Freitag, September 25, 2026

Mehrwert für Manager

Ticker

Nachhaltigkeit ist (auch) Sache der Bauweise

Die Baubranche befindet sich gerade in einem riesigen Transformationsprozess. Dabei gilt es nicht nur, das Bauen CO2-ärmer und insgesamt nachhaltiger zu gestalten, sondern auch Wege zu finden, wie man einen Paradigmenwechsel in der Planung von Bauwerken herbeiführt. Das Bauen mit Betonfertigteilen zeigt schon seit Jahren, wie eine vorausschauende Planung bei Herstellung, Montage und Betrieb von Gebäuden entscheidende Impulse für das nachhaltige Bauen liefern kann. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist allerdings die rechtzeitige Entscheidung von Bauherrn und Architekten, ein Bauwerk von Anfang an in Fertigteilen auszuführen. Denn so minimiert man das baubegleitende Planen und steigert gleichzeitig die Effizienz auf der Baustelle – zwei wichtige Nachhaltigkeitsfaktoren.

Bild oben: der Autor dieses Beitrags, Anton Glasmaier, ist Geschäftsführer des Verbands Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke und Vorstandsvorsitzender von Beton Dialog Österreich.

Weniger CO2 entlang des gesamten Lebenszyklus

Die CO2-Reduktion ist entlang des gesamten Lebenszyklus von Bauteilen möglich. Die österreichischen Hersteller von Betonfertigteilen beziehen ihre Rohstoffe lokal und setzen bereits umfassende Schritte, ressourcenschonend zu produzieren. Sei das die sofortige Wiederverwendung von Betonresten und Waschwasser oder ein geringer Materialverbrauch – die CO2-Reduktion in der Produktion ist in der Betonfertigteilbranche längst angekommen. Viele Fertigteile im Hochbau wie Massivwandfertigteile, Schleuderbetonsäulen oder Hohldielen überzeugen mittlerweile mit hoher Performance bei geringem Materialeinsatz. Dabei spart man Beton und Bewehrungsstahl deutlich ein.

Wachsende Herausforderung: Betrieb von Gebäuden

Wenn Fertigteile einmal produziert sind, gilt es, diese möglichst effizient zu verbauen. Denn auch kurze Bauzeiten führen zur Reduktion von CO2- und Staub-Emissionen und verursachen dazu weniger Abfälle auf der Baustelle. Ist das Gebäude einmal fertig, bietet gerade der Baustoff Beton konkrete Potenziale, wie man das Bauwerk in der ganzen Betriebsphase energieeffizient betreiben kann. Die Zahlen aus Deutschland zeigen es deutlich: Der Betrieb der Gebäude verursacht laut dortigem Umweltbundesamt etwa 35 Prozent des Endenergieverbrauchs und etwa 30 Prozent der CO₂-Emissionen. Durch die thermische Bauteilaktivierung von Betonfertigteilen – Decken oder Wände – können Gebäude in Kombination mit erneuerbaren Energien wie Erdwärme, Wind oder Sonne ganzjährig kostengünstig geheizt und gekühlt werden. Das Heizen und Kühlen in einem (System) sowie die Unabhängigkeit von Öl und Gas sind vielleicht die zwei wichtigsten Vorteile dieser innovativen Technologie, die das Potenzial von Beton als Energiespeicher nutzt. So können nicht nur einzelne Gebäude, sondern auch ganze Grätzel zu sogenannten Energieplusquartieren umwandelt werden, die energieautark funktionieren können.

Kreislaufwirtschaft nutzen

Schließlich ist ein zentraler Bereich für die Erreichung des Europäischen Grünen Deals der Übergang in eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Im Bereich der Fertigteile kommt diese meistens als Wiederverwendung zur Umsetzung. So können Betonleitwände, Pflastersteine und -platten oft auch nach 50 Jahren problemlos demontiert und neu eingebaut werden. Auch bei Treppen und Trägern ist eine große Chance für Wiederverwendung vorhanden. Diese gilt es, in den kommenden Jahren verstärkt zu nutzen.

Die Potenziale der Fertigteil-Bauweise zu heben, kann entscheidende Impulse für das nachhaltige Bauen der Zukunft liefern. Viele Lösungen sind bereits da, sie müssen nur entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Bauens – von der Rohstoffgewinnung, über die Baustoffherstellung bis hin zur Planung, Nutzung und Wiederwendung von Bauteilen bzw. -werken – richtig erkannt und umgesetzt werden. Die österreichische Betonfertigteilbranche zeigt, dass dieses gesamtheitliche Denken keine Zukunftsmusik, sondern schon in der Praxis angekommen ist.

×
Stay Informed

When you subscribe to the blog, we will send you an e-mail when there are new updates on the site so you wouldn't miss them.

OÖG durch Quality Austria zertifiziert
Wo sind unsere Daten zuhause? Die dezentrale Zukun...

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://www.report.at/

Firmen | News

Südtirol
23 September 2026
Architektur, Bauen & Wohnen
Firmen | News
Die Paneele für die 7.000 m² Fassadenfläche des Durst HQ in Brixen wurden vollständig im FRENER & REIFER-Werk gefertigt und über Nummerncodes bis zur Montageposition rückverfolgbar gemacht (© Paolo Riolzi) Südtirol kann nicht nur Tourismus. ...
AWS (Amazon Web Services)
23 September 2026
Firmen | News
Schnelle Vermittlungen, präzise Ankunftszeiten, stabiler Service auch zu Stoßzeiten: Dafür baut Uber seine Infrastruktur auf AWS aus. Matthias Patzak, Enterprise Strategist bei Amazon Web Services (AWS) erklärt, wie spezialisierte Cloud-Technologie u...
Firmen | News
23 September 2026
Firmen | News
Bild: Johannes Lagler-GrünerAls eines von weltweit rund 130 Unternehmen trägt ACP den Status Microsoft Azure Expert MSP. „Die Auszeichnung bestätigt höchste Kompetenz über den gesamten Cloud-Lebenszyklus – von Strategie und Architektur über Migr...
LANCOM Systems
23 September 2026
Firmen | News
Bild: Der neue R&S®LANCOM OW-702 funkt zuverlässig auch in anspruchsvollen Umgebungen. Der deutsche Netzwerkinfrastruktur- und Security-Ausrüster, Rohde & Schwarz Networks and Cybersecurity, erweitert sein WLAN-Portfolio um einen neuen Wi-Fi ...

Neue Blog Beiträge

25 September 2026
Qualität und Effizienz
Die internationale Normung im Bereich Arbeitssicherheit befindet sich derzeit in einer dynamischen Entwicklungsphase. Während die Revision der ISO 45001 auf die Zielgerade einbiegt und die ISO 45003 weiterhin die zentrale Orientierung für den Umgang ...
23 September 2026
Architektur, Bauen & Wohnen
Firmen | News
Die Paneele für die 7.000 m² Fassadenfläche des Durst HQ in Brixen wurden vollständig im FRENER & REIFER-Werk gefertigt und über Nummerncodes bis zur Montageposition rückverfolgbar gemacht (© Paolo Riolzi) Südtirol kann nicht nur Tourismus. ...
23 September 2026
Qualität und Effizienz
Die IATF (International Automotive Task Force) hat im Juli 2026 ein Stakeholder-Communiqué veröffentlicht, das erste Details zur geplanten Revision 2 des Standards IATF 16949 offenlegt. Die Überarbeitung basiert auf Stakeholder-Feedback und soll den ...