Dienstag, Oktober 04, 2022
Elektro am Bau

Die Anforderungen an saubere, leise und effiziente Baumaschinen steigen. Fehlt die Strominfrastruktur, kann das Bauprojekt nicht starten. Der Bau setzt daher auf Small statt Large.

Die Elektrifizierung hält Einzug auf der Baustelle, allerdings noch beschränkt auf batteriebetriebene Baumaschinen wie Bagger, Radlader, Drehbohrgeräte und Vibrationsplatten. »Elektroantriebe für das Equipment auf Hochbau-Baustellen und örtlich begrenzten Baustellen des Infrastruktur- und Ingenieurbaus sind leichter zu realisieren als auf Baustellen des Verkehrswegebaues«, informiert Werner Zenz, Geschäftsführer Zentrales Gerätemanagement bei Porr, wo seit Jahren auf Baumaschinen mit Elektroantrieb gesetzt wird.

Vielfach kann der Akku den gesamten Tag eingesetzt werden, geladen wird in der Nacht an einer normalen CEE-Drehstrom-Steckdose oder wie ein PKW an einer Schnellladestation. Klaus Finzel, Baumaschinen-Experte bei Zeppelin / Caterpillar, bestätigt das große Interesse der Baubranche. »Sie sind leise, weniger wartungsintensiv, helfen dem Unternehmen, die CO2-Bilanz zu verbessern.« Auf der nächsten bauma hofft das Unternehmen, neue Entwicklungen von Caterpillar präsentieren zu können.

Small statt Large

Der E-Schwerverkehr ist auf Baustellen kaum präsent, denn in der Tonnage liegen laut Scania die Grenzen für den Elektroantrieb, ebenso im Geländeniveau, bei Gewicht und Nutzlast. Aus der Baubranche wird das überwiegend bestätigt. Bei Steigungen etwa z.B. im Steinbruch und im unwegsamen Gelände sei der klassische Dieselantrieb fast alternativlos. »Künftig werden wir deutlich mehr Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb sehen«, blickt Jürgen Appel, Head of Technology Coordination bei Liebherr auf die nächsten Jahre. Erste Versuche mit E-Fahrzeugen laufen bereits. In der Logistik ist die E-Mobilität bereits angekommen, Leyrer + Graf setzt z.B. auf leichte E-Nutzfahrzeuge für den Transport von Personal und Material vom Lagerplatz zur Baustelle.

Dieselelektrischer Antrieb

Auf eine Antriebsalternative, die Zeppelin/Caterpillar erfolgreich einsetzt, verweist Klaus Finzel: die Dieselelektrik, die als Alternative für Leistungsbereiche ab ca. 150 kW infrage kommt und bei Caterpillar schon in Dozern, einem Radlader und in sehr großen SKWs zum Einsatz kam. Diesel treibt dabei direkt einen Generator an, der die Elektromotoren für Fahrantrieb und/oder Hydraulik versorgt. Für kleine Bagger gibt es Hybrid-Lösungen, bei denen zwischen Diesel- und Elektroantrieb hin- und her geschaltet werden kann. Die elektrische Energie kommt dabei per Kabel.

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