Tuesday, April 07, 2026

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IRIS rev. 4: Was auf die Bahnindustrie zukommt

Die Qualitätsanforderungen im Bahnsektor entwickeln sich kontinuierlich weiter. Mit der geplanten Revision der ISO 9001, möglichen Harmonisierungsschritten zwischen ECM und IRIS sowie häufigen Missverständnissen rund um ISO 22163 und IRIS rev. 4 stehen für viele Organisationen wichtige Fragen im Raum. In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf aktuelle Entwicklungen, erklären zentrale Zusammenhänge und zeigen, welchen Mehrwert eine IRIS rev. 4 Zertifizierung für Unternehmen der Bahnindustrie bietet.

ISO 9001 Revision – Was das für IRIS rev. 4 bedeutet

Die nächste Revision der ISO 9001 steht bevor. Für Unternehmen im Bahnsektor ist diese Entwicklung besonders relevant, da sie mittelbar Auswirkungen auf die ISO 22163 und damit auch auf die IRIS rev. 4 Zertifizierung haben wird.

Die Veröffentlichung der überarbeiteten ISO 9001 wird derzeit für Herbst 2026 erwartet. Anschließend wird eine Anpassung der ISO 22163 erfolgen. Erfahrungsgemäß gilt für Normrevisionen eine Übergangsfrist von rund drei Jahren, innerhalb derer Organisationen ihre Managementsysteme entsprechend anpassen müssen.

Sollte dieser Zeitplan bestätigt werden, ergibt sich für IRIS-zertifizierte Unternehmen ein realistischer Planungshorizont bis etwa Herbst 2029, bis auch die Transition im Rahmen der IRIS rev. 4 Audits abgeschlossen sein muss.

Aus heutiger Sicht wären detailliertere Prognosen jedoch spekulativ. Für Entscheidungsträger im Qualitätsmanagement lässt sich dennoch bereits festhalten: Die nächste größere Anpassungsphase für Managementsysteme im Bahnsektor zeichnet sich für den Zeitraum 2026 bis 2029 ab. Eine frühzeitige strategische Planung kann dabei helfen, spätere Umstellungsaufwände deutlich zu reduzieren.

ECM und IRIS rev. 4 – Perspektiven für mehr Harmonisierung

Parallel dazu wird auf internationaler Ebene daran gearbeitet, die Anforderungen verschiedener branchenspezifischer Systeme stärker zu harmonisieren.

Seit 2024 beschäftigt sich eine eigene Arbeitsgruppe mit der Frage, in welchem Umfang ECM-Anforderungen und IRIS rev. 4 miteinander kompatibel sind und ob künftig gegenseitige Anerkennungen oder Anrechnungen möglich werden könnten.

Erste Analysen zeigen bereits einen hohen Deckungsgrad, insbesondere bei den Funktionen ECM I, II und IV. Für Organisationen, die sowohl im Bereich Instandhaltung als auch in der Lieferkette der Bahnindustrie tätig sind, könnte sich daraus langfristig ein spürbares Potenzial zur Reduktion von Audit- und Nachweisaufwänden ergeben.

Die Arbeiten der internationalen Arbeitsgruppe werden derzeit fortgeführt. Über relevante Entwicklungen halten wir Sie selbstverständlich auf dem Laufenden.

ISO 22163 vs. IRIS rev. 4 – ein häufiger Irrtum
In Gesprächen mit Unternehmen im Bahnsektor zeigt sich immer wieder ein Missverständnis: Eine Zertifizierung nach ISO 22163:2023 wird teilweise mit einer IRIS rev. 4 Zertifizierung gleichgesetzt. Tatsächlich bildet die ISO 22163 jedoch lediglich eine von mehreren Grundlagen der IRIS-Zertifizierung. Eine vollständige IRIS rev. 4 Zertifizierung umfasst zusätzlich:

  • das IRIS Certification® Performance Assessment
  • sowie die IRIS Certification® Technology, inklusive Audittool, IRIS-Portal und IRIS Certification® Database.

Erst das Zusammenspiel dieser Elemente – sowie ein Audit durch eine der weltweit 16 zugelassenen IRIS-Zertifizierungsgesellschaften, wie beispielsweise Quality Austria – ermöglicht eine offizielle IRIS-Zertifizierung mit entsprechender internationaler Anerkennung.

Für Organisationen bedeutet das: Der eigentliche Mehrwert von IRIS liegt nicht allein in der Normkonformität, sondern in der systematischen Leistungsbewertung innerhalb des globalen Bahnsektors.

Der Mehrwert einer IRIS rev. 4 Zertifizierung
Eine erfolgreiche IRIS rev. 4 Zertifizierung bietet Unternehmen im Bahnsektor mehrere konkrete Vorteile:

  • Internationale Sichtbarkeit. Zertifizierte Organisationen werden im IRIS-Portal registriert und sind dadurch weltweit für Bahnunternehmen und Systemintegratoren als potenzielle Lieferanten auffindbar.
  • Branchenspezifischer Auditfokus. IRIS-Audits bewerten nicht nur das Managementsystem, sondern auch produkt- und prozessbezogene Aspekte der Eisenbahnindustrie.
  • Hochqualifizierte Auditor:innen. Weltweit sind rund 300 speziell qualifizierte IRIS-Auditor:innen zugelassen, die strenge Anforderungen erfüllen und sich kontinuierlich weiterbilden.
  • Reifegradbewertung des Managementsystems. Anstelle einer rein binären Entscheidung („Zertifikat ja/nein") erfolgt eine differenzierte Bewertung des Managementsystem-Reifegrads. Dadurch erhalten Organisationen wertvolle Hinweise auf ihre Entwicklungspotenziale.
  • Quality Performance Level (QPL). Das jährlich ausgestellte QPL-Zertifikat macht die Leistungsfähigkeit einer Organisation im Hinblick auf Kennzahlen, Managementsystemumsetzung und Kundenwahrnehmung sichtbar.
  • Zusätzliche ISO 9001 Zertifizierung. Unternehmen mit erfolgreicher IRIS rev. 4 Zertifizierung können ohne zusätzliche Audits auch ein ISO 9001 Zertifikat erhalten.
  • Basis für integrierte Managementsysteme. Dank der High-Level-Struktur lässt sich IRIS effizient mit weiteren Normen wie ISO 14001 oder ISO 45001 zu einem integrierten Managementsystem verbinden.

Fazit

Auch wenn konkrete Änderungen derzeit noch nicht vollständig absehbar sind, zeichnet sich bereits ab, dass die kommenden Jahre wichtige Weiterentwicklungen für Managementsysteme im Bahnsektor bringen werden. Die geplante Revision der ISO 9001, mögliche Harmonisierungsschritte zwischen ECM und IRIS sowie die Weiterentwicklung der IRIS rev. 4 Anforderungen unterstreichen die Dynamik in der Branche. Für Unternehmen lohnt es sich daher, diese Entwicklungen frühzeitig zu beobachten und strategisch zu berücksichtigen – um Anpassungen rechtzeitig zu planen und die Vorteile eines leistungsfähigen, branchenspezifischen Managementsystems optimal zu nutzen. 

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