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Best of Digitalisierung
Seit sechs Jahren stellt der Bau & Immobilien Report einmal im Jahr in der Rubrik »Best of …« die besten Digitalisierungslösungen der Branche vor. In den Anfangsjahren lag der Fokus noch auf den großen nationalen und internationalen IT-Dienstleistern wie Microsoft oder A1, die Lösungen auch für die Bau- und Immobilienwirtschaft angeboten haben. Das ist heute anders: Immer mehr Unternehmen, darunter viele Start-ups, konzentrieren sich ausschließlich auf die Bau- und Immobilienwirtschaft. Der Report stellt – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – einige der aktuell spannendsten Lösungen vor.
BMD: Effizienz steigern, Wachstum sichern

Digitalisierung bedeutet heute weit mehr als die Umstellung von Papier auf digitale Prozesse. Unternehmen stehen vor der Aufgabe, Abläufe ganzheitlich zu vernetzen, Routineaufgaben zu automatisieren und Daten intelligent zu nutzen. BMD begleitet Betriebe als erfahrener Digitalisierungspartner auf diesem Weg: Mit modularen Softwarelösungen für ERP, Rechnungswesen, HR und Dokumentenmanagement digitalisiert BMD Geschäftsprozesse effizient, sicher und rechtskonform. Das Ergebnis sind schnellere Workflows, reduzierte Kosten und mehr Freiraum für strategische Aufgaben. Durch flexible Cloud-Lösungen, laufende Updates und hohe Integrationsfähigkeit schafft BMD die Basis für nachhaltige digitale Transformation – individuell anpassbar für Unternehmen jeder Größe. So wird Digitalisierung zum echten Wettbewerbsvorteil.
FCP: Pilotprojekt für digitale Bestandsentwicklung

Mit »360° Bestand« verfolgt FCP einen datenbasierten Ansatz zur digitalen Erfassung und Entwicklung von Bestandsgebäuden als digitale Grundlage für Sanierungen, Betriebsoptimierung und nachhaltige Bestandsentwicklung genutzt werden kann. Ein frühes Pilotprojekt dafür war die Revitalisierung des Hotel Motto in der Wiener Mariahilfer Straße, die gemeinsam mit WertInvest umgesetzt wurde. Das ursprünglich 1870 errichtete Gebäude wurde bei laufendem Hotelbetrieb saniert, erweitert und technisch modernisiert. Kern von 360° Bestand ist die Zusammenführung unterschiedlicher digitaler Methoden zu einem konsistenten Gebäudemodell. Parallel zur Entwurfsphase entstand ein BIM-Modell, in dem Abbruch- und Neubauphasen getrennt abgebildet und laufend weiterentwickelt wurden. Tragwerkspläne sowie Ausschreibungsmengen konnten direkt daraus abgeleitet werden. Ergänzend erfolgte nach den Abbrucharbeiten eine Bestandserfassung mittels Laserscanning. Die erzeugten Punktwolken wurden in das Modell integriert, um Abweichungen frühzeitig zu erkennen und mit allen Fachplanern abzustimmen. Auch VR-gestützte Gebäudesimulationen kamen zum Einsatz.
ISHAP: SanBaulo für Hausverwaltungen

Die Wiener Bauordnung verpflichtet Hausverwaltungen und Eigentümer zur Führung eines Bauwerksbuchs. Für Bestandsobjekte läuft die erste Frist bis 2027, danach ist die digitale Weiterführung verpflichtend. Doch die Dokumentation liegt bei vielen Hausverwaltungen noch immer verteilt auf Laufwerken, in E-Mails und ausgedruckten Protokollen. Das ist nicht nur mühsam, es ist ein echtes Haftungsrisiko. Mit SanBaulo bringt Ishap Ordnung in diesen Ablauf. Die KI-gestützte Cloudlösung steuert Mängel, Prüfungen und Wartungen zentral pro Objekt mit Fristen. Die mobile App ermöglicht Erfassung und Bearbeitung direkt vor Ort – ohne Nacharbeit im Büro. Gewerke sind über einen eigenen Zugang eingebunden und dokumentieren Rückmeldungen direkt am Vorgang. Das bedeutet: Transparenz über den gesamten Bestand, verlässliche Dokumentation und deutlich weniger Koordinationsaufwand. Das Bauwerksbuch ist dabei nur der Anfang: SanBaulo begleitet Hausverwaltungen durch den gesamten Arbeitsalltag – von der Mängelaufnahme über Wartungsplanung bis zur lückenlosen Objektdokumentation.
Nevaris: Rubner Holzbau modernisiert Kalkulations- und AVA-Prozesse

Zur Modernisierung seiner Kalkulations- und AVA-Prozesse führte Rubner Ingenieurholzbau Ende 2025 die Bausoftware Success X von Nevaris ein. Ziel war eine normkonforme, integrierte Lösung für Ausschreibung, Kalkulation und Abrechnung bei gleichzeitiger Weiterverwendung bestehender Daten von Auer Success. Entscheidend waren neben der Normsicherheit auch die intuitive Benutzeroberfläche und die Echtzeit-Aktualisierung im Drucklayout. Die Einführung erfolgte in nur sechs Monaten inklusive Datenmigration und struktureller Optimierung. Schulungen, Key-User-Konzept und enge Zusammenarbeit mit dem Implementierungspartner sorgen für hohe Akzeptanz im Unternehmen. Heute ist Success X vollständig in die Prozesse integriert – von der Angebotserstellung bis zur Schlussrechnung. Besonders profitieren sollen die Teams von der zentralen Datenhaltung, durchgängigen Workflows und der API-Anbindung an das ERP-System. Diese ermöglicht einen konsistenten Datenaustausch, etwa bei Preisentwicklungen und Leistungsverzeichnissen.
Planfred: Fotos dokumentieren, verorten und organisieren

