Donnerstag, September 23, 2021
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Wird 2009 das Jahr der Energieeffizienz?Die Diskussion über Energieträger der Zukunft kann kein »Entweder-oder«, sondern nur ein »Sowohl-als auch« sein.

Auch wenn die Dellen in der Weltwirtschaft momentan die Medien beherrschen: Langfristig ist und bleibt die Energiefrage die größte globale Zukunftsherausforderung. Wohlstand, sozialer Friede, Umwelt- und Klimaschutz hängen davon ab, wie es uns in Zukunft gelingt, zumindest den Zuwachs unseres Energiehungers zu begrenzen und diesen zugleich auch zu stillen. Darum sind Themen wie Mix der Energieträger, Versorgungssicherheit, Energieeffizienz und Aufbringung von Primärenergie nicht Fragen für einige Experten und Universitätsprofessoren (und allenfalls noch eine Hand voll Politiker), sondern existenzielle Anfragen an unser aller Kompetenz, Herausforderungen nicht nur zu erkennen, sondern ihnen auch wirkungsvoll zu begegnen.
Wenn ich nun behaupte, dass ausgerechnet 2009 das Jahr der Energieeffizienz wird, bedeutet das gerade nicht, dass in den Jahren danach wieder andere Themen dran sein werden. Nein, dieses Jahr wird der Auftakt sein für ein neues Denken und – hoffentlich – auch Handeln, gerade am Energiesektor und in der Energiepolitik. Wir müssen gemeinsam endlich realisieren, dass es hinsichtlich der
Energieträger künftig kein »Entweder-oder«, sondern nur mehr ein »Sowohl-als auch« geben kann. Kein Energieträger kann substituiert werden, erst recht nicht, wenn man sich gegen die Energiegewinnung aus Atomkraft ausspricht. Kommen dann noch weitere Bedenken – etwa gegen Wind- oder Wasserkraftwerke – hinzu, bleibt als Alternative nur ein radikaler Verzicht auf Energie und die damit verbundenen Annehmlichkeiten. Wir sprechen dann aber in letzter Konsequenz von autofreien Tagen, stundenweisen Stromabschaltungen und Heizverboten in der Übergangszeit – und all das in hoch entwickelten Industrieländern. Die Folgen kann sich jeder leicht ausmalen.

Hebel bei der Effizienz ansetzen
Vor diesem Hintergrund wird deutlich, warum 2009 ein Jahr der Energieeffizienz werden muss. Wenn die nachgefragte Menge an Energie immer stärker wächst als die tatsächlich verfügbare Energie, muss der Hebel an der Effizienz ansetzen. Hier sind alle Bereiche gefordert, und der Raumwärmesektor ganz besonders: Wärme ist ein menschliches Grundbedürfnis, das jeder Mensch für sich befriedigen muss. Umso größer ist die Verantwortung, gerade hier einen substanziellen Beitrag zur Energieeinsparung und damit zur Energieversorgung von morgen zu leisten.
Das System Ölheizung hat hier einen enormen Effizienzvorsprung: Als eines der traditionsreichsten Heizsysteme ist es im Lauf der Jahre immer weiter revolutioniert und verfeinert worden. Mit der Ölbrennwerttechnik steht nun eine Technologie zur Verfügung, die nicht nur weitaus günstiger ist als alle vergleichbaren Heizsysteme am Markt, sondern die auch gegenüber älteren Ölheizungen Energieeinsparungen von bis zu 40 Prozent erzielt. In Feldversuchen mit real bewohnten Häusern konnten – in Verbindung mit baulichen Maßnahmen – sogar Einsparungen bis zu 62 Prozent erreicht werden.
Das hat einerseits für den einzelnen Heizungsbesitzer sehr spürbare positive Folgen, denn weniger Heizölverbrauch bedeutet natürlich auch drastisch sinkende Heizölrechnungen. Andererseits ist die möglichst flächendeckende Durchdringung des Markts mit Ölbrennwertheizungen auch im Hinblick auf den Gesamtenergieverbrauch äußerst wünschenswert. Und auch in Sachen Klimaschutz liegt hier enormes Potenzial: Würde nur die Hälfte aller älteren Ölheizungen auf Ölbrennwerttechnik umgestellt, könnte der Raumwärmesektor allein mit dieser Maßnahme den von ihm geforderten Beitrag zu Österreichs Kioto-Ziel spielend leisten.

Ein erster, wichtiger Schritt
Wird also 2009 das Jahr der Energieeffizienz? Ja – das erste in einer Reihe von Jahren, die zumindest in der Energiepolitik vom Thema Effizienz dominiert sein werden. Die moderne Ölheizung als Vorreiter und als einer der Marktführer wird in erster Reihe für dieses Zukunftsanliegen stehen.

Mag. Martin Reichard ist Geschäftsführer des IWO-Österreich (Institut für wirtschaftliche Ölheizung) in Wien.

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