- Details
- Bau | Immobilien
5-Punkte-Plan zur Dekarbonisierung
Der Verband der gemeinnützigen Bauvereinigungen sieht dringenden Handlungsbedarf beim Thema Heiz- und Kühlsysteme. Konkrete Maßnahmen sollen Abhilfe schaffen.
Die Dekarbonisierung des Gebäudebestands ist ein zentraler Hebel für das Erreichen der Klimaziele und stellt die gemeinnützige Wohnungswirtschaft zugleich vor große technische, wirtschaftliche und rechtliche Herausforderungen. Rechtsfragen zur Dekarbonisierung des Gebäudebestands werden derzeit auf ExpertInnenebene verhandelt. Der Verband der gemeinnützigen Bauvereinigungen, dessen 173 Mitglieder über 1 Million Wohnungen verwalten, stellt nun einen Plan zur raschen Dekarbonisierung vor.
Die Gebäudehülle steht – die Heizung nicht
Ein erster thermischer Sanierungszyklus der Wohnungen von gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBVs) ist weitgehend abgeschlossen. Der Handlungsbedarf liegt heute primär bei der Wärmeerzeugung – bei jenem Teil, der die Emissionen tatsächlich senkt. Letztes Jahr wurden im GBV-Bestand rund 6.900 Wohnungen von fossilen auf klimafreundliche Systeme umgestellt, ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Um das Ziel zu erreichen, bis 2040 fossilfrei zu heizen, wären rechnerisch rund 20.000 Heizungsumstellungen jährlich nötig – etwa das Dreifache.
Die Eigenmittel sind gebunden
Im gemeinnützigen Sektor gilt das Kostendeckungsprinzip. Bestandsinvestitionen werden im Wesentlichen über den Erhaltungs- und Verbesserungsbeitrag (EVB) finanziert, dessen Höhe gesetzlich geregelt ist. Das 3. und das 4. Mietrechtliche Inflationslinderungsgesetz (MILG) haben die Valorisierung des EVB gedeckelt beziehungsweise für 2025 ausgesetzt. Nach Berechnungen des Verbands summieren sich die EVB-Mindereinnahmen von 2024 bis 2027 auf 536 Millionen Euro. Aus eigener Substanz ist dieser Ausfall nicht zu decken, das Eigenkapital steckt bereits in Grundstücken, Wohngebäuden und Sanierungen.
Fünf-Punkte-Plan zur Dekarbonisierung
Zur Bewältigung der anstehenden Herausforderungen ist aus Sicht des Verbandes folgender Fünf-Punkte-Plan dringend umzusetzen:
- EVB anpassen und langfristig werterhaltend ausgestalten. Ohne planbare Erhaltungsmittel gibt es keine planbare Dekarbonisierung.
- Gezielt fördern beim Umstieg auf neue Heiz- und Kühlsysteme. Klimaschutz darf nicht ausschließlich über die Wohnkosten der MieterInnen finanziert werden.
- Zentrale statt individueller Lösungen, bei Wärme wie bei Kühlung. Der Ersatz dezentraler Gasthermen durch zentrale Systeme ist der technische Schlüssel im schwierigsten Bestandssegment. Dasselbe gilt für die Kühlung: Einzelgeräte in einzelnen Wohnungen sind weder energetisch noch wirtschaftlich sinnvoll.
- Duldungspflichten klar regeln. Wer eine Anlage im gesamten Haus tauscht, braucht Rechtssicherheit über den Zugang zu einzelnen Wohnungen. Einzelne Wohnungen dürfen ein Gesamtprojekt nicht aufhalten.
- Erhöhungsverfahren beim EVB vereinfachen. Langwierige Verfahren blockieren Projekte, die auf Jahre budgetiert sind.
