Sanierung Welcome! Aber es braucht mehr als Kosmetik.
Die neue Sanierungsoffensive von Bundesministerin Gewessler ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Insgesamt stehen 650 Mio. Euro an Förderungen zur Verfügung. Eine Herausforderung stellt der Austausch der Heizsysteme dar, denn der Ausstieg aus fossilen Energieträgern ist alles andere als trivial. Das größte Klimaschutzpotenzial schlummert im Neubau.
Schwieriger Umstieg
Spannend wird es allerdings in Bezug auf den Austausch der Heizsysteme. Der Ausstieg aus fossilen Energieträgern ist unbedingt zu begrüßen, gestaltet sich jedoch in der Praxis nicht so einfach wie in der Theorie. Ein Umstieg ist keinesfalls trivial und bedarf entsprechender Rahmenbedingungen. Sind diese nicht gegeben, ist ein Umstieg nahezu unmöglich. Denn hat man das Problem Raumwärme mit Fernwärme gemeistert, gibt's Problem Nummer zwei: die Warmwasseraufbereitung! Die Wintersaison ist mehr oder weniger abgesichert, da lässt sich das Warmwasser mit Fernwärme aufbereiten. Aber was macht man im Sommer? Die Luftwärmepumpe scheint eine Lösung zu sein. Was aber, wenn man im Keller nicht über den entsprechenden Platz verfügt? Es scheitert also oftmals auch an den individuellen Platzverhältnissen. Das muss man schlichtweg zur Kenntnis nehmen. Und ein Komplettumstieg auf Wärmepumpen bedarf eine Umstellung auf Flächenheizung und ein gutes Plätzchen für die Wärmepumpe ist ebenfalls erforderlich – ohne dass es Beschwerden der Nachbarschaft hagelt. Am Bestand hat man daher bei einem Umstieg einiges zu berücksichtigen und auch ein ordentliches Budget vorzubereiten. Natürlich geht theoretisch vieles, die thermische Sanierung am Bestand ist aber vermutlich effektiver, denn jede kWh nicht verbrauchte Energie ist bereits ein Gewinn.
Größtes Potenzial im Neubau
Der Weg geht in die richtige Richtung, wenngleich das größte Potenzial nach wie vor im Neubau schlummert. Gebäude, die wir heute bauen, müssen dauerhaft klimafit sein. Lediglich auf »green branded products« zu setzen, deren Lebensdauer natürlich begrenzt ist, gleicht dem Verordnen eines Pflasters bei Hautausschlag. Es braucht dringend neue Energiekonzepte im Gebäudesektor. Wenn wir dieses Thema nicht ernsthaft angehen, dann stehen wir in 30 Jahren nicht besser da als heute und brauchen weitere Millionen für die Energiewende.n
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About the author
Andreas Pfeiler ist seit 1. Jänner 2012 Geschäftsführer des Fachverbands Steine-Keramik in der Wirtschaftskammer. www.baustoffindustrie.at
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