Monday, April 20, 2026

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Am 9. und 10. April wurde Wien mit der DataXcellence Konferenz 2026 feat. AI erneut zum Treffpunkt für datengetriebene Zukunftsgestaltung. Im Park Hyatt Vienna kamen Expert:innen aus Wirtschaft, Verwaltung und Forschung zusammen, um aktuelle Entwicklungen rund um Daten und KI zu diskutieren.

Fotos: zeia.at

Bild: Manuela Schreyer (AMAG Austria Metall GmbH) Gewinnerin mit „End-to-End-Datenexzellenz für Qualitätsexzellenz“ und Angelika Irsigler-Giglmayer (Controller Institut - Sponsoren des Preises gemeinsam mit Uni for Life).


Zum Auftakt machten Peter Regner von der ADV und Anika Groß von der KGSt sowie Frank Pörschmann von iDIGMA gemeinsam mit Moderator Mathias Pascottini klar: Data Excellence ist längst kein Buzzword mehr, sondern Grundlage für fundierte Entscheidungen und erfolgreiche Organisationen. Am zweiten Tag eröffneten Anika Groß, Peter Regner und Frank Pörschmann gemeinsam mit Brigitte Lutz von der ADV mit einem Rückblick und unterstrichen die Bedeutung von Austausch und Praxisbezug.

Ein zentraler Fokus lag auf der Frage, wie sich technologische Entwicklungen sinnvoll in organisatorische Realität übersetzen lassen. Thomas Pisar zeigte in seiner Keynote zu KI, Komplexität und Kultur, warum klassische Steuerungslogiken an ihre Grenzen stoßen und erfolgreiche KI nur im Zusammenspiel von Technik, Organisation und Kultur entsteht. Univ.-Prof. Dr. Richard Küng von der Johannes Kepler Universität Linz machte deutlich, dass Quantencomputing kein „schnellerer Computer“, sondern ein völlig neues Rechenparadigma darstellt.

Auch Stefan Ferlin von der Wirtschaftsagentur Wien stellte mit dem Programm Tech4People den gesellschaftlichen Nutzen von Technologie in den Mittelpunkt. Ergänzend betonten Tiankai Feng von ThoughtWorks, Frank Szilinski von Gofore und Dieter Perndl von Ubitec, dass KI-Projekte in der Praxis selten an der Technologie scheitern, sondern vielmehr an fehlender Klarheit, Fokus und konsequenter Umsetzung.

Über mehrere Beiträge hinweg wurde deutlich: Daten sind zwar vorhanden, doch ihr Potenzial bleibt häufig ungenutzt. Christiana Klingenberg von iDIGMA zeigte, warum Datenqualität zur strategischen Führungsaufgabe wird und erst durch klare Governance-Strukturen ihre Wirkung entfaltet. Johannes Sautter vom Fraunhofer IAO, Bettina Tratz-Ryan von Gartner und Norbert Kuhn von der Freien Hansestadt Hamburg machten sichtbar, dass fehlende Struktur, Kontext und Verantwortlichkeiten zentrale Herausforderungen bleiben.

Wie sich diese Themen in der Praxis zeigen, wurde im Workshop von Ingo Lenzen von der Stadt Mönchengladbach und Anika Groß von der KGSt deutlich. Auch Martin Reichhart von Österreich Werbung sowie Anessa Bekto von der Raiffeisen Bausparkasse und Sven Wilbert von BearingPoint verdeutlichten, dass Data Excellence nur mit klar definierten Verantwortlichkeiten und einem gemeinsamen Zielbild nachhaltig umgesetzt werden kann.

