Öl-Party zu Ende

Was sind Nachrichten von gestern wert? Nicht viel, könnte man meinen. Vor allem, wenn es sich dabei um Wirtschaftsnachrichten aus dem Bereich Energie handelt.

Wenn in einem soeben in deutscher Übersetzung erschienenen Buch von Ölpreisen jenseits der 140 Dollar die Rede ist, wirkt es alt. Dass die Originalfassung vom Juni des Vorjahres stammt, ist kein Trost. Und wenn man dann liest, dass das Buch bereits im Jahr 2003 geschrieben und im Vorjahr nur aktualisiert wurde, könnte die spontane Reaktion sein, das Buch gleich ad acta zu legen. Was im Falle von »Öl-Ende« – im Original: »The Party’s Over« – schade wäre. Denn der kanadische Autor Richard Heinberg zeichnet auf über 400 Seiten die Entwicklung des Rohstoffs Erdöl nach, versucht nachzuweisen, dass der Peak Oil in der Förderung bereits erreicht ist und geht im Detail auf die notwendige Energiewende und auf Alternativen zum Erdöl, wie Gas, Kohle, Kernkraft, aber auch alternative Energieträger wie Sonne, Wind, Erdwärme oder Wasserstoff ein. Und solche Informationen sind auch oder gerade heute aktuell, wenn auch die wirtschaftlichen Fakten dahinter heute andere sind als bei Erscheinen der Originalfassung.


Richard Heinberg: Öl-Ende. Riemann Verlag, München. 21,60 Euro.

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