Montag, Juli 06, 2026

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Bau | Immobilien

Sie sind eher klein, in der breiten Öffentlichkeit oft unbekannt und doch ein wesentliches Mosaiksteinchen der globalen Wirtschaft. Die Hidden Champions, von denen Österreich überproportional viele hervorgebracht hat – nicht wenige davon aus der Bauwirtschaft. Der Bau & Immobilien Report stellt einige von ihnen vor und zeigt, welche Erfolgsfaktoren und -geheimnisse alle gemeinsam haben.

Schachfiguren mit König oder Dame mittig in Orange
Bild: iStock

 

Wenn von österreichischen Weltmarktführern die Rede ist, fallen meist bekannte Namen großer Unternehmen wie Red Bull, Swarovski oder Palfinger. Dabei hat Österreich noch weitaus mehr zu bieten. Vielfach unter dem Radar fliegen zahlreiche versteckte Weltmarktführer, die Hidden Champions. Geprägt wurde der Begriff vom deutschen Marketing-Professor Hermann Simon, der sich in den 90er-Jahren erstmals intensiv mit dem Thema beschäftigte und den erlauchten Kreis auch definierte. Laut Simon ist ein Hidden Champion ein in der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekanntes mittelständisches Unternehmen, das eine am Weltmarkt führende Position innehat. Konkret bedeutet das für österreichische Unternehmen bei einem Umsatz von weniger als 300 Millionen Euro entweder zu den Top 3 Unternehmen weltweit zu gehören oder die Nummer eins in Europa zu sein. Bei Unternehmen mit über 300 Millionen Euro Umsatz spricht man hingegen von großen Weltmarktführern.

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Bild: Erfolgsfaktor Innovation: »58 Prozent des Umsatzes machen Hidden Champions mit Produkten, die jünger als fünf Jahre sind«, erklärt Georg Jungwirth.

In Österreich beschäftigt sich Georg Jungwirth von der Fachhochschule der Wirtschaft CAMPUS 02 in Graz seit knapp 20 Jahren mit der Thematik. Laut Jungwirth verfügt Österreich mit Stand 1. Juni über 52 große Weltmarktführer mit einem Umsatz von mehr als 300 Millionen Euro und 194 Hidden Champions mit weniger als 300 Millionen Euro Umsatz. In Relation zur Landesgröße hat Österreich laut Jungwirth überproportional viele Weltmarktführer und Hidden Champions hervorgebracht. Die Mehrheit dieser Unternehmen stammt aus dem industriellen Umfeld – etwa aus dem Maschinenbau, der Metallverarbeitung oder der Elektronikindustrie. Überproportional vertreten ist aber auch die Bau- und Bauzulieferindustrie. Für den Bau & Immobilien Report hat Jungwirth seine Akten durchforstet und einige bekannte und weniger bekannte Weltmarktführer und Hidden Champions ausgegraben (siehe Tabelle im Bau & Immobilien Report zum Thema: https://online.fliphtml5.com/jlgle/Bau_REPORT_06_26/#p=04 ).

Erfolg entsteht in der Nische
Die Mehrheit der österreichischen Hidden Champions ist im B2B-Bereich tätig. Es sind meist Familienbetriebe mit einem hohen Exportanteil von durchschnittlich 85 %. »Österreich als Absatzmarkt wäre viel zu klein, um Hidden Champions hervorzubringen.« Der zentrale Erfolgsfaktor von Hidden Champions ist die konsequente Spezialisierung. Statt sich im Wettbewerb mit globalen Großkonzernen auf Massenmärkten zu messen, konzentrieren sie sich auf klar definierte Nischen. Ihr Ziel ist laut Jungwirth nicht, möglichst viele Produkte anzubieten, sondern in einem bestimmten Segment die technologische Führungsrolle einzunehmen.


Weitere Gemeinsamkeiten der Hidden Champions sind eine überlegene Produktqualität und hohe F&E-Ausgaben. »Im Schnitt werden 9,7 % des Umsatzes in die Forschung investiert. 58 % des Umsatzes machen Hidden Champions mit Produkten, die jünger als fünf Jahre sind«, so Jungwirth. Ein weiteres Erfolgsgeheimnis sind die Mitarbeiter*innen und die Kundenorientierung. Im Schnitt 81 % des Umsatzes werden mit Stammkunden gemacht, es gibt wenig Krankenstandstage und eine sehr niedrige Personalfluktuation von nur 2,7 %.


Erfolgsgeheimnisse der Hidden Champions

1. Überlegene Produktqualität
2. Hohe F&E-Ausgaben von knapp 10 Prozent des Umsatzes
3. Klare Fokussierung auf Marktnischen
4. Meist Familienunternehmen
5. Hochleistungsmitarbeiter
6. Frühe Internationalisierung
7. Extreme Kundenorientierung

 

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