„Bei uns ist die thermische Sanierung der Gebäudehülle weit fortgeschritten. Jetzt geht es primär um Heizung und Kühlung – und dafür brauchen wir den EVB und eine verlässliche Förderung", unterstreicht KommR Mag. Michael Gehbauer, Obmann des Österreichischen Verbands gemeinnütziger Bauvereinigungen. „Wir gehen zuversichtlich in diesbezügliche Gespräche. Die Aufgabe ist lösbar." Mag.a Isabella Stickler, Obmannstellvertreterin, ergänzt: „Dekarbonisierung darf nicht an fehlender Planbarkeit scheitern. Wir brauchen Lösungen, die technisch funktionieren, wirtschaftlich darstellbar sind und gleichzeitig die Leistbarkeit des Wohnens sichern“.
- Details
ThemaThema
- Details
- Thema
Sorgenfrei außer Haus
- Redaktion
- 06.Juli.2026
- Details
- Thema
Design mit KI
- Karin Legat
- 02.Apr..2026
- Details
- Thema
KI ist nicht billig
- Bernd Affenzeller
- 02.Apr..2026
- Details
- Thema
»Strategisch muss KI auf Top-Ebene angesetzt werden«
- Bernd Affenzeller
- 01.Juli.2025
Bau & Wirtschaft
- Details
- Bau | Immobilien
5-Punkte-Plan zur Dekarbonisierung
- Bernd Affenzeller
- 21.Aug..2026
- Details
- Bau | Immobilien
Bauteilaktivierung ist Schlüsseltechnologie für kühle Gebäude
- Redaktion
- 21.Aug..2026
- Details
- Bau | Immobilien
»Dämmen statt Verheizen«
- Redaktion
- 17.Aug..2026
- Details
- Bau | Immobilien
Baumaschinen: Best of Einsatzberichte
- Redaktion
- 14.Aug..2026
- Details
- Bau | Immobilien
Mit Beton in die Zukunft
- Karin Legat
- 12.Aug..2026
- Details
- Bau | Immobilien
Aus Bestand wird Zukunft
- Alina Flatscher
- 10.Aug..2026
- Details
- Bau | Immobilien
Noch Krise oder schon mehr
- Constantin Pacher und Christoph Lintsche
- 06.Aug..2026
- Details
- Bau | Immobilien
Wenn aus Freiwilligkeit Notwendigkeit wird
- Nina Mitterdorfer und Antonia Rosenauer
- 04.Aug..2026
Leben & StilView all
- Details
- Köpfe
Infinigate: Sabine Hammer übernimmt Leitung DACH
- Redaktion
- 21.Aug..2026
- Details
- Leben & Stil
Wetterberichtigung
- Redaktion
- 20.Aug..2026
- Details
- Köpfe
Was mich geprägt hat
- Redaktion
- 20.Aug..2026
- Details
- Leben & Stil
Hochprozentiges in lichten Höhen
- Rhea Krčmářová
- 20.Aug..2026
Office & TalkView all
- Details
- Officetalk
Österreichs größte Baureserve steht leer
- Gerhard Popp
- 13.Juli.2026
- Details
- Officetalk
Datenkapital mit Seeblick: die erste Summer Edition der Bau Invest Lounge
- Bernd Affenzeller
- 06.Juli.2026
- Details
- Officetalk
Vier Blicke auf den Bestand: Wie die Zukunft des Bauens aussieht
- Gerhard Popp
- 03.Juli.2026
- Details
- Officetalk
Tragen durch Form: Das Siegerprojekt der Concrete Design Competition
- Bernd Affenzeller
- 02.Juli.2026
Produkte & ProjekteView all
- Details
- Produkte & Projekte
Kühle Nächte, angenehme Räume
- Redaktion
- 21.Juli.2026
- Details
- Projekte
Primetals: Brownfield-Conversion auf SAP S/4HANA
- Redaktion
- 20.Juli.2026
- Details
- Produkte & Projekte
Strom für die schweren Aufgaben
- Alina Flatscher
- 14.Juli.2026
- Details
- Produkte & Projekte
Viermal ÖGNI-Gold für PIER05
- Redaktion
- 13.Juli.2026