Dienstag, Juli 16, 2024

Der Bau & Immobilien Report hat prominente Branchenvertreter gebeten, einen Blick in die Kristallkugel zu werfen. (Teil 1)

Harald Greger, Geschäftsführer Aluminium-Fenster-Institut
»Wenngleich erste Zeichen einer Konjunkturerholung für 2014 prognostiziert sind, wird ein deutlicher Aufschwung weiter auf sich warten lassen. Für Partner der Gemeinschaftsmarke Alu-Fenster bedeutet das einmal mehr, ihre Qualität unter Beweis zu stellen. Mehr und mehr wird unter Qualität verstanden, im Gebäudelebenszyklus positiv zu punkten. Und da haben Alu-Fenster die besten Chancen, neue Markterfolge zu erzielen. Mit der Neueinführung der ›Richtlinien Metallbau‹, die auf hergestellte Produkte und agierende Betriebe selbst wirken, wird diese Qualitätsabgrenzung ab 2014 verdeutlicht. Die Richtlinien werden den Bauherren helfen, ihre Qualitätsanforderungen im Bereich der ausführenden Unternehmen zu verankern.«

Alfred Hagenauer, Geschäftsführer A-Null Bausoftware
»Wien wächst – das sollte für die Bauwirtschaft gut sein. In Zeiten der unsicheren Anlagen gibt es nichts Besseres, als Wohnungen zu finanzieren. Die Renditen sind vielleicht nicht so wie früher, dafür sicherer. Hoffentlich wird diese Chance nicht durch zu enge Spargesinnung gebrochen. Dann wird 2014 auch für A-Null ein gutes Jahr. Wir liefern die Werkzeuge, die Planer benötigen, um die Anforderungen zu erfüllen und geben dabei Sicherheit, da bereits das virtuelle Projekt geprüft werden kann und nicht erst der Bauschaden repariert werden muss.«

Wolfgang Kradischnig, Geschäftsführer DELTA
»Die Lebenszyklusorientierung wird in der Bau- und Immobilienbranche verstärkt Einzug halten. Im Hinblick auf Partnerschaftlichkeit, Kooperation und Fairness werden immer mehr Bauherren darin die Potenziale für höhere Kosten- und Qualitätssicherheit erkennen, obwohl es weiterhin leider auch Negativbeispiele für Unausgewogenheit zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern geben wird. Die strategische Differenzierung vom Mitbewerb wird auch in Bezug auf die Vermeidung eines noch härteren Preiswettbewerbs weiterhin erfolgsentscheidend sein – für Planer, Ausführende und Anbieter von Facility Services gleichermaßen.«

Christian Artaker, CEO Artaker CAD Systems
»Building Information Modeling ist nach wie vor ein beherrschendes Thema in Österreich.
Die generelle Bereitschaft seitens der Hochbau-Planungsbüros in BIM-Ausbildung zu investieren, ist hingegen noch gering. 2014 werden moderne und/oder internationale Bauherren vermehrt ein kohärentes 3D-CAD-Modell einfordern. Lebenszykluskostenanalysen und auf dem 3D-Modell mit Facility-Management-Lösungen aufzusetzen, werden den BIM-Trend vorantreiben.«

Kurt Karl, Geschäftsführer fischer Austria
»Nach einem von Unsicherheit geprägten Jahr 2013 gehen wir aufgrund der Prognosen der Wirtschaftsforscher von einem bescheidenen Wachstum von ca. 1,3 % aus, was jedoch maßgeblich von der neuen Regierung hinsichtlich der Investitionen in Infrastruktur und Wohnraumbeschaffung beeinflusst wird; zudem spielt die thermische Isolierung im öffentlichen Bereich eine für die Baubranche nicht zu unterschätzende Rolle in Österreich. Die Entwicklung in Südosteuropa sehen wir gedämpft positiv, jedoch ist die nicht vorhandene Liquidität nach wie vor ein großes Problem.«

Richard Wilkinson, Vorstand von Erste Group Immorent

»Immobilienmärkte spiegeln immer die Entwicklungen der Realwirtschaft wider. Bei beiden wurde 2013 in vielen Ländern Zentral- und Osteuropas die Talsohle erreicht. Inves­toren, Finanzierer und Entwickler fokussieren sich nun vermehrt aufs Neugeschäft. Die meis­ten Aktivitäten werden sich kommendes Jahr um risikoarme Core-Projekte in Core-Märkten drehen. Die beliebtesten Immobilienmärkte in Zentral- und Osteuropa werden Warschau und Prag bleiben, mittelfristig hat Bukarest gute Chancen, leichte Erholung sehen wir in Belgrad und Budapest.«

Clemens Demacsek, Geschäftsführer der GPH
»Die Mieten sind in den letzten Jahren rascher als die Einkommen gestiegen. Mittlerweile belasten Wohnen und Energie das Haushaltsbudget der Österreicher am stärksten. Deshalb wird leistbares Wohnen zum Dauerbrenner der nächsten Jahre. Angesichts steigender Energiepreise wird der Wärmedämmung in Zukunft noch größere Bedeutung zukommen, damit Heizkosten reduziert werden und Wohnen erschwinglich bleibt. Allen Dämmstoffkritikern zum Trotz: Energieeffizienz sollte nicht um jeden Preis, sondern zum besten Preis-Leistungs-Verhältnis erzielt werden, und genau das ist mit Styropor realisierbar.«

Erich Frommwald, Geschäftsführer der Kirchdorfer Gruppe
»2014 wird sowohl für den österreichischen Teil unserer Gruppe als auch für den internationalen Teil ein sehr herausforderndes Jahr, wobei sich durchaus aber auch genug Chancen ergeben werden. Wesentlich wird sein, ob die in der Pipeline befindlichen öffentlichen Aufträge tatsächlich 2014 zur Ausführung gelangen. Denn verschärft wird das Problem der Sparsamkeit in den öffentlichen Investitionen dadurch, dass jedenfalls auch Basel III und die damit einhergehende Zurückhaltung beim Vergeben von Krediten spürbar ist und noch spürbarer werden wird. Resümee: Vorsichtiger Optimismus – allerdings bei potenziellen höheren negativen Risikofaktoren.«

Arno Sorger, Geschäftsführer Haslinger Stahlbau

»Das abgelaufene Jahr 2013 war für Haslinger Stahlbau ein schwieriges, aber letztendlich doch ein sehr gutes Jahr. Gemeinsam mit unseren Auftraggebern haben wir die Herausforderungen der technisch anspruchsvollen Projekte gemeistert. Für das Jahr 2014 gehen wir insgesamt von einer leichten Verbesserung aus, da nunmehr doch wieder vermehrt Projekte größeren Umfanges am europäischen Markt platziert werden und somit auf ein größeres Investitionsvolumen insbesondere aus dem Industriesektor gehofft werden kann.«

Otto Ordelt, Geschäftsführer Knauf
»2014 wird ein sehr spannendes Jahr. Einige große Objekte von 2013, die sich durch diverse Gründe verzögert haben, laufen in das neue Jahr hinein und schaffen eine gewisse Grundauslastung. Nichtsdestotrotz ist es von großem Interesse, ob die neue Regierung die Konjunkturprogramme im Baubereich so modifizieren wird, dass die Bundesländer mitziehen können und die entsprechenden Bundesmittel für den Wohnbau auch fließen können. Fakt ist, dass in Österreich zu wenige Wohnbauten errichtet werden, obwohl ein Trend zur Urbanisierung erkennbar ist. All diese Faktoren werden das Jahr 2014 maßgeblich beeinflussen.«

Renate Jauk, Geschäftsführerin Lukas Lang Building Technologies
»Was genau das Jahr 2014 bringen wird, ist schwer zu antizipieren. Neben Energie- und Ressourcenschonung spielt auch die Barrierefreiheit eine zentrale Rolle. Der demografische Wandel bedeutet, dass Menschen bis ins hohe Alter selbstbestimmter leben wollen. Hier sind flexiblere Wohnformen, die beispielsweise mit unserem Baukastensystem umgesetzt werden können, gefragt. Die Zeit ist reif für ein Umdenken, für einen Paradigmenwechsel. Der Holzbau sollte bereits 2014 verstärkt in den Fokus der Projektentwickler und Unternehmer rücken. Denn gesundes Wohnen und Denken in Lebenszyklen haben nachhaltige Wirkung.«

Alfred Leitner, Branchenmanager Bauwesen Quality Austria
»Themen wie Energieeffizienz, Energiemanagement, umweltgerechtes, ökologisches und damit nachhaltiges Bauen werden noch wesentlich mehr an Bedeutung gewinnen. Viele Bauunternehmen verfügen schon jetzt über Managementsysteme, die sowohl Qualität, Umwelt, Arbeitssicherheit, Gesundheit und zunehmend auch Risikomanagement berücksichtigen. Für 2014 rechne ich mit einer Fortsetzung dieser Entwicklung. Architekten, Planer und Bauherrn werden aber auch 2014 weiterhin kaum diesen guten Beispielen folgen und ihre Organisationen nicht diesen Managementnotwendigkeiten anpassen und so auch 2014 für hohen und vor allem unnotwendigen Reibungsverlust sorgen.«

Bernhard Rabenreither, Geschäftsführer Maba Fertigteilindustrie
»Die rasch wachsende Bevölkerung in unseren Städten erfordert eine zügige Bauweise, um den dafür notwendigen Wohnraum zu schaffen. Betonarchitektur aus Fertigteilen ist die effizienteste und wirtschaftlichste Bauweise für großformatige sowie kleinere Wohn- und Reihenhausanlagen. 2014 wird für unsere Branche noch ein herausforderndes Jahr. Schaffen jedoch Politik und öffentliche Auftraggeber die Grundlagen, dann wird die Bauwirtschaft auch wieder zum Konjunkturmotor der Gesamtwirtschaft. Positive Effekte bringen sicher auch steuerliche Anreize für private Bauherren.«

Peter Leditznig, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb, Saint-Gobain RIGIPS Austria
»Im Allgemeinen wird für das Jahr 2014 ein leichter Aufschwung erwartet. Wir gehen eher davon aus, dass 2014 für die Bauwirtschaft ähnliche Ergebnisse bringen wird wie 2013. Solange wir nicht wissen, wie die neue Regierung aussieht und welche Rahmenbedingungen sie für die Belebung der Wirtschaft setzt, sind Prognosen nahezu unmöglich. Wünschenswert wäre, dass die neue Regierung einen Turbo zündet und endlich die Sanierungsrate von 1 % auf 3 % pro Jahr hebt. Ob es ein Turbo oder ein Bremsschirm in Form neuer Belastungen für die Unternehmen wird, werden die nächsten Wochen zeigen!«

Andreas Wolf, Geschäftsführer Mapei GmbH
»Wir können auf ein stabiles Wachstum in den ersten drei Quartalen dieses Jahres zurückblicken und sind mit der daraus resultierenden Umsatzsteigerung, die sich über alle Produktsparten erstreckt, äußerst zufrieden. 2014 werden wir unsere Aktivitäten entsprechend ausweiten, um das dezidierte Ziel zu erreichen, in jedem Produktbereich unter die Top 3 am Markt zu kommen. Ich persönlich habe mit Anfang August diesen Jahres die Position des Geschäftsführers bei Mapei und Mapei Betontechnik übernommen und freue mich über die kommenden Aufgaben und Herausforderungen!«

Peter Schnieper, Geschäftsführer Schindler Aufzüge und Fahrtreppen GmbH
»Der Aufzugsmarkt hat 2013 gehalten. Auch mittels breiter Produktpalette ist es Schindler gelungen, im kompetitiven Umfeld die hohen Erwartungen zu erfüllen. Für 2014 rechnen wir ebenfalls mit Stabilität, wobei wir bei den Sanierungen eine Verschiebung von Wien in die Bundesländer erwarten. Entsprechend den aktuellen Kundenansprüchen ist Schindler bestens gerüstet. Unsere Produkte haben speziell bezüglich Design, Flexibilität und Energieeffizienz noch einmal deutlich zugelegt und setzen damit Maßstäbe.«

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