Mit der neuen FotoDok-Funktion bietet Planfred eine Lösung, um Fotos gezielt zu erfassen, zuzuordnen und strukturiert abzulegen. Ob zur Feststellung von Mängeln, zur Fortschrittsdokumentation oder zur allgemeinen Baudokumentation, unterstützt FotoDok alle Projektbeteiligten dabei, wichtige Informationen präzise und nachvollziehbar festzuhalten. Die Fotos können über die mobile Planfred-App aufgenommen oder bestehende Bilder über den Browser hochgeladen und in die Dokumentation integriert werden. So bleiben alle Aufnahmen zentral gespeichert, übersichtlich einsehbar und rechtssicher dokumentiert. Ein Highlight von FotoDok ist die einfache Verortung: Bilder lassen sich entweder direkt am digitalen Plan pinnen oder anhand individuell definierbarer Parameter wie Bauteil, Stockwerk, Top und Raum einordnen. Das soll für maximale Übersicht sorgen und helfen, Zusammenhänge schnell zu erkennen. Zudem können zu jedem Foto ergänzende Notizen erfasst werden, um den Sachverhalt genauer zu beschreiben – etwa Schadensursachen, Anmerkungen oder Baubucheintragungen.
ib-data: Bauprodukte erfolgreich im Ausschreibungs- und Planungsprozess platzieren

Der Österreichische Industriestandard ist die Sammlung produktspezifischer Ausschreibungstexte namhafter Hersteller und Produktanbieter und wird jährlich von der ib-data GmbH veröffentlicht. Die aktuelle Ausgabe 2025/26 beinhaltet 235 Firmen. Die Ausschreibungstexte der Hersteller sind nach den Standardisierten Leistungsbeschreibungen strukturiert, in einer Ergänzungs-LB zusammengefasst und gemäß ÖNORM A 2063 aufbereitet. Dies ermöglicht die einfache, direkte Übernahme in ein Leistungsverzeichnis zur weiteren Bearbeitung. Darin sieht auch die Kessel SE + Co. KG einen großen Vorteil. Der Anbieter von Entwässerungslösungen für öffentliche und private Bauprojekte ist in diesem Jahr erstmalig vertreten. »Die bereitgestellten Ausschreibungstexte ermöglichen eine präzise und einfache Integration unserer Systeme in Leistungsverzeichnisse und tragen zur Standardisierung sowie zur Qualitätssicherung in der Planung bei. Sie gewährleisten einen sicheren, software-neutralen Datenaustausch und entsprechen allen geltenden österreichischen Normen und Standards«, so Patrick Sengteller, Marketing Area Manager bei Kessel.
Pocket House: Hochhäuser digital neu erfinden

Pocket House zeigt mit seiner »Tower Super Power«, wie Hochhäuser künftig intelligent und digital betrieben werden können. Das Wiener PropTech-Unternehmen entwickelt digitale Plattformen für moderne Tower und verbindet Gebäudemanagement, Services und Community in einer einzigen App. Ziel ist es, Hochhäuser zu »vertikalen Quartieren« zu machen – effizient, sicher und vernetzt.
Ein besonderer USP von Pocket House liegt im digitalen Zugangs- und Besuchermanagement. Bewohner*innen, Mitarbeitende und Gäste erhalten digitale Zugänge direkt per Smartphone – ohne Schlüssel oder Wartezeiten. Besucher können vorab angemeldet und Zugänge automatisch gesteuert werden. Prozesse werden automatisiert, der Verwaltungsaufwand reduziert und die Aufenthaltsqualität verbessert. Zusätzlich ermöglicht die App Funktionen wie Raumbuchungen, Mobilitätsservices, Community-Angebote oder smarte Gebäudesteuerung.
Bereits heute betreut Pocket House bekannte Tower-Projekte wie den DC-Tower, die Danube Flats oder die TwentyTwo
Towers in Wien und zählt damit zu den innovativen Vorreitern der digitalen Immobilienbranche.
Propcorn AI: Maßstäbe für die digitale Immobilienwelt

Propcorn AI will durch eine KI-gestützte Plattform, die in Sekunden komplexe Standort- und Potenzialanalysen erstellt, neue Standards in der Immobilien- und Bauwirtschaft setzen. Das Herzstück der Plattform bilden Funktionen wie Address Search und Ultra Search, die eine präzise Identifizierung jedes Grundstücks und Objekts mit großem Potenzial ermöglichen. Parallel dazu wird die Plattform technologisch stetig optimiert. Zu den neuesten Highlights zählen Map Layers, AI Pricing sowie eine kontinuierlich verbesserte 3D-Ansicht, die eine realistische Darstellung von Entwicklungsprojekten gewährleistet. Nutzer können so nicht nur Marktmessungen vornehmen, sondern komplette Projektkalkulationen direkt auf der Plattform durchführen – von der Prüfung des Baupotenzials bis zur Wirtschaftlichkeitsanalyse. Projektentwickler, Architekten und Makler profitieren mit Propcorn von massiver Zeitