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SIGNA Korneuburg: Kost ja nix – außer Zeit und Reputation
Mit der Hafen Korneuburg Immobilien GmbH & Co KG ist eine weitere Projektgesellschaft aus dem einstigen SIGNA-Geflecht pleite. Was als ambitioniertes Stadtentwicklungsprojekt begann, endete in einem bürokratischen und finanziellen Fiasko. Ein Kommentar von Walter Senk
Es sollte ein Leuchtturmprojekt werden: Auf dem 15 Hektar großen Areal der ehemaligen Werft Korneuburg wollte der SIGNA-Konzern einen lebenswerten Wohnraum für rund 1.500 Menschen schaffen. Eine halbe Milliarde Euro sollte in die Entwicklung des neuen Stadtteils fließen. Doch aus der Vision wurde ein Millionen-Desaster.
Das finanzielle Fiasko
Im Frühjahr 2025 wurde das Projektende endgültig besiegelt, laut Creditreform stellte nun die projektfinanzierende Bank den Kredit fällig. Jetzt ist das finanzielle Fiasko mit rund 40 Millionen Euro relativ überschaubar, wenn man das bei dem gesamten SIGNA-Konstrukt so sagen kann. Trotzdem sind etliche Gläubiger betroffen. Gläubiger klingt ein bisschen „weit entfernt“, aber es handelt sich um Unternehmen, die schon ihre Arbeit aufgenommen haben, also Zeit und Geld investierten, weil sie an dieses Projekt glaubten … und an die Stabilität der SIGNA.
Bei der Bank wird man sich nicht allzu viele Sorgen machen müssen, da diese durchaus ein Pfandrecht an der Liegenschaft haben könnte. Abgesehen davon ist sie ja Kummer gewöhnt. So freigiebig wie die Banken in den letzten Jahren vor der Notbremsung Kredite verteilt haben, so zurückhaltend sind sie jetzt – aber das ist eine andere Geschichte.
Das bürokratische Fiasko
Zu den Unternehmen, die durch die Finger schauen, kommt noch die Bürokratie – und das ist der zweite Teil des Desasters. Da wurden nämlich schon Ämter und Verwaltungsbehörden im großen Stil beschäftigt – zum Beispiel mit einem UVP-Verfahren, das mittlerweile eingestellt ist. „Kost ja nix“ beziehungsweise hat „eh nix kost“. Jetzt will ich ja nicht kleinmütig erscheinen, aber mit DEM behördlichen Aufwand, der für dieses Projekt bis zur Einstellung getätigt wurde, hätte man durchaus das eine oder andere sinnvolle Wohnprojekt durchziehen können.
Das Image-Fiasko
Unabhängig von allem: Der Zusammenbruch des SIGNA-Konstrukts ist seit dem 29. November 2023 in den Medien präsent. An diesem Tag meldete die SIGNA Holding GmbH (die Muttergesellschaft des Firmenimperiums) beim Handelsgericht Wien offiziell Insolvenz in Form eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung an. Dieser fortdauernde Verfall färbt mit jeder Insolvenz und mit jeder weiteren Seltsamkeit – ich meine hier die Stiftungen – immer wieder auf die Immobilienwirtschaft ab. Wir aus der Branche wissen, dass von der Bevölkerung im Allgemeinen alles in einen Topf geworfen wird, und dann sind eben wieder die „Immobilienhaie“ schuld. Was hier rund um diese SIGNA-Insolvenz angerichtet wurde, spottet jeder Vernunft und jeder Beschreibung. Ja, es wird uns noch – wie ein Brancheninsider bereits Ende 2023 anmerkte – sehr lange verfolgen. Übrigens ist mir jetzt erst wieder bewusst geworden, wie lange sich das schon hinzieht. Daher: Die wirklich Verantwortlichen sollten hier zur Verantwortung gezogen werden.
Ich weiß, das ist ein frommer Wunsch, wenn man sich die Verstrickungen von Geld und Politik ansieht. Aber man wird sich ja wohl noch etwas wünschen dürfen.

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