Samstag, April 20, 2024
»Sind mit einem blauen Auge durch die Krise gekommen«
Der Vorstand der Weidmüller-Gruppe verzeichnete ein herausforderndes Jahr 2020 und ist für 2021 zuversichtlich gestimmt.

Der Automatisierungs- und Elektrotechnik-Spezialist Weidmüller blickt trotz Umsatzrückgang im Vorjahr auf vielversprechende Marktentwicklungen.

Die Weidmüller Gruppe blickt auf ein bewegtes Geschäftsjahr 2020 zurück: Ein Umsatz in Höhe von 792 Millionen Euro bedeutet einen Rückgang von 4,5 Prozent. Der Rückgang ist äußeren Faktoren wie der generellen wirtschaftlichen Lage im Maschinenbau sowie dem schwachen Öl- und Gasgeschäft im Vorjahr geschuldet, heißt es. Der Konjunktureinbruch durch die Corona-Pandemie hat zu einem deutlichen weltweiten Abschwung in der Industrie geführt. »Wir sind mit einem blauen Auge durch dir Krise gekommen«, sagt Finanzvorstand André Sombecki anlässlich einer Bilanz-Präsentation. Weidmüller habe sich »mehr vorgenommen«, man sei aber »unter den Bedingungen, die wir im Vorjahr hatten, zufrieden«. Der Ausblick sei gut, die Erholung der Weltwirtschaft im vierten Quartal des Vorjahres schlägt sich auch bei dem Technologieexperten auf die Auftragslage wieder. Im ersten Quartal 2021 verzeichnet die Gruppe ein Umsatzplus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Man sei nun »sehr positiv gestimmt«, wolle aber »als vorsichtige Kaufleiter weiter besonnen agieren«.

Überzeugt, dass sich der Markt langfristig erholt, investiert Weidmüller weiter in Personal und verzeichnet ein leichtes Plus von zwei Prozent auf rund 5.000 Mitarbeiter­Innen. Investiert wird auch in neue Kapazitäten und Produktionshallen. Mit 51 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung übertraf man sogar die F&E-Ausgaben aus dem Jahr davor.

Herausforderung aktuell ist also keineswegs die Auftragslage – die in der gesamten Branche generell gut ist –, sondern die angespannte Situation in den Lieferketten, allen voran bei Halbleitern und Kunststoffen. Einsatzbereiche für die Komponenten gäbe es genügend: Weidmüller erwartet »gute Jahre« mit Themen wie der Elektrifizierung der Wirtschaft, E-Mobilität und der Bewältigung der Klimaherausforderungen mit Hilfe von Technologie. »Das Beste kommt noch«, ist Volker Bibelhausen, Vorstandssprecher und Technologievorstand bei Weidmüller, positiv gestimmt.

Positives auch aus Österreich
Wolfgang Weidinger, Geschäftsführer von Weidmüller Österreich, hat ebenso wie die deutsche Muttergesellschaft ein einstelliges Minus (und – positiv gesehen – weniger als die globalen 4,5 Prozent) im Vorjahr eingefahren. »Auch wir sind zufrieden. Nach einem sehr starken ersten Quartal 2020, schwachen Quartalen zwei und drei, hat das Geschäft im vierten Quartal wieder leicht angezogen.«

Die Fokusthemen am österreichischen Markt waren Consulting-Dienstleistungen, der Einstieg ins Thema Industrial IoT, »Device and Field Connectivity« sowie digitale Services. Weitere Erfolgsgeschichten gab es mit Kunden im Bereich »Smart Cabinet Building«. Man möchte die Digitalisierung und Automatisierung im Schaltschrankbau weiter vorantreiben, breite Expertise und smarte Konfigurationstools unterstützen dabei.

Im ersten Quartal 2021 hatten die Österreicher einen so hohen Auftragseingang, »wie es ihn in der Geschichte von Weidmüller Österreich noch nicht gegeben hat«, blickt Weidinger optimistisch auf das laufende Jahr. Ein coronabedingter Nachholeffekt, Investitionsförderungen durch die Regierung und das Wachstum in der Intralogistik bei vielen Unternehmen treiben das Geschäft an. »Die große Herausforderung ist nun, das alles liefern zu können.«

Meistgelesene BLOGS

Nicole Mayer
26. Jänner 2024
Der Bewerb um die höchste staatliche Auszeichnung für Unternehmensqualität in Österreich ist eröffnet. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft (BMAW) sucht Quality Austria wieder...
Firmen | News
01. März 2024
Unter dem Motto „Mission Zukunft - Transformation der Wirtschafts- und Energiesysteme" veranstalten die Deutsche Handelskammer in Österreich in Kooperation mit Fraunhofer Austria Research das Deutsch-...
Alfons A. Flatscher
02. Jänner 2024
... das Alte geht. Die Welt ist im Wandel. Wir wandeln uns mit. Der REPORT ist im Wandel und erscheint in neuem Kleid: Mit neuem Layout, auf besserem Papier und mit einer Weiterentwicklung des inhaltl...
Firmen | News
25. März 2024
Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel und Künstliche Intelligenz (KI) spielt dabei eine entscheidende Rolle. Unternehmen weltweit erkennen zunehmend die Bedeutung von KI für ihre Produktivität und W...
Katharina Bisset
07. Februar 2024
Ab 14. Februar 2024 müssen alle Pflichten des Digital Services Act von betroffenen Unternehmen umgesetzt werden – aber was bedeutet dies konkret? Der Umfang der Pflichten hängt davon ab, welche Dienst...
Alfons A. Flatscher
26. Jänner 2024
Ganz oben auf der Agenda unserer Leser*innen steht: Neues schaffen! Wir haben gefragt, 150 Leser*innen haben uns qualifizierte Antworten geliefert. (Zum Artikel: Chancen überall, nicht erst ab 2025) D...
Mario Buchinger
22. Jänner 2024
In der Consulting- und Coaching-Branche gibt es sicher einige Leute, die kompetent Organisationen unterstützen können. Aber viele der Coaches und Consultants nützen meist nur sich selbst. Worauf Unter...
Nicole Mayer
30. Jänner 2024
Durch den rasanten Fortschritt der digitalen Transformation und den zunehmenden Einsatz von Informationstechnologien wird die (Informations-) Sicherheit sensibler Unternehmensdaten immer wichtiger. Or...

Log in or Sign up