Montag, März 04, 2024



Wien Energie kommentiert die aktuelle Finanzlage und die Notwendigkeit für Sicherheiten im Energiehandel zur langfristigen Absicherung.

"Wien Energie ist am Freitag als Teil der österreichischen Energiebranche an den Bund herangetreten, um eine stabile Gesamtsituation für die Energieversorgung in Wien und ganz Österreich weiterhin langfristig sicherzustellen. Aufgrund des am Freitag abermals und plötzlich explodierten Strompreises steigen die erforderlichen Sicherheitskautionen im Energiehandel unvorhergesehen an. Innerhalb nur eines Tages ist der Strompreis im Handel von 700 auf rund 1.000 Euro gestiegen – analog dazu haben sich die erforderlichen Kautionen für bereits getätigte Geschäfte in der Zukunft vervielfacht. Diese Situation ist auch bereits aus Nachbarländern bekannt. Internationale Energieversorger in Deutschland stehen vor denselben Problemen und nutzen bereits das Instrument von staatlicher Unterstützung", heißt es in einer Aussendung des Energieversorgers am 29. August.

"Wien Energie und die Wiener Stadtwerke sind solide, wirtschaftlich gesunde Unternehmen mit bester Bonität. Es müssen keine Verluste ausgeglichen werden. Wien Energie ist der größte Energieversorger Österreichs mit den meisten Kund*innen und den größten Gaskraftwerken Österreichs. Wien Energie ist damit dem Preisdruck am stärksten ausgeliefert."

Im Zuge einer vorausschauenden Planung wurden erforderliche Kreditlinien für Sicherheitskautionen seitens Wien Energie, Wiener Stadtwerke und der Stadt Wien aufgestellt. Die notwendigen Sicherheiten dienen der Absicherung von bereits getätigten Geschäften an der Energiebörse und damit der langfristigen Sicherstellung der Energieversorgung in Wien und ganz Österreich. "Diese Sicherheiten sind als Garantien ein üblicher Teil von Handelsgeschäften. Die Kautionen kommen zurück, sobald die Handelsgeschäfte abgewickelt wurden", heißt es weiter.

So funktioniert der Energiehandel
Energie wird in Europa an der Börse gehandelt. Neben kurzfristigen Handelsgeschäften wird der Großteil der Energie am Terminmarkt verkauft. Dort werden Geschäfte abgeschlossen, die erst in Zukunft erfüllt werden. Wien Energie verkauft Strom aus den Kraftwerken bis zu zwei Jahre im Voraus und beschafft Strom und Gas langfristig für seine Kund*innen an der Börse. So sichert sich das Unternehmen gegen zukünftige Strompreisschwankungen ab und kann damit für seine Kund*innen und Kraftwerke die Energiepreise für die nächsten Jahre abschätzen. Das steigert die Planungssicherheit und ist ein bewährtes Instrument des Risikomanagements im Energiebereich.

Die Kraftwerke von Wien Energie spielen eine zentrale Rolle im österreichischen Energiesystem – sie dienen sowohl der Versorgung von mehr als zwei Millionen Kund*innen mit Strom und Fernwärme als auch der Netzstabilisierung in Österreich.

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