Dienstag, Februar 27, 2024

Mit der Zusammenlegung der Avnet-Büros in Österreich auf einen gemeinsamen Standort in Wien Schönbrunn zog das Unternehmen Bilanz und gab einen Ausblick auf die Marktsituation des neuen Jahres.


Avnet zählt mit ungefähr 11.700 Mitarbeitern zu den weltweit größten Distributoren für Elektronikbauteile sowie Netzwerk und Computerausstattung. Obwohl die sich verschlechternde Wirtschaftslage laut Konzernführung schon frühzeitig erkannt wurde, sieht man mit durchaus gemischten Gefühlen in das Jahr 2009. Während am amerikanischen Markt mehr als tausend Mitarbeiter entlassen wurden, erwartet Avnet derzeit für den europäischen Markt keine Freisetzungen durch die rechtzeitige Reaktion auf den Wirtschaftsabfall. Frei gewordene Positionen wurden schon im Vorjahr nicht sofort nachbesetzt und die Aufnahme neuer Mitarbeiter auf ein taktisches Mindestmaß begrenzt.

In diesem Zusammenhang ist auch die neue Niederlassung im Haus Schönbrunn ein weiterer Schritt zur effektiven Kapitalnutzung und vereint gut achtzig Mitarbeiter der einzelnen Avnet-Divisionen unter einem Dach. Der Wirtschaftsstandort Wien wird schließlich von vielen Unternehmen als Tor zum Osten Europas verstanden, so auch von Avnet. Dazu Slobodan Puljarevic, Präsident EBV Elektronik: "Die exzellente Infrastruktur hat uns schon vor Jahren bewogen Wien zu unserer zentralen Anlaufstelle für die Märkte in Osteuropa zu machen."

Finanzierung von Projekten
Während die Banken sich mehr und mehr aus dem Bereich der Unternehmensfinanzierung zurückziehen, erfreut sich die Kreditfinanzierung von Partnern durch Avnet großer Beliebtheit. Der sich abzeichnende Trend, dass immer mehr große Unternehmen eine enge Kundenverflechtung durch Partnerkredite suchen, wird somit weiter intensiviert. 
Auch Avnet bietet den Partnerunternehmen die Chance eine Projektfinanzierung in Anspruch zu nehmen. Claudia Müller, Credit und Financial Manager, bestätigt hierbei auch den Vorteil für viele heimische Unternehmen, die sich in der Vergangenheit durch starke Leistungen und pünktliches Erreichen der Zahlungsziele ausgezeichnet haben.

Es ist vorgesehen, den Sektor der Projektfinanzierung weiter zu forcieren um eine bessere Marktdurchsetzung und Kundenbindung für sich selbst, sowie auch für Partner, zu erreichen. "Wir wollen Marktführer in Wachstum, Innovation, Wertsteigerung und Effizienz sein und so entscheidend zum Erfolg unserer Kunden und Hersteller beitragen", so Judith Ecker, Managing Director für Österreich.

Die Aussicht auf 2009
Die Prognosen für den Halbleitermarkt sind denkbar schlecht, die erwarteten Umsätze sollen 2009 auf 247 Milliarden Dollar sinken. Das würde einen Rückfall auf den Stand von 2006 bedeuten. Der Halbleitermarkt ist ein vielerlei Hinsicht von der Gesamtwirtschaftslage abhängig, da die Bauteile im gesamten Spektrum neuer Produkte vorkommen. Vom Mobiltelefon zum Computerbildschirm, vom MP3-Player zum Kfz. Weltweit soll der Elektronikgerätemarkt im Jahr 2009 um etwa 10 Prozent einbrechen. In diesem Zusammenhang ist auch die Abwanderung eines Großteils der Computer- und Kommunikationsproduktion ein Schlag für den Standort Europa. Es ist fraglich, ob die stärkere Tendenz zum Absatzmarkt für die innereuropäische Region nicht eine Einbahnstraße darstellt, selbst wenn Unternehmen wie Avnet neue Chancen als Distributoren sehen.

Die Situation soll sich noch bis Mitte des Jahres verschlechtern, allerdings gibt sich das Management von Avnet optimistisch und erwartet die ersten Umsatzsteigerungen in der zweiten Jahreshälfte. Schließlich, so der Tenor, führt kein Weg an den Halbleitern vorbei, die in jedem elektronischen Gerät verbaut werden. Sobald also der Absatz neuer Technologien steigt, soll der Komponentenmarkt wieder einen Aufschwung erleben. Wie es sich auch nach dem starken Einbruch des Jahres 2000 deutlich gezeigt hat.

Ob und wie der prognostizierte Aufschwung in der zweiten Hälfte des neuen Wirtschaftsjahres den Herstellern wieder ruhigere Zeiten bescheren wird, bleibt aber weiterhin abzuwarten. Zumal die allgemeinen Prognosen für eine Verbesserung erst auf die Jahre 2010 und 2011 verweisen.

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