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Best of Holzbau

Erster Platz: Hotel Hubertus, Mellau. Bauherr: Familie Zünd, Hotel Hubertus Architekt: Johannes Kaufmann GmbH, Dornbirn Erster Platz: Hotel Hubertus, Mellau. Bauherr: Familie Zünd, Hotel Hubertus Architekt: Johannes Kaufmann GmbH, Dornbirn Adolf Bereiter

Der BAU.GENIAL Preis 2014 für Hotellerie zeigte eindrucksvoll, was die österreichische Architekturszene an Holz- und Leichtbauten zu bieten hat. Insgesamt wurden 24 Projekte eingereicht. Der Bau & Immobilien Report präsentiert die drei Siegerprojekte und weitere herausragende Einreichungen.

Erster Platz: Hotel Hubertus, Mellau

Bauherr: Familie Zünd, Hotel Hubertus
Architekt: Johannes Kaufmann GmbH, Dornbirn
Ausführende: Kaufmann Zimmerei und Tischlerei GmbH, Reuthe
Konstruktion: Massivbauweise (UG, OG), Holz-Modulbauweise (OG, DG),
neue Zimmer als Boxen in Holzbauweise
Bauzeit: 11 Wochen
Fertigstellung: 2012

Das Siegerprojekt hat die Jury durch die harmonische Übereinstimmung von Altbestand und Zubau überzeugt. Beeindruckend war auch die kurze Bauzeit: Das gesamte Projekt konnte aufgrund des hohen Vorfertigungsgrades im Holzbau in nur elf Wochen verwirklicht werden. Aus architektonischer Sicht beeindruckte die ruhige Anmutung, die sich von kurzlebigen Trends im Tourismus nicht verleiten lässt. Diese Haltung setzt sich auch in der Ästhetik und qualitativ hochwertigen Innenraumgestaltung fort. Das Konzept zeichnet sich durch effiziente und kompakte Zimmeranordnung aus. Ein Großteil der Zimmer verfügt über eine eigene Loggia. Mit einem HWB von nur 24 kWh/m²a wurden die Betriebskos­ten maßgeblich gesenkt.
Aufgrund der nur kurzen möglichen Bauzeit kam es zu der Entwicklung von unterschiedlichen Modulen (Zimmer, Aufzugschacht, Wellnessbox) und Elementen (Treppenhaus, Decken, Fassade), die alle im Werk präzise und unter besten Bedingungen vorgefertigt werden konnten. Fertig ausgestattet wurden sie auf die Baustelle geliefert und konnten wie ein Baukastensystem zusammengesteckt werden. Der Zubau lehnt sich an den Bestand an, bleibt aber von außen aufgrund der differenzierten Fassade ablesbar – Schindeln verkörpern die Tradition des bestehenden Gebäudes, Holzlamellen in derselben Farbigkeit verdeutlichen das Neue.
www.hotel-hubertus.at 


Zweiter Platz: Fitnessraum Salzburger Hof, Leogang

Bauherr: Anton und Annelies Hörl, Salzburger Hof
Architekt: W2 Manufaktur GmbH, Leogang
Ausführende: Höck Holzbau GmbH, Maishofen  
Konstruktion: Leichtbauweise, Holzriegelkonstruktion
Bauzeit: 2 Monate
Fertigstellung: 2014

Zwischen dem Altbestand Hotel Salzburger Hof und dem 2009 errichtetem Neubau wurde ein eigenständiger, freischwebender Baukörper errichtet. Der ca. 6 m breite und 22 m lange Baukörper ist in der Quer- und Längsachse leicht geneigt und wird von sechs Stahlstützen getragen und durch einen eingehausten Übergang mit dem bestehenden Wellnessbereich verbunden. Die Aufgabe, das bestehende Hotel um einen Fitnessraum zu erweitern, wurde bei den gegebenen Platzverhältnissen auf höchst unkonventionelle Weise gelöst. Der bestehende Fitnessbereich liegt im fünften Obergeschoß und wurde um einen externen, auf dünnen Stahlstützen dem betreffenden Geschoß zugeordneten Baukörper erweitert. Dieser Raum schwebt nun spektakulär zwischen dem massiven Hotelbestand und ist über eine Brückenkonstruktion begehbar. Die Umsetzung dieses schwebenden Fitnessraums war nur im Leichtbau möglich, wobei die Werkstoffe Stahl und Holz optimal eingesetzt wurden. Trotz des eigenständigen Baukörpers mit freier Untersicht gelang es, den hervorragenden Heizwärmebedarf von 21,2 kWh/m2a zu erreichen.
www.salzburgerhof.eu 

Dritter Platz: See-Spa Bio Vitalhotel Weissenseerhof

Bauherr: Klaus Baumgartner, Alpenzart Hotel GmbH, Wien
Architekt: Architektur 64 ZT GmbH, Gleisdorf
Ausführende: Weissenseer Holz-System-Bau GmbH, Greifenburg
Konstruktion: Konstruktiver Holzbau in Fertigteilbauweise; Holzrippen-
und Holzskelettbauweise
Bauzeit: 7 Monate
Fertigstellung: 2013