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Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Entwicklung von Agentic AI und den damit verbundenen Veränderungen in Systemarchitekturen. Ruben Hetfleisch von Klartext AI, Daniel Niederl von EY und Christoph Brunnbauer von Deloitte zeigten, wie sich KI von reinen Analysewerkzeugen hin zu agentischen Systemen entwickelt, die aktiv in Entscheidungsprozesse eingreifen. Wie sich diese Entwicklung bereits konkret auswirkt, verdeutlichte Thomas Jirku von IBM am Beispiel „AskHR“. Auch Christian Schuster von NTS und Thomas Brödl von Acuity Analytics machten deutlich, dass Themen wie Private AI, Datenkontrolle und Souveränität zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Gerald Leitner und Christoph-Oliver Lang vom BRZ zeigten, wie sich solche Ansätze auch im Public Sector über Plattformmodelle skalierbar umsetzen lassen. Parallel dazu verändert sich auch der Zugang zu Daten selbst. Dr. Esther Daus von E-Control und Bruno Šimić von EBCONT machten deutlich, wie natürliche Sprache zunehmend zum Interface für Daten wird. Steven Rieck-Lorenz und Peter Rupp von smartpoint dataformers betonten in diesem Zusammenhang die zentrale Rolle von Vertrauen und User Experience.

Governance und Souveränität

Mit wachsender Nutzung von KI rücken Fragen rund um Governance, Sicherheit und Kontrolle stärker in den Fokus. Katharina Helm von lightmydata zeigte die Anforderungen des EU AI Act und die Bedeutung klarer Rollen und Verantwortlichkeiten. Damien Rilliard von Oracle stellte digitale Souveränität als strategischen Erfolgsfaktor heraus. Oliver Kaiser von Palo Alto Networks beleuchtete neue Sicherheitsrisiken im Kontext von Agentic AI. Peter Regner vom FAW Hagenberg zeigte, wie On-Prem-KI im Dokumentenmanagement eingesetzt werden kann, während Stephan Leitner und Bernhard Freudenthaler von RISC Software mit KOALAw einen konkreten Legal-Tech-Use-Case präsentierten.

Ein besonderer Programmpunkt war das interaktive Data-Governance-Theater der IT-Power Services GmbH mit Thomas Jirku von IBM, Daniel Stanek von Genesys, Clemens Zauchner und Anna Neureiter sowie Norbert Amlacher, das Governance praxisnah erlebbar machte. Ergänzend zeigte FH-Prof. Stephan Winkler von der FH Oberösterreich, warum Explainable AI entscheidend für Vertrauen in KI-Systeme ist, während Alexander Sigmund von VENDO hybride Kommunikationsmodelle zwischen digital und analog beleuchtete. Dr. Cathrin von Hesler vom Know Center unterstrich dabei, dass Data Excellence nur im Zusammenspiel von Daten, Prozessen und Organisation entsteht.

Datenräume und Anwendungen

Ein weiterer Themenblock widmete sich der Frage, wie Daten über System- und Organisationsgrenzen hinweg nutzbar gemacht werden können. Mario Drobics vom AIT zeigte, wie Datenräume und digitale Zwillinge neue Formen der Wertschöpfung ermöglichen. Priit Liivak von Nortal gab Einblicke in personalisierte Government Services. Ergänzt wurde dies durch eine Paneldiskussion mit Karina Leinuste vom Estonian Unemployment Insurance Fund, Kadri Siinmaa von Nortal und Anna Krishnan-Somos vom AMS, moderiert von Daniela Riegler von Nortal. Maria Fellner von Digital Health and Care Austria machte deutlich, dass datengetriebene Innovation im Gesundheitsbereich nur auf Basis sauberer Daten und klarer Strukturen nachhaltig funktionieren kann.

DataXcellence Award

Auch 2026 wurden im Rahmen der Konferenz herausragende Projekte ausgezeichnet, die zeigen, wie vielfältig Data Excellence in der Praxis umgesetzt wird. In der Kategorie Talents überzeugte „somes – Plattform für politische Transparenz und Analyse parlamentarischer Daten“ von Florian Nagy und Christoph Handschuh. In der Kategorie Professionals wurde Manuela Schreyer für ihre „End-to-End-Datenanalyse zur Qualitätsoptimierung in der Industrie“ ausgezeichnet.

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Bild (vorne): Chieh Pan (Vorjahresgewinnerin mit in-kind), Christoph Handschuh, Florian Nagy (ursprüngliche HTL Diplomarbeit) - „Somes – Plattform für politische Transparenz“, Peter Regner (ADV)

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