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25 Jahre Güteschutzgemeinschaft WDVS-Fachbetrieb ... und kein bisschen leise!
100 Teilnehmer*innen feierten im festlichen Rahmen in der Ottakringer Brauerei ein Vierteljahrhundert gelebte Qualität in der thermischen Fassadensanierung.
Bild: Der neue Obmann Thomas Walka überreichte den anwesenden Mitgliedern des Gründungsvorstands, Josef Kluger, Werner Zodl, Ernst Plöckinger und Elmar Hagmann in Vertretung von Wilhelm Sedlak, Ehrenurkunden.
Unter dem Motto »Gemeinsam schaffen wir Qualität« blickte die Güteschutzgemeinschaft WDVS-Fachbetrieb auf 25 Jahre erfolgreicher Arbeit zurück – von der ersten Idee im Jahr 1999 über die Vereinsgründung 2001 bis heute.
Die Idee hinter der Vereinsgründung ist rasch erklärt: 2001 haben sich führende Verarbeiter und Produkthersteller unter Mitwirkung der Landesinnung Bau Wien zusammengeschlossen, um höchstmögliche Qualität von Hightech-Fassadensystemen sicherzustellen. »Mit unserem Verein wollen wir die fachgerechte Verarbeitung für den Bauherren garantieren und Fehler im Neubau und der Sanierung vermeiden«, sagte der erste Obmann, Wilhelm Sedlak, anlässlich der Gründung. Seither wurden wesentliche Schritte in die gewünschte Richtung gesetzt: Von 2001 bis heute wurden mehr als 2.400 Zertifizierungsschulungen durchgeführt, zahlreiche Fachtagungen veranstaltet sowie für die Baupraxis wichtige Publikationen, technische Broschüren und Leitfäden erarbeitet und veröffentlicht.
Blick nach vorne
Die Veranstaltung bot aber nicht nur eine spannende Zeitreise durch die Vereinsgeschichte, sie eröffnete zugleich den Blick nach vorn: Der neu gewählte Vorstand unter Thomas Walka präsentierte aktuelle Schwerpunkte für die Zukunft, darunter die Weiterentwicklung von Fachpublikationen, die weitere Mitwirkung bei der Normenarbeit und den Wissenstransfer innerhalb der Branche. Das Ziel damals wie heute: die Qualität der Planung, Ausführung und Kontrolle von WDVS-Fassaden sichern und damit Schäden und Folgekosten zu vermeiden.
Zu Wort kamen bei der Jubiläumsgala neben aktuellen und ehemaligen Mitglieder der Güteschutzgemeinschaft auch die Experten Wolfgang Amann, Geschäftsführer des Instituts für Immobilien, Bauen und Wohnen, Christoph Scharinger von der gemeinnützigen Bauvereinigung Frieden und Clemens Hecht, Sprecher der Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme. Sie wurden von Moderatorin Christine Wahlmüller-Schiller zum Kurz-Interview auf die Bühne gebeten.
Wolfgang Amann gab einen Überblick über den aktuellen Sanierungsstatus in Österreich. Er verwies auf die sehr guten Sanierungsjahre 2009 bis 2012 und den darauffolgenden Absturz. Erst Ende der 2010er-Jahre sei es wieder bergauf gegangen mit dem All-Time-High an Sanierungsausgaben von 2,2 Milliarden Euro im Jahr 2024. Kritik übte er am überraschenden Aus der Förderung der thermischen Sanierung durch das Umweltministerium Anfang Februar 2026. Er gab aber auch zu bedenken, dass man die aktuellen Probleme »nicht mit Geld erschlagen kann«, es brauche auch wohn- und baurechtliche Anpassungen. Noch deutlicher wurde Clemens Hecht, der die Förderpolitik der aktuellen Regierung schlicht »katastrophal« nannte. Die fehlende Planungssicherheit sei pures Gift für die Sanierung. Er appellierte aber auch an alle Stakeholder, an einem Strang zu ziehen und nicht die Eigeninteressen in den Vordergrund zu stellen.
Nur so sei die nötige Trendwende möglich. Schließlich gehe es darum, auch in Zukunft auf diesem Planeten leben zu können. Christoph Scharinger warf ein, dass Förderungen im großformatigen Wohnbau wie z. B. im genossenschaftlichen Wohnbau, nicht der wichtigste Grund für Sanierungen sind, man müsse Leute auch dazu bringen, überhaupt sanieren zu wollen. Das sei bei den aktuell herrschenden rechtlichen Rahmenbedingungen gar nicht so einfach.
Nach dem offiziellen Teil bot der Abend auch viel Zeit für Networking und musikalische Unterhaltung.
»Gemeinsam schaffen wir Qualität«
Der neue Obmann der Güteschutzgemeinschaft WDVS-Fachbetrieb, Thomas Walka, im Kurzinterview.
Was sind aktuell die größten Herausforderungen für Ihre Mitgliedsbetriebe?
Thomas Walka: Wir sind ein Verein mit Fokus auf verarbeitende Fachbetriebe. Unser Motto lautet »Gemeinsam schaffen wir Qualität«. Leider wird diese Qualität von vielen Auftraggebern gar nicht eingefordert. In vielen Fällen zählt immer noch nur der Preis. Generell fehlt das Bewusstsein für den Stellenwert des WDVS. Dabei ist das WDVS ein Null-Fehler-Gewerk, das heißt, es erlaubt keine Fehler. Ein Baumaterial ist immer nur so gut wie der, der plant, und der, der einbaut. Das ist aber oft weder den Auftraggebern noch den Aufsichtsorganen bewusst.
Wie sehr leiden Ihre Mitgliedsunternehmen unter Billiganbietern?
Walka: Das ist natürlich ein großes Thema. Es gibt immer Dumpingangebote. Und wer heute billig baut, muss morgen teuer sanieren. Wir können und wir wollen Qualität liefern, aber Qualität kostet Geld.
Welche Pläne und Ziele haben Sie als neuer Obmann?
Walka: Ich komme selbst von der Auftraggeberseite. Mein erklärtes Ziel ist es, mehr Auftraggeber und Entscheidungsträger für unseren Verein zu gewinnen. Das WDVS ist für viele Auftraggeber immer noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Es fehlt auch das Wissen über die eigenen Aufgaben und Zuständigkeiten. Deshalb haben wir auch Hilfsmittel wie unsere Schadensfibel erarbeitet. Ich wünsche mir, dass sich die Auftraggeber aktiv bei uns einbringen und im technischen Arbeitskreis mitarbeiten und wir gemeinsam für mehr Qualität sorgen.
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