Sonntag, Juni 16, 2024

Die Sunshore-Vakuumröhre liefert eine unschlagbare Effizienz in der Solarthermie in Österreich.Eine technologieübergreifende Kooperation verschafft Häuslbauern und Gewerbetreibenden effiziente Solaranlagen und Energiespeicher für die Warmwasseraufbereitung, Heizungsunterstützung und Raumlüftung.

 

Der Wiener Michael Hsu, Österreichpartner des Solarthermieproduzenten Sunshore Solar Energy, liefert Vakuumröhrenkollektoren für Warmwasserspeichersysteme und Heizungsunterstützung. Zusammen mit dem niederösterreichischen Ingenieurbüro Wolfgang Widhalm rüstet er Wohnhäuser und Firmenstandorte mit »Solar Keymark«-zertifizierten Solaranlagen auf. Die Sunshore-Röhren sind im Leistungstest deutlich kostengünstiger als herkömmliche Flachkollektoren und erreichen aufgrund der Isolationswirkung des Vakuums im Winter eine Mehrleistung von bis zu 100 Prozent. Durch die Vakuumkollektoren gesammelte Energie wird über einen Wärmetauscher in einem Pufferspeicher gelagert.

Auf diesen Bereich hat sich Wolfgang Widhalm spezialisiert. Der Ebreichsdorfer Ingenieur fokussiert seit über 30 Jahren auf erneuerbare Energien und Wärmetechnik. Seine jüngst patentierte Erfindung ist der Schichtladespeicher »Energy Safe«. Diese innovative Entwicklung übertrifft mit Raffinesse am Markt bekannte Speichersysteme. Der Speicher­inhalt wird bei Solaranlagen üblicherweise zusätzlich mit konventionellen Heizquellen wie Pelletsöfen, Gasbrenner oder Wärmepumpen auf das für den Gebrauch benötigte Temperaturniveau aufgeheizt. Über speziell geformte Ladelanzen, deren Funktionsweise auf einfache physikalische Prinzipien von strömendem Wasser beruht, kann Widhalms Speicher je nach zufließender Wassertemperatur in von oben nach unten verlaufenden Temperaturzonen, mit verschiedenen Wärmequellen gleichzeitig, beladen werden. Je heißer das Wasser ankommt, desto höher wird die Einspeisung angesetzt. Die patentierte Lösung lässt einfaches Temperaturmanagement ohne aufwändige Regelung mit Pumpen und Ventilen und damit verbundenem Stromverbrauch zu. Die besondere Bauweise des Schichtspeichers verhindert mittels einer getrennten, strömungsfreien Kernzone nahezu vollständig ein Durchmischen der unterschiedlichen Temperaturzonen. Die Folge: Erhaltung der höchsten nutzbaren Temperatur im oberen Bereich, Verminderung des Zuheizungsaufwandes sowie Gewährleistung optimaler Ladezyklen der Solaranlage durch konstant niedrigere Temperaturen im untersten Bereich. Somit ist eine Steigerung der Energieeffizienz der gesamten Heizanlage um bis zu 50 Prozent möglich. »Eine Trennung der schichterhaltenden Kernzone von außenliegenden sowie diagonal angesetzte Be- und Entladesegmente verhindern auch die Innenzirkulation durch Abkühlung am Mantel des Speichers«, erklärt Widhalm. Bei der Konstruktion des Energiesafe griff er auf die jahrelange Berufserfahrung bei Energieoptimierung von Heizsystemen und sein Ingenieursverständnis zurück. Dabei ging es auch um praktische Überlegungen. »Der Speicher kann vor Ort geschweißt werden«, erklären die beiden Energieexperten. »Damit können endlich auch sinnvolle Speichergrößen über 2.000 Liter in bereits errichteten Häusern eingesetzt werden.«

