Montag, März 04, 2024
Kongress für Autarkie
Bild: iStock

Klimawandel, politische Konflikte, Energiekosten und Blackout-Szenarien treiben auch das Thema Autarkie voran. Ein Kongress im Rahmen der Messe "Bauen und Wohnen" am 9. und 10. Februar in Salzburg nimmt eigenständiges und unabhängiges Wirtschaften in den Fokus. Der "Autarkie-Kongress" finden zum ersten Mal in Österreich statt (Link). Veranstalter Thomas Gernbauer, Geschäftsführer von Autark.me im Gespräch.

Was bedeutet Autarkie für Sie? Was sind Ihre Ziele mit dem Autarkie-Kongress?

Thomas Gernbauer: Autarkie heißt vor allem Freiheit, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung. Es bedeutet, Sein Leben selbst in die Hand nehmen. Das setzt vor allem auch eine mentale Autarkie voraus. Ich habe vor zwölf Jahren ein Buch geschrieben: „Die Erwachsene Organisation“. Dabei geht es um Zusammenarbeit auf neuem Niveau. Um erwachsene Menschen, denen Selbstbestimmung wichtig ist. Dazu braucht es auch die private Selbstbestimmung. Und so landen wir bei der Autarkie. Der Kongress soll Lösungen aufzeigen, wie wir in allen Bereichen eigenständiger werden und aus einer Randgruppe in die Mitte der Gesellschaft kommen.

In welchen Bereichen sollten Menschen und Gesellschaften eine selbstbestimmtes Versorgung anstreben?

Insbesondere in den Bereichen Wasser, Energie, Wärme, Nahrung und Mobilität soll vorgesorgt werden. Das ist mit den heutigen Technologien auch möglich. Photovoltaik, PVT-Module, Eisspeicher, Biogas und etwa Wasserstoff. Blockheizkraftwerke in Verbindung mit Großvolumenenergiespeicher, Aquaponik und Vertikal Gardening machen sogar ganze Gemeinden autark. Es braucht einen ganzheitlichen Ansatz. Gemeinden, in denen Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften bereits gegründet sind, haben es leichter, gemeinschaftlich Autarkie anzustreben.

Sehen sie auch autarke Bereiche in der Wirtschaft möglich und sinnvoll – in einer globalisierten und vernetzten Welt, wie wir sie heute haben?

Gerade die Gefahr von Unterbrechungen der Versorgungsketten braucht einen Plan B. Die Versorgung mindestens zwölf Tage aufrecht zu erhalten, wird von Blackout-Experten dringend empfohlen. Aber auch Krankenhäuser und wichtige Einrichtung sollten sich weitgehend Autark machen. Es gibt bereits Systeme, die auch 200 MW und mehr speichern können – viel günstiger, als es bisher bekannt ist. Diese Technologien können auch ziemlich schnell unsere Netze stabilisieren.

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