Vernetzung der restlichen 99 Prozent

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Die Welt wächst dank Informationstechnologie und Internet weiter zusammen. Der Technologieausrüster Cisco spricht heute nicht mehr vom Internet der Dinge, sondern vom „Internet of Everything“. Durch die totalen Vernetzung, die Objekte, Daten, Prozesse und Menschen erfasst, können auch Unternehmen besser und innovativer wirtschaften.

Michael Ganser, Senior Vice President Cisco Central Europe, sieht darin Magisches, denn dieser Schritt in der IT erschließt völlig neue Einsatzmöglichkeiten. In der Evolution von der reinen „Connectivity“ kommend, wie sie in den Neunziger Jahren propagiert worden ist, haben sich die  Datennetze nun zu einem mächtigen Fundament für die Wirtschaft geformt. In den kommenden Jahrzehnten werden die Menschen mit ihren Alltagsgegenständen nahtlos verknüpft sein. „99 Prozent unserer Welt sind immer noch nicht vernetzt“, erinnert Ganser. Es ist ein Riesenmarkt, der noch unerschlossen ist.

Die Prognose bei Cisco: Im Jahr 2020 sind 50 Milliarden Geräte per Internet miteinander verbunden. Keine Branche wird von den Effizienzsteigerungen und Innovationskräften, die sich dazu bilden, verschont bleiben. „Etwa der Hamburger Hafen, der trotz ständiger Platzprobleme in den kommenden Jahren seinen Umsatz verdreifachen will. IT nimmt eine Schlüsselrolle ein, dies zu bewerkstelligen“, erklärt Ganser. VW und Audi sprechen heute ebenfalls von der größten Veränderung in der Geschichte des Automobils, wenn Nutzer und Fahrzeuge für völlig neue Anwendungsgebiete und Services verbunden sein werden.

Joseph Bradley, Senior Director in Ciscos Internet Business Solutions Group, hat in einer weltweit durchgeführten Studie zu diesem Thema unter Entscheidungsträgern großen Optimismus zur wachsenden Vernetzung vorgefunden. Ein Drittel der Befragten aus zwölf Ländern sieht einen Boost für den Arbeitsmarkt und das Entstehen neuer Jobs. 47 Prozent erwarten höhere Gehälter aufgrund der neuen Berufe, die spezialisiertes Wissen erfordern. Bradley spricht von drei großen Effekten dazu: höhere Effizienz in den Unternehmensprozessen, bessere Kundenservices und eine gesteigerte Zusammenarbeit in den Unternehmen (Collaboration). „Als größte Herausforderungen um dies zu erreichen, sehen die meisten den Investitionsbedarf und die Integration neuer Technologien in vieleorts veraltete IT-Umgebungen. Während die IT-Industrie hier bereits früh aufgesprungen ist, kann in der Energiewirtschaft oder im Handel noch vieles von Grund auf umgesetzt werden“, betont Bradley.  Wichtig sei jedenfalls, dass sich Unternehmen neuen Ideen und Konzepten öffnen. Denn: Lediglich über mehr Informationen und Daten zu seinem Geschäft zu verfügen, bringt alleine noch keinen Mehrwert.

Was also kann sich im Internet of Everything ändern? Energieversorger werden mit Sensordaten Vorhersagen zu Lastprofilen und Verbrauchsentwicklungen treffen können. Sie sind dann in der Lage, proaktiv ihre Infrastruktur zu steuern. Der Handel wiederum wird mit neuen Vernetzungen mit unterschiedlichsten Endgeräten näher an die Kunden herantreten und mit diesen auf innovative Weise kommunizieren.

Das Internet of Everything wird laut eines „Value Index“ von Cisco bereits heuer weltweit Unternehmensgewinne in Höhe von 613 Milliarden Dollar hervorbringen. Die Gewinne könnten nahezu verdoppelt werden, wenn Abläufe, Kundenansprachen und Technologien über diese stärkere IP-Vernetzung laufen, heißt es.

Last modified onFreitag, 21 Juni 2013 16:28
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