Infos: www.sunshore.at und www.widhalm-optimiert-energie.at


Österreichische Erfindung

Ein burgenländisches Start-up erfindet die Luftwärmepumpe neu und bringt ein innovatives Heizsystem auf den Markt. Die Verbindung einer Photovoltaik-Anlage mit einer Luftwärmepumpe holt Energie aus Sonne und Luft mit einer überdurchschnittlichen Effizienz – zum Heizen, Kühlen und für die Warmwasserbereitung. Die Erfindung des Unternehmens Cleen Solair erzielt nun eine »unschlagbare Jahresarbeitszahl von bis zu 8«, wie es heißt. Dies sei doppelt so viel wie bei einer herkömmlichen Erdwärmepumpe. Mit dem System sollen sich Anwender zusätzlich aufwändige Montagearbeiten wie Grabungen oder Tiefenbohrungen sparen können. Dadurch werden allein die Investitionskosten um mehr als ein Drittel gesenkt. Durch die Kombination von Photovoltaik-Modulen und einer Luftwärmepumpe sind auch die jährlichen Betriebskosten wesentlich geringer als die von herkömmlichen  Heizsystemen. Produktentwickler Erwin Stricker und Armin Ziegler, Spezialist für Marketing und Vetrieb, haben im Sommer 2010 in Siegendorf Cleen Solair  gegründet. Die gleichnamige Luftwärmepumpe wird im Freien installiert, die Photovoltaik-Paneele auf dem Dach. In ein bis zwei Arbeitstagen ist das aufgestellt und betriebsbereit.

Info: www.cleen.at


Mit der Sonne gekühlt


Mit einer solaren Prozesskälteanlage bei dem Werkzeugbauer Rauch unterstützt der oberösterreichische Solarthermiespezialist Gasokol den Antrieb einer Absorptionskältemaschine für präzise Fertigungsprozesse im Produktionsbetrieb. Technisch umgesetzt wurde das Projekt von dem niederösterreichischen Gasokol-Partner Heizungsbauer Gartner. »Die Anlage zur Raumkühlung von einem Büro- und drei Produktionsgebäuden arbeitet zu unserer vollsten Zufriedenheit«, betont Betriebsgründer Gerhard Rauch, der den Auftrag für dieses umweltfreundliche und energiesparende Pionier-Projekt gab. Außerdem sorgt die thermische Solaranlage ganzjährig für Warmwasser und in den Übergangsmonaten für die Heizungsunterstützung.

Für den Wärmeantrieb der 80-kW-Absorptionskältemaschine mit 4.000-Liter-Kältepuffer wurde die Solaranlage mit einer Gesamtfläche von 264 m² installiert. Die Montage der Kollektoren erfolgte als Kombination von Aufdachkollektoren mit einer Bruttokollektorfläche von 120 m² und von dachintegrierten Großflächenkollektoren mit einer Bruttokollektorfläche von 144 m². »Die bestehende Wärmepumpenkaskaden-Anlage mit Kühlfunktion dient zum Ausgleich der Spitzenlasten und wird nur bedarfsabhängig dazugeschaltet«, erklärt Heizungsbauer Martin Gartner. Ein sensibles Thema bei solaren Kältemaschinen stellt der Bereich Rückkühlung dar. Normalerweise kommen bei derartigen Kühlanlagen offene oder geschlossene Rückkühler zum Einsatz, die Abwärme ins Freie abführen. »In diesem Fall können bestehende Entnahme- und Schluckbrunnen der Wärmepumpen auch für die Rückkühlung der Absorptionskältemaschine verwendet werden. Das ist möglich, da hier der Grundwasserspiegel nur wenige Meter unter Niveau liegt«, erklärt Gasokol-Techniker Erich Temper. Die geringere Pumpleistung lässt bis zu 50 Prozent elektrische Leistung im Vergleich zu herkömmlichen Rückkühlern einsparen.

Info: www.gasokol.at


Internationaler Auftritt

Das Photovoltaik-Unternehmen Activ Solar hat an der »5th International Solar Industry and Photovoltaic Exhibition & Conference« Mitte Februar in Shanghai teilgenommen. Die Wiener haben sich zum dritten Mal in Folge in China präsentiert und neue Projekte aus der Polysilizium-Herstellung und der Entwicklung großflächiger Solarkraftwerke vorgestellt. Eine Erfolgsmeldung gibt es auch aus der Ukraine: »Activ Solar freut sich, die neu in Betrieb genommene hochmoderne Polysilizium-Produktionslinie in der Fabrik in Zaporozhye mit einer jährlichen Kapazität von 2.500 Tonnen vorzustellen«, heißt es dazu in einer Aussendung. Nach einer umfangreichen Modernisierung haben die Spezialisten eine auf dem neuesten Stand der Technik arbeitende Anlage implementiert.
Ein weiteres großflächiges Solarkraftwerk in der Ukraine konnte ebenso vorgestellt werden. Die 7,5-Megawatt-Anlage befindet sich drei Kilometer außerhalb von Simferopol, der Hauptstadt der Republik Krim, und ist bereits in Betrieb.

Info: www.activsolar.at

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