Montag, Juli 15, 2024

In der Rubrik »Fragen an die Politik« haben Vertreter der Bau- und Immobilienbranche die Möglichkeit, konkrete Fragen an Politiker zu formulieren. In der aktuellen Folge kommt Walter Wiedenbauer, Geschäftsführer Sto, zu Wort. Gerichtet wurde die Frage an Umweltminister Andrä Rupprechter.

Walter Wiedenbauer, Geschäftsführer Sto: Österreich überschreitet das jährliche CO2-Ziel der EU und muss Strafzahlungen leisten. Allein durch die Emissionen von Verkehr, Industrie und Raumwärme produziert unser Land mehr als 80 Millionen Tonnen CO2 jährlich und überschreitet das vorgegebene Ziel um 13 Millionen Tonnen. Wie hoch ist die jährliche Strafzahlung und welche Maßnahmen planen Sie in diesen Bereichen, um den CO2-Ausstoß künftig zu reduzieren?

Andrä Rupprechter, Umweltminister: Leider entsprechen die immer wieder kolportierten Zahlen nicht den Tatsachen. Ich möchte auch festhalten, dass Österreich zu keinem Zeitpunkt »Strafzahlungen« geleistet hat. Ein Teil der erforderlichen Treibhausgasreduktion stammt aus Klimaschutzprojekten in anderen Staaten. Das war in unserer Klimastrategie für das Kyoto-Ziel 2008–2012 auch so vorgesehen. Während der Kyoto-Periode lag unser Ankaufsvolumen bei knapp 14 Millionen Tonnen an vermiedenem CO2 pro Jahr. Zusammen mit den in Österreich umgesetzten Klimaschutzmaßnahmen wurde das Kyoto - I-Ziel also wie geplant erreicht. Die neue Strategie bis 2020 sieht ganz anders aus. Bestimmte Treib­ hausgasemissionen sind nicht vom EU-Emissionshandel umfasst und müssen gegenüber 2005 um 16 Prozent reduziert werden. Betroffen sind insbesondere die Bereiche Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft. Aktuell liegen wir bei etwa 12 Prozent Reduktion. Das Ziel für 2013 konnten wir um knapp drei Millionen Tonnen CO2 unterschreiten. Dies zeigt, dass wir wirksame Maßnahmen gesetzt haben – etwa bei der Sanierung von Gebäuden oder bei der Förderung von erneuerbaren Energieträgern. Diesen Weg werden wir entschlossen fortsetzen. Mittlerweile müssen wir noch weiter in die Zukunft blicken. Bei der Klimakonferenz in Paris wird es darum gehen, wie die Staatengemeinschaft das sogenannte 2°C-Ziel einhalten kann – bis 2030 und darüber hinaus. Langfristig sollen wir auf fossile Energieträger verzichten. Wir müssen unsere Anstrengungen sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene noch weiter verstärken. Schließlich sind die Auswirkungen des Klimawandels auch in Österreich bereits deutlich spürbar.

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