Anstelle einer alten Bootshütte hat Bauherr Klaus Baumgartner unterhalb des Biovitalhotels Weissenseerhof****s direkt am See ein modernes See-Spa errichten lassen. Aufmerksame Details, Oberlichten, große Fensteröffnungen mit Blick zum Wasser und das Material Holz schaffen eine warme, entspannende Atmosphäre. Der kleinteilig strukturierte Neubau ist als Niedrigenergiehaus konzipiert und schmiegt sich in die zum Teil schilfbewachsene Uferzone des Weissensees. Das großzügige, zum See abgestufte Liegedeck und eine geräumige Dachterrasse laden zum Entspannen in der stimmungsvollen Natur ein. Es wurde seitens des Bauherrn auf naturnahe, ressourcenschonende und energieeffiziente Bauweise Wert gelegt. Die Umsetzung des Projekts ist sehr hochwertig und hebt sich vom üblichen Duktus gängiger Wellnessanlagen angenehm ab. Holz wurde sowohl im Innen- als auch im Außenraum in den unterschiedlichsten Oberflächen und Qualitäten verarbeitet. Die Anforderung,die Architektur mit dem Orts- und Landschaftsbild in Einklang zu bringen, wurde perfekt umgesetzt.
www.weissenseerhof.at 


Weitere Projekte:

Vogelhäuser Deluxe, Steirereck am Pogusch

Bauherr: Fam. Margarete und Heinz Reitbauer, Hausgemeinschaft Pogusch, Turnau
Architekt: Viereck Architekten ZT-GmbH, Kindberg
Ausführende: Lieb Bau Weiz GmbH & Co KG, 8181 St. Ruprecht/Raab  
Konstruktion: Stahl- und Holzbauweise auf Stahlkonstruktion auf Einzelfundamenten; ökologische Bauweise mit Schafwolldämmung
Bauzeit: 7 Monate
Fertigstellung: 2014

Im steirischen Pogusch wurden im freien Gelände entlang eines Bergkammes nördlich des bestehenden Wirtshauses Steirereck unter Rücksichtnahme auf die Geländebeschaffenheit vier freischwebende Berghütten in die Landschaft integriert. Mit dem Projekt sollte ein neuer Maßstab im sanften Tourismus im exklusiven Segment umgesetzt werden. Das Projekt umfasst die Baumaßnahmen für die Neuerrichtung von vier alpinen Hütten in aufgeständerter, schwebender Stahl- und Holzbauweise in höchster Qualität. Die primäre Tragstruktur besteht aus einem Stahlbau auf Punktfundamenten gelagert, die tragenden Wände werden in Holzriegelbauweise errichtet. Eine der größten Herausforderungen war der knappe Umsetzungszeitraum: Planungsbeginn war im März 2013, Baubeginn war im November 2013 und die Fertigstellung erfolgte zum Grand-Prix-Wochenende Mitte Juni.
www.steirische-romantik.at 


Familienresort Sonnenalpe, Nassfeld

Bauherr: Michael Pucher, Familienresort Sonnenalpe Nassfeld, Nassfeld
Architekt: Architekten Ronacher ZT GmbH, Hermagor
Ausführende: Rubner Holzbau GmbH, Finkenstein am Faaker See
Konstruktion: Massivholzbauweise, Holzriegelkonstruktion
Bauzeit: 6 Monate
Fertigstellung: 2011

Das Familienhotel im Alpin-Design liegt auf 1.500 m im Ski- und Wanderparadies Nassfeld. Mit stylischen Zimmern im Lodendesign und viel alpinem Charme haben die Architekten Ronacher neue Zimmertrakte in Massivholzbauweise zugebaut. Zum bestehenden Interior kamen noch ein Wellnessbereich, ein Schwimmbad und ein Restaurant mitsamt Bar in Holzriegelkonstruktion dazu. Für die gewünschte Erweiterung des Hotels Sonnenalpe der Familie Pucher am Nassfeld wurde vom Betreiber, der Falkensteiner GesmbH, ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Die Aufgabe bestand darin, das bestehende Hotel, welches bis dahin schon ca. über 160 Betten verfügte, an der Nordseite oberhalb der Tiefgarage bzw. des sogenannten Bellavista auf Basis eines umfassenden Raumprogrammes um 60 Familieneinheiten mit etwa jeweils 40 m² zu erweitern, also 240 neue Betten (inkl. Kinderbetten) zu schaffen. Darüber hinaus war ein umfassendes Raumprogramm bestehend aus neuer Eingangssituation samt Halle und Rezeption, Konferenzbereich und Kinderspielbereich, umfassender Wellnessanlage mit Schwimmbad, Sauna und Massageräumen, sowie einer komplett neuen Restaurant- und Küchensituation zu bewältigen.
www.falkensteiner.com


Ruheraum Wanderhotel Kirchner, Bramberg

Bauherr: Christian Kirchner, Hotel Kirchner GmbH & Co KG, Bramberg
Architekt: Atelier Peter Niederegger, Neukirchen
Ausführende: Holzbau Maier GmbH & Co. KG, Bramberg
Konstruktion: Holzriegelbauweise, Dachkonstruktion mit Leimpfetten und massiver Sparrenkonstruktion
Bauzeit: 3 Monate
Fertigstellung: 2013

Eigentlich sollte nur ein Ruheraum für den Wellnessbereich des Wanderhotels Kirchner geschaffen werden. Dann kam der Gedanke »Baumhaus« – und mit ihm die Herausforderung, ein architektonisches Juwel zu gestalten. Dazu dienten acht Bäume aus dem eigenen Wald als Tragkonstruktion, die kreisförmig den 140 m² großen Ruheraum formen. Das Mittelauge über der Dachkuppel lässt den Blick zum Himmel frei und viele andere kleine Details zeigen, wie viel Liebe in das neue Baumhaus investiert wurde. Die Wände wurden in segmentbogenförmiger Holzriegelkonstruktion errichtet und mit großen Glas­elementen ausgefacht. Als Außenverkleidung, welche gleichzeitig auch als Beschattung des Ruheraumes dient, wurden Baumstämme montiert, welche den Charakter des Baumhauses noch unterstreichen. Die Innenverkleidung der Wände ist aus Eichenholz, die Decke bzw. Dachverkleidung aus Gipskartonplatten, die Böden sind Massivholzböden in Eichenholz.
www.wanderhotel.at


Berghotel Malta, Malta

Bauherr: Mario Baumgartner, Verbund Austrian Holding Power AG, Wien
Architekt: Architekten Ronacher ZT GmbH, Hermagor
Ausführende: Buchacher Holzleimbau GmbH, Hermagor
Konstruktion: Holzfachwerksbau auf massiver Betonbasis
Bauzeit: 5 Monate
Fertigstellung: 2010

as Gebäude wurde im Jahr 1973 auf 1.933 Meter Seehöhe als Unterkunft für die Arbeiter des Staudammes errichtet und später zu einem einfachen Berghotel adaptiert. Schon von weitem sticht die markante Zylinderform des Berghotels Malta Besuchern der Staumauer und des Kärntner Nationalparks ins Auge. 2009 wurde es generalsaniert und um ein Ausstellungs-Brückenbauwerk aus Holz erweitert. Für das umfassende Projekt wurde ein geladener Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Die Lösung besteht aus einem Brückenbau aus Holz, in dem gleichzeitig eine Ausstellung untergebracht ist. Gleichzeitig wurde das bestehende Berghotel Malta generalsaniert und erweitert, die Fassaden des zylinderförmigen Hauptbaukörpers und der bestehenden Zubauten wurden thermisch und gestalterisch saniert sowie die Zimmergestaltung und die Hoteleinrichtung neu adaptiert. Eine große Aussichtsterrasse wertet den Umbau zusätzlich auf.
www.berghotelmalta.at


Dolomitenhütte, Tristach

Bauherr: Jurai und Scarlet Oles, Dolomiten Resort Betriebs GmbH, Amlach 
Architekt: rohracher & partner, Lienz
Ausführende: Plankensteiner Holzbau GmbH, Dölsach
Konstruktion: Holzständerkonstruktion, Holzriegelbauweise
Bauzeit: 7 Monate
Fertigstellung: 2013

Um 1920 wurde eine kleine Hütte inmitten der Lienzer Dolomiten errichtet und 1936 erneuert. An dieser Stelle auf ca. 1.620 m Seehöhe befindet sich die Dolomitenhütte, zu der man über eine private Mautstraße gelangt, in ihrer heutigen Größe. Situiert direkt an einem steilen Bergabbruch, erhält man einen atemberaubenden Ausblick auf den Spitzkofel und die umliegenden Berge. Im Jahre 2008 haben die nunmehrigen Besitzer die Dolomitenhütte bereits zum ersten Mal renoviert und aus einem Dornröschenschlaf geweckt. Fünf Jahre später folgte die Erweiterung um einen Zubau unter der Aussichtsterrasse. Um den Neubau errichten zu können, musste die bestehende Terrasse demontiert werden. Weiters musste der massive Fels um 30 cm abgetragen werden, damit die notwendigen Raumhöhen erreicht werden konnten. Auf dem Fels wurde eine Betonplatte, die im Südwest-Eck über den Felsabbruch ragt, errichtet. Darauf wurde die Holzkonstruktion in Leichtbaufertigteilen gesetzt. Aufgrund des schwierigen Bauplatzes war eine Vorfertigung unbedingt erforderlich. Das Dach des Zubaus wird nun zur Gänze als Aussichtsterrasse genutzt, wobei hier in der Ausführung besonders auf erhöhten Schallschutz geachtet wurde.
www.dolomitenhuette.at

Last modified onSonntag, 31 Mai 2015 21:37
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