Dienstag, Juli 07, 2026

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Der Kulturkonflikt in Unternehmen ist ein strategisches Thema für Wissenstransfer und Wettbewerbsfähigkeit. Im Gespräch mit dem Report beschreibt Karl Sagmeister, Geschäftsführer Schneider Electric, welche Modelle und Ansätze für die gute Zusammenarbeit in dem Technologieunternehmen funktionieren.

Alt und Jung: Im Gespräch mit Schneider Electric
Karl Sagmeister ist Geschäftsführer von Schneider Electric in Österreich.

Wie schaut der Arbeitsmarkt im Technologiesektor aus? Welche demografischen Entwicklungen finden sich auch in der Zusammensetzung der Belegschaft von Schneider Electric wieder?

Karl Sagmeister: Der Technologiesektor in Österreich steht vor einer klaren Herausforderung: Viele der Babyboomer-Generation gehen in den nächsten Jahren in Pension. Das betrifft auch uns. Gleichzeitig verändern sich die Erwartungen am Arbeitsmarkt deutlich – und wir sehen, dass wir heute mit mehr Frauen in Führungspositionen arbeiten als früher. Auch Vaterschaftskarenz und der Papamonat sind bei uns selbstverständlich. Durch unser umfassendes Flex@Work-Programm haben alle Generationen – unter Berücksichtigung des jeweiligen Tätigkeitsfeldes – einen größtmöglichen Freiheitsgrad in der individuellen Gestaltung ihres Arbeitslebens. Wir wurden in Österreich als familienfreundliches Unternehmen durch familieundberuf.at zertifiziert. Diese Auszeichnung bekommen Unternehmen nur, wenn verbindlich nachgewiesen wird, dass Vereinbarkeit, flexible Arbeitsmodelle und gleiche Chancen in unterschiedlichen Lebensphasen tatsächlich umgesetzt werden. Für uns ist das eine wichtige Bestätigung unserer Richtung.

Welche Herausforderungen sehen Sie bei der Zusammenarbeit von älteren Mitarbeiterinnen und jungen Kolleginnen? Wie werden diese Herausforderungen adressiert?

Sagmeister: Die unterschiedlichen Erwartungen an Arbeit sind heute viel sichtbarer. Jüngere im Team möchten häufig klarere Entwicklungsschritte, mehr Feedback und eindeutige Absprachen – etwa zu Erreichbarkeit oder dem Umgang mit privaten Handys. Dinge, die für ältere Mitarbeitende selbstverständlich waren, müssen wir heute offener besprechen. Mir ist wichtig: Nicht alles muss vereinheitlicht werden. Manche Themen brauchen Regeln, andere brauchen Freiraum. Jüngere wollen vielleicht mehr ausprobieren, die ältere Generation schätzt oft Routine und Stabilität. Beides hat Platz – beides ist wertvoll – und beides braucht Vertrauen als Basis.

Wir arbeiten bewusst mit altersgemischten Teams, klaren Rollen und regelmäßigem Austausch. Und wir sehen Vielfalt viel breiter als nur in der Gender-Debatte. Unterschiedliche Lebensphasen, Arbeitsstile und Erfahrungen gehören für uns ebenso dazu.

Wie gelingt der Wissenstransfer zwischen den Generationen?

Sagmeister: Wissenstransfer funktioniert am besten im Alltag – dort, wo gemeinsam an echten Aufgaben gearbeitet wird. Wir kombinieren dafür digitale Unterstützung und persönlichen Austausch. Auf der digitalen Seite helfen uns Automatisierung, KI und unser Career Hub  ein Skills-  und Jobportal , damit Wissen sichtbar wird und Mitarbeitende gezielt Projekte finden, in denen sie lernen oder ihr Können einbringen können. Parallel setzen wir auf Mentoring und Reverse Mentoring: Die jüngeren Generationen geben Impulse bei digitalen Themen, erfahrene Kolleginnen und Kollegen bringen tiefes technisches und betriebliches Know-how ein. Diese Kombination sorgt dafür, dass nicht nur Wissen erhalten bleibt, sondern sich weiterentwickelt.

Wie steuern Sie als Führungskraft das Thema Altersdiversität strategisch?

Sagmeister: Für uns ist Altersdiversität kein eigenes Programm, sondern Teil unseres Führungsverständnisses. Unterschiedliche Generationen arbeiten anders – und das ist eine Stärke, wenn man sie bewusst nutzt. Entscheidend ist die Fähigkeit, aufeinander zuzugehen und Unterschiede nicht als Hindernis, sondern als Ressource zu sehen. Wir unterstützen das durch Management-Workshops, die helfen, Erwartungen und Arbeitsstile besser zu verstehen. Gleichzeitig schaffen wir Rahmenbedingungen, die individuelle Entwicklung in jeder Lebensphase ermöglichen – für junge Talente ebenso wie für erfahrene Expertinnen und Experten, zum Beispiel durch unser Senior-Talent-Programm.

Dass wir mit diesem Weg richtig liegen, zeigen auch externe Anerkennungen: Neben der regionalen Zertifizierung als familienfreundliches Unternehmen wurden wir global mehrfach als "Top Employer" und "Great Place to Work" ausgezeichnet. Für uns ist das weniger ein Titel als vielmehr ein Hinweis darauf, dass unsere Kultur im Alltag trägt.

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