Sonntag, Mai 26, 2024
Nachhaltig geklebt
OFI-Klebeexperte Martin Tonnhofer im Labor. (Fotocredit: OFI/Michael Pyerin)

»From cradle to grave« über den digitalen Zwilling bis hin zur Plasmavorbehandlung: Die aktuelle Forschung liefert der Klebetechnik viele Ansatzpunkte für nachhaltigere Produkte und Produktion - und in der Branche hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. 

Im Rahmen der OFI Klebefachtagung im November stellten Unternehmen ihre eigenen Best Practices zum Thema Nachhaltigkeit vor: Während das eine Unternehmen den Ansatz »from cradle to grave« verfolgt, in dem Kunststoff im besten Fall im Kreislauf wiederverwertet und nicht verbrannt wird, setzt eine andere Firma auf einen digitalen Zwilling ihrer Produktionskette, der sämtliche Prozesse digital abbildet, checkt, optimiert und damit Kosten und Ressourcen schont. Eine neue Beschichtungsanlage für Klebebänder sorgt wiederum in einem anderen Betrieb für zwei Drittel weniger Energieverbrauch.

»Die Beispiele aus der Praxis zeigen, dass Nachhaltigkeit in der Brache kein Fremdwort ist. Ganz im Gegenteil, hier hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan«, meint Martin Tonnhofer, OFI Experte für Klebetechnik. »Angewandte Forschung ist dabei ein essenzieller Bestandteil für die Weiterentwicklung.« Neben bereits umgesetzten Maßnahmen wurden auch die Vorteile der Plasmavorbehandlung, Sensorik für die in-situ Überwachung des Aushärteprozesses und Füllstoffe für reversible Klebungen in Photovoltaikmodulen behandelt. Diskutiert wurde auf der Tagung auch über Abfallvermeidung, Verpackungsalternativen, recycelten Kunststoff statt Erdöl sowie biobasierte Klebstoffe. Eines ging jedoch klar hervor: Das Potenzial zu (mehr) CO2-Neutralität steckt in jedem Unternehmen.

Neue Fortbildungsangebote

Mehr Nachhaltigkeit könnte sich auch für den Gewinn neuer Mitarbeiter*innen lohnen. Zukünftig will das OFI zudem auch eine individuelle, verkürzte Ausbildung für Klebepraktiker anbieten. Mitarbeiter*innen, die zum Beispiel nur für einen einzigen Arbeitsschritt im Klebeprozess verantwortlich sind, erhalten dabei in zwei bis drei Tagen ein Basistraining und das nötige Spezialwissen passend zu den Prozessen, mit denen sie sich beschäftigen sollen.

»Neben den Ausbildungen zu Klebpraktiker, Klebfachkraft und Klebfachingenieur, wollen wir künftig auch vermehrt individuelle Schulungen und Spezialtrainings anbieten«, so Tonnhofer. Dazu gehöre auch, regelmäßige Auffrischungsangebote zu nutzen, wie beispielsweise die OFI Refresher oder die jährlich stattfindende Internationale Klebefachtagung, die auch als klebtechnische Fortbildung im Rahmen der EWF-Personalqualifizierung anerkannt wird.

 

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