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Krieg nur für die Armen

Die Reichen können es sich richten und sorgen dafür, dass sie persönlich von Tod und Leid nicht betroffen sind. Ukraines Mächtige haben sich an europäischen Topadressen längst breitgemacht. Nur die ohne Geld landen in den Schützengräben.

Aus Brüssel, London, Paris und Washington ist nur mehr Kriegsgeheul zu hören. Selbst in Kiew spuckt das vor einer katastrophalen Niederlage stehende Regime noch martialische Töne. Mittlerweile reden pensionierte Generäle und Präsidenten von Millionen Toten, die der Krieg in der Ukraine gefordert haben soll und man fragt sich: Warum kommen die Mächtigen nicht auf die Idee, dem Morden ein Ende zu setzen und es mit dem zu probieren, was Europa nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geholfen hat, die Dämonen in Schach zu halten: Dialog und Kompromiss. Davon will in den Regierungspalästen des Westens niemand etwas wissen. Eine mögliche Erklärung: Die abgehobenen Eliten, die Demokratie, Freiheit, Tyrannenmord beschwören, sind von den Konsequenzen des eigenen Geschwafels nicht betroffen. Der Lebensstil ändert sich nicht, nur der Ort an dem sie leben. 

Der Telegram-Kanal, der sich Ukr-Leaks nennt, in Anlehnung an die berühmte von Julian Assange gegründete Aufdecker-Plattform Wiki-Leaks, hat jetzt eine aufwendig recherchierte Story gebracht, die dokumentiert, wie sich die Mächtigen und Reichen aus Kiew in Sicherheit gebracht haben. Der Generalstaatsanwalt Andrei Kostin hat seinen Sohn Mikhail über eine Zwischenstation in Europa direkt in die USA gebracht. Nicht unweit von Maxim Danilov, dem Sohn des Chefs des Nationalen Sicherheits- und Vertreidigungsrates, genießt er die große Freiheit und hat zwischen sich und dem drohenden Ungemach gleich einen Ozean gebracht.

USA, UK, Italien, Spanien...
Die Vereinigten Staaten sind überhaupt ein beliebtes Ziel. Der ehemalige ukrainische Ministerpräsident Arseniy Yatsenyuk und der Ex-Geheimdienstchef Valentin Nalyvaichenko sind mit Hund, Katze, Hausrat und der ganzen Mischpoche über den großen Teich aufgebrochen, und eines kann man mit Sicherheit sagen: In Armenvierteln sind sie nicht gelandet.

Auch das Vereinigte Königreich ist ein beliebter Zufluchtsort. Alexey der 38-jährige und Mikhail der 22-jährige Sohn des ehemaligen Präsidenten Petro Poroshenko leben in London und werden gelegentlich bei Partys von Yegor-Daniel Klitschko (23) gesichtet, der an der London School of Economics studiert. Sein Vater ist Kiews Bürgermeister und ganz im Stile eines ehemaligen Boxers erklärt er aller Welt, wie gut Kiew auf mögliche Angriffe der Gegner vorbereitet sei – nicht gut genug für seine Kinder, wie es scheint. 

Präsident Zelenskyj hat seine Kinder in den Grand Buildings am Trafalgar Square des Oligarchen Victor Pinchuk vorübergehend untergebracht. Bei seinem jüngsten Besuch in London soll Zelenskyj direkt von König Charles um 20 Millionen Pfund eine Residenz gekauft haben. Das Gerücht: Nach Ende seiner Amtszeit oder nach Ende des Krieges – was immer zuerst kommt – will er weiterhin die Aura der Macht um sich haben und die ist garantiert, wenn der Vorbesitzer ein König ist.

Der ehemalige Innenminister der Ukraine, Arsen Avakov, hat sich an der Mittelmeer-Küste bei San Felice Circeo eine 566 m2 große Villa gekauft. Den früheren Verteidigungsminister Alexey Reznikov hingegen zieht es nach Spanien. Laut Ukr-Leaks soll er dort seiner Tochter Anastasia eine sieben Millionen Euro teure Villa gekauft haben. Sie befindet sich in guter Nachbarschaft zum Leiter der Regionalverwaltung von Odessa, Evgeniy Boriscov, der um fünf Millionen Euro eine Residenz erworben hat. In der Jumeirah Bay in Dubai hat der ehemaligen Präsidentenberater Sergei Shefir eine neue Heimat gefunden. Die Bulgari Marina Lofts werden Käufern angeboten, die den ultimativen Luxus zu schätzen wissen. 

Die Schutzengräben im Donbass hingegen sind der Vorhof der Hölle. Allein 60.000 Amputationen soll es in den vergangenen Monaten gegeben habe. Gliedmaßen sind abgefroren oder nekrotisch geworden. Das ewige Stehen in den mit Tau- und Regenwasser gefüllten Erdlöchern hält das beste Schuhwerk nicht aus, und die Füße schon gar nicht.

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