Graz bildet nicht nur Studierende aus – hier können auch Lehren in acht Berufen wie Metalltechnik oder IT-Systemtechnik gestartet werden. Schüler*innen können sich nun mit einem Browser-Game über die verschiedenen Aufgaben informieren. »Die Arbeit im Physik-Labor der Universität Graz ist wirklich sehr vielseitig«, sagt Laura Losbichler. Sie absolviert hier die Lehre zur Metalltechnikerin und wird die Ausbildung demnächst abschließen. »Hier lernt man auch Dinge, die man woanders nicht sieht.« Sei es für komplexe Versuchsaufbauten oder auch handwerkliche Methoden, die woanders gar nicht mehr weitergegeben werden. »Wir fertigen hier Einzelteile für wissenschaftliche Experimente an. Manchmal kommen die Forscher*innen auch zu uns, weil bei einem Versuch etwas kaputtgeht. Dann müssen wir das schnell reparieren.« Für sie sei es jedenfalls die richtige Entscheidung gewesen, sagt die angehende Technikerin. Wie vielfältig die Aufgaben an einer großen Universität sind, können Schüler:innen nun im interaktiven Lehrlingsgame der Uni Graz spielerisch erkunden. Der Spieler oder die Spielerin schlüpft dabei in die Rolle eines Lehrlings. Gleich am ersten Arbeitstag gibt es einen Laborunfall, Nanobots entwischen und legen alle am Campus lahm. Nur die Lehrlinge können die Uni jetzt noch retten. Das Spiel funktioniert ganz ohne Download.

 

Sparsam heizen

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Das Joulzen-Team setzt erfolgreich auf die nachhaltige Nutzung von alten Öltanks.

Zu Mittag günstig laden, es am Abend warm haben – so einfach funktioniert ein thermischer Akku. Joulzen mit Sitz an der TU Wien rüstet alte Öltanks – ab 1.000 Liter Gesamtvolumen – in hocheffiziente Wärmespeicher um. Durch die modulare Umrüstung in Verbindung mit einer Wärmepumpe oder einer PV-Anlage können die Wärmespeicher über das Jahr mehrere Tausend kWh Energie aufnehmen und nutzbar machen. Eine modellprädiktive Regelung optimiert den Energiefluss und reduziert den Heizbedarf, indem sie Überschussstrom aus dem Netz oder der eigenen Photovoltaikanlage gezielt nutzt. Aus Tausenden Berechnungen pro Minute wählt das System den optimalen Weg. Es lernt mit jedem Tag – die Prognosen werden genauer, die Ersparnis größer. Die Speicherkapazität beträgt rund 50 kWh pro 1.000 Liter bei 60 bis 70 Grad Celsius Speichertemperatur. Das System lässt sich nahtlos in bestehende Heizungsanlagen integrieren und steigert deren Effizienz. Durch die intelligente Vernetzung der Speicher entsteht ein zusätzlicher Beitrag zur Energiewende: Überschussstrom kann gezielt verschoben, gespeichert und das Stromnetz aktiv stabilisiert werden, wodurch Produktionsschwankungen ausgeglichen werden. Joulzen wurde im Vorjahr im Rahmen der Start-up-Förderinitiative greenstart des Klima- und Energiefonds ausgezeichnet.


Auge auf den Müll

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Stefan Schott macht Lücken in der Kreislaufwirtschaft sichtbar und hilft, sie zu schließen.

Das Wiener Start-up Wastics unterstützt Unternehmen dabei, Abfälle transparent zu managen und Recyclingpotenziale zu erkennen. Mitgründer und Geschäftsführer Stefan Schott ist überzeugt, dass »Kreislaufwirtschaft ein hervorragendes Konzept ist, um Wirtschaft neu zu verstehen, wofür es aber auch das nötige digitale Gerüst und die entsprechende Datentransparenz braucht.« Mit der digitalen Plattform von Wastics können Firmen ihren Müll besser managen, recyceln und entsorgen. »Oft wissen Unternehmen gar nicht, was mit ihren Abfällen passiert, wie viel anfällt und welche Möglichkeiten es gibt. Diese Transparenz macht Verbesserungen erst möglich und hilft, mehr Abfälle in höherwertige Recyclingverfahren zu lenken«, so Schott. So werden Kunststofffolien oft noch in der Verbrennung entsorgt, können aber rohstofflich verwertet werden. Über Datenmaterial zu verfügen, kann aber auch für Einsparungen sorgen, berichtet der Wastics-Gründer: »Bei einem unserer Industriekunden zeigte sich, dass ein Großteil der Kosten eigentlich durch Nebengebühren und Pauschalen entsteht und nicht durch die tatsächliche Verwertung der Abfälle. Das konnte als Basis für besser verhandelte Verträge genutzt werden.« Die Zielgruppe sind größere Unternehmen, aber auch Firmen mit einem digitalen Abfallwirtschaftskonzept – das Dokument ist für Betriebe mit mehr als 21 Mitarbeitenden verpflichtend.


Resilienz für Einsätze

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In einem österreichweiten Projekt wird eine KI-optimierte Einsatzkommunikation im Katastrophenfall erprobt.

Ob Naturkatastrophen, Großveranstaltungen oder andere sicherheitskritische Lagen: Organisationen stehen vor der Herausforderung, in kürzester Zeit ein präzises Lagebild zu erstellen und unterschiedlichste Akteure – darunter Drohnen, Fahrzeuge und Einsatzkräfte – zu koordinieren. Verzögerungen oder Informationsverluste können unmittelbare Auswirkungen auf Menschenleben und Infrastruktur haben. Doch macht die Abhängigkeit von konventionellen Infrastrukturen Einsatzkräfte in Krisen besonders verletzlich. Das Projekt AI4Emergency bietet einen Gegenentwurf: Durch intelligente Netzkonfigurationen wie Network-Slicing oder garantierte Bandbreiten sollen datenintensive Anwendungen wie Drohnensteuerung, Sprachdialogsysteme oder Entscheidungsunterstützungssysteme zuverlässig funktionieren – auch dann, wenn das Netz an seine Grenzen stößt. Mobile 5G-Lösungen, automatisierte Chatbot-Systeme oder intelligente Videokommunikation sollen die Informationsweitergabe skalierbar machen. Künftig werden auch Datenbrillen und Bodycams oder eine automatisierte Analyse von Drohnenvideos die Erstellung eines detaillierten Lagebildes unterstützen. An dem Projekt beteiligt sind die Unternehmen und Organisationen BOC, Johanniter, Ondewo, Salzburg Research, Salzburg AG und der Arbeiter-Samariter-Bund.


Hinweis für die nächste Bühne für Ihre Projekte: Teilnahme am IT-Wirtschaftspreis eAward! Mehr dazu unter https://www.report.at/trends/it-projekte-einreichen-und-gewinnen-eaward-2026

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