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Digitale Geduld sinkt
Internetnutzer verlieren zunehmend die Geduld: Mehr als die Hälfte (56 Prozent) bricht digitale Anwendungen ab, wenn sie nur wenige Sekunden warten müssen. Vor allem bei Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz sind die Erwartungen hoch. Das zeigt eine Umfrage von YouGov in Deutschland im Auftrag des Internetknoten-Betreibers DE-CIX.
Bei KI wird der Anspruch an Echtzeit deutlich: 54 Prozent der Nutzer erwarten eine Antwort innerhalb weniger Sekunden, darunter sieben Prozent, die sogar eine nahezu sofortige Reaktion in weniger als zwei Sekunden voraussetzen. Nur 27 Prozent sind bereit, länger als zehn Sekunden zu warten – etwa dann, wenn die Qualität der Antwort steigt. Mit neuen Technologien wie KI verschiebt sich die Erwartung zunehmend in Richtung Echtzeit. 43 Prozent der Befragten sagen, dass sie heute weniger Geduld mit digitalen Anwendungen haben als noch vor einigen Jahren.
Ladezeiten werden zum entscheidenden Erfolgsfaktor
Auch bei klassischen digitalen Diensten ist die Geduld begrenzt: 56 Prozent der Befragten warten höchstens zehn Sekunden, bis eine Website oder ein Online-Dienst vollständig geladen ist, und brechen Anwendungen ab, wenn diese zu langsam reagieren. Schnelle Ladezeiten werden damit zum zentralen Kriterium für den Erfolg digitaler Angebote.
In datenintensiven Anwendungen wie Streaming oder Online-Gaming sind die Erwartungen ebenfalls hoch: Knapp zwei Drittel der Nutzer (64 Prozent) warten maximal 20 Sekunden, bis ein Video startet. Beim Gaming geben 84 Prozent der Spieler an, dass Verzögerungen (Lags) ihr Nutzererlebnis negativ beeinflussen. Zudem sagen 41 Prozent der Befragten, dass sie sich vor allem beim Streaming über lange Ladezeiten ärgern, gefolgt von Online-Zahlungen (37 Prozent) sowie Downloads und System-Updates (34 Prozent). Bei mehr als jedem Zweiten (53 Prozent) beeinflusst die Geschwindigkeit eines digitalen Dienstes das Vertrauen in dessen Qualität.
„Die digitale Geduld der Deutschen sinkt – ob bei Websites, Streaming, Gaming oder KI-Anwendungen“, sagt Ivo Ivanov, CEO von DE‑CIX. „Was dabei oft unterschätzt wird: Schnelligkeit ist für viele Nutzer inzwischen ein Zeichen von Qualität. Wenn Anwendungen zu lange brauchen, schwindet das Vertrauen. Die Umfrage zeigt deutlich, dass Echtzeit-Nutzung längst kein optionales Qualitätsmerkmal mehr ist, sondern eine Grundvoraussetzung für digitale Angebote. Mit immer mehr datenintensiven Anwendungen steigt deshalb auch der Anspruch an die digitale Infrastruktur, Inhalte zuverlässig und ohne spürbare Verzögerungen bereitzustellen.“
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