Dienstag, Mai 21, 2024
Personalabbau statt Erleichterung?
(Titelbild: iStock)

Wie Bauunternehmen mit Auftragsrückgang und Fachkräftemangel umgehen sollten, um gestärkt aus der aktuellen Krise hervorgehen zu können. Ein Gastbeitrag von Kaita Ronn.

Bauunternehmen sehen sich aktuell mit der Doppelbelastung aus der ungünstigen Auftragslage und dem zunehmenden Fachkräftemangel konfrontiert. Um diesem Spagat erfolgreich zu begegnen, bedarf es wirksamer Strategien, um Fachkräfte langfristig zu binden und gleichzeitig Kosten zu senken. Eine erfolgversprechende Methode besteht darin, in die Weiterbildung der vorhandenen Mitarbeiter zu investieren, um sie auf dem neuesten Stand zu halten. Durch Schulungen, individuelle Förderungen und Weiterbildungsmaßnahmen zeigen Betriebe ihren Mitarbeitern, dass sie geschätzt werden – und steigern so ihre Bindung an das Unternehmen.

Moderne Technologien und effiziente Arbeitsprozesse spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle. Durch die Optimierung der Arbeitsabläufe können Bauunternehmen ihre Produktivität deutlich steigern und den Fachkräftemangel teilweise kompensieren. Zusätzlich tragen attraktive Benefits wie wettbewerbsfähige Gehälter, ein gutes Betriebsklima, flexible Arbeitsmodelle, eine modern ausgestattete Arbeitsumgebung, betriebliche Zusatzleistungen, eine positive Unternehmenskultur oder berufliche Entwicklungsmöglichkeiten dazu bei, dass sich Fachkräfte für einen Betrieb entscheiden.

Rekrutierung und Nachwuchsgewinnung

Um ihren Personalbedarf langfristig zu decken, sollten Bauunternehmen den Fokus zudem auf den Nachwuchs richten. Durch die gezielte Rekrutierung und umfassende Weiterbildung junger Talente schaffen Betriebe eine solide Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft. Der Aufbau eines umfangreichen Netzwerks, die Nutzung von Social-Media-Kanälen und das Sammeln der nötigen Branchenkenntnisse sind dabei wichtige Schritte. Bei der Nutzung der sozialen Medien zur Mitarbeitergewinnung sollten die Unterschiede zwischen den einzelnen Stellen berücksichtigt werden. Verschiedene Plattformen können – abhängig von der Zielgruppe und ihren Vorlieben – für spezifische Positionen effizienter sein.

Erfolgsstrategien für Bauunternehmen in Krisenzeiten

Insgesamt können Bauunternehmen durchaus als Gewinner aus dem aktuellen Auftragsmangel hervorgehen. Wichtig ist, dass sie aktiv werden, statt nur passiv abzuwarten – so zum Beispiel, indem sie in ein starkes Employer Branding investieren, das die Werte, die attraktiven Arbeitsbedingungen und die Unternehmenskultur betont. Innovation und Diversifizierung können neue Geschäftsmöglichkeiten schaffen. Zudem ist eine ausgeprägte Kundenorientierung von entscheidender Bedeutung, um die Kundenbindung zu stärken.

Natürlich stellt sich die Frage, wie lange ein Bauunternehmen in einer Tiefphase ausharren kann, ohne Personal abzubauen. Entscheidend hierfür sind die finanzielle Situation des Betriebs und eine eingehende Analyse der Marktentwicklung. Alternative Maßnahmen wie Kurzarbeit können als kurzfristige Lösungen in Betracht gezogen werden, um Kosten zu senken, ohne wertvolle Mitarbeiter zu verlieren. Indem sich Bauunternehmen aktiv den Herausforderungen stellen, können sie nicht nur erfolgreich durch Tiefphasen navigieren, sondern auch eine solide Grundlage für die Zukunft schaffen.


Zur Person

Kaita Ronn ist Personalberaterin für die Baubranche und unterstützt mit der TOPEOPLE GROUP Bauunternehmen bei der Suche nach qualifizierten Fach- und Führungskräften. Unternehmen wie Strabag, Züblin, Drees & Sommer, Goldbeck und Vinci setzen auf das Team um Kaita Ronn. Die TOPEOPLE GROUP begleitet Kandidaten durch den gesamten Prozess und sucht auf Wunsch nach geeigneten Unternehmen für Fach- und Führungskräfte.

Info: https://www.topeople.de

(Foto: toppeople)

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