Dienstag, September 27, 2022

Die Energie AG Oberösterreich feiert in diesem Jahr ihr 130-jähriges Bestehen. Begonnen hatte damals alles mit der Planung einer Dampfzentrale in St. Wolfgang zur Versorgung des Schafberghotels - anno 1892. Heute hat sich das Unternehmen vom Energiepionier hin zu einem der Schrittmacher der Energiewende entwickelt.

Titelbild: Landeshauptmann Thomas Stelzer, Generaldirektor Werner Steinecker, Technikvorstand Stefan Stallinger, Wirtschafts- und Energielandesrat Markus Achleitner, Finanzvorstand Andreas Kolar (v.l.n.r.) mit der Gedenktafel anlässlich 130 Jahre Energie AG Oberösterreich. (Credit: Energie AG/ Hermann Wakolbinger) 

Seit 1892 versorgt die Energie AG und ihre Vorgängerunternehmen Oberösterreich mit elektrischer Energie. Mit dem Beginn der Planungen für das Dampfkraftwerk in St. Wolfgang wurde hier die Ära der öffentlichen Stromversorgung eingeläutet. Die Erfolgsgeschichte des Landes ist somit eng mit der Unternehmensgeschichte verbunden - egal ob im Bereich der Wasserkraft, dem Glasfaserausbau oder der Photovoltaik. 

Heute ist die Energie AG Oberösterreich mit rund 4.600 Mitarbeiter:innen viel mehr als ein reiner Energieerzeuger und -versorger. Mit einem breiten Spektrum an Dienstleistungen und Produkten für Privat-, Gewerbe-, Industrie- und Kommunalkund*innen hat man sich zu einem modernen Konzern entwickelt. Mittlerweile bedient die Energie AG Kund*innen und Gemeinden neben den Bereichen Strom, Gas, Wärme, Wasser außerdem mit Entsorgungs-, Kommunikations- und Daten-Dienstleistungen.

Energie AG-Generaldirektor Werner Steinecker: „Das Jubiläumsjahr gibt uns nicht nur die Möglichkeit zurückzuschauen, sondern vor allem auch nach vorne zu blicken. In den vergangenen 130 Jahren war unser Handeln immer von Tradition und Innovation geprägt. Egal, in welchem Bereich der erneuerbaren Energien: Die Energie AG war und ist stets Vorreiter in Sachen regionaler Energieerzeugung und Nachhaltigkeit.“ 

Energie AG als Partner der Wirtschaft

Damit die Klimaschutzziele erreicht werden können, sind neben Fachkräften und Innovationen zur Digitalisierung des Energiemarktes Investitionen in beträchtlichem Ausmaß notwendig. Für viele Branchen und Sektoren sind die damit verbundenen Anstrengungen massiv – im besonderem Maße auch für die Energiewirtschaft. Der Energiesektor wird überdurchschnittlich viel zur Transformation der Energiesysteme beitragen müssen. Die Energie AG stehe zu dieser Verantwortung - so das Unternehmen - und werde in den kommenden Jahren die Anstrengungen zur Bewältigung dieser Transformation verstärken.

Sorgsamer Umgang mit Wasser 

Die Energie AG ist stark in Oberösterreich verankert, hat aber ihren Tätigkeitsbereich in den letzten Jahrzehnten auch auf den Rest Österreichs und auf Tschechien ausgeweitet. In Tschechien versorgt der Konzern knapp 1 Million Menschen mit Trinkwasser und übernimmt für etwa 700.000 Menschen die Abwasserentsorgung. 

Mit dem Projekt „Wasser unter Kontrolle“, will die Energie AG nun einen Meilenstein beim sorgsamen Umgang mit Trinkwasser setzen. Mithilfe eines digitalen Überwachungstools können Kund*innen ihren Wasserverbrauch in einem Webportal einsehen. Alarmierungsfunktionen, die z.B. einen untypischen Nachtverbrauch oder ein Überschreiten einer bestimmten Wassermenge (z.B. bei einem Rohrbruch) anzeigen, können eingestellt werden. Aktuell ist die Umsetzung als marktreifes Produkt geplant.

Nachhaltige Energieversorgung

Auf Erzeugungsseite bekennt sich die Energie AG seit Beginn ihrer Unternehmensgeschichte zu einer nachhaltigen Energieversorgung – für jetzige und zukünftige Generationen. Auch zur Reduktion von globalen Abhängigkeiten und der Beibehaltung der hohen Versorgungssicherheit steht heute der Umbau des Energiesystems auf Erneuerbare noch mehr im Mittelpunkt. Der Fokus liegt auf den Bereichen Wasserkraft, Windenergie und Photovoltaik. Aktuell sind im Bereich Wasserkraft drei Projekte vorgesehen: 

  • Wasserkraftwerk Dürnau: Der Ersatzneubau wurde im September 2021 eröffnet, dabei konnte die Leistung um das Dreifache erhöht werden.
  • Neubau Kraftwerk Weißenbach/Bad Goisern: Hier soll es zu einer Kombination aus Hochwasserschutz und Stromerzeugung kommen.
  • Ersatzneubau Kraftwerk Traunfall/Roitham: Durch den Ersatzneubau sollen über 100 GWh Strom erzeugt werden können.

Der Photovoltaik-Ausbau soll einerseits durch PV-Eigenanlagen erfolgen, vorwiegend auf vorgenutzten Flächen wie Deponien und Altlastenflächen, andererseits durch PV-Contracting-Anlagen auf Dächern im Gebäudebereich. Bis 2030 soll auf diese Weise die unternehmenseigene Sonnenstromproduktion um über 1.500 Prozent gegenüber dem Status quo erhöht werden. Im Bereich Windenergie ist die Energie AG vor allem bei Beteiligungen im Innviertel und in Niederösterreich aktiv. Aktuell wird der Windpark Munderfing um ein sechstes Windrad erweitert, dieses soll bis Herbst 2022 in Betrieb gehen.

Insgesamt soll sich die Stromerzeugungsmenge aus erneuerbaren Energien in den kommenden acht Jahren im Unternehmen um knapp ein Viertel auf rund 3.150 GWh erhöhen. Bis 2030 entsprechen diese Ausbauvorhaben in heimische Erzeugungsanlagen einem Investitionsvolumen von mehr als einer halben Milliarde Euro. Voraussetzung für diesen Ausbau ist das Vorliegen entsprechender Rahmenbedingungen – sowohl rechtlicher und wirtschaftlicher als auch technischer und personeller Natur. Dazu gehört unter anderem auch ein entsprechend leistungsfähiges Stromnetz - und eine Vereinfachung und Beschleunigung der Genehmigungsverfahren solcher Leitungsbauprojekte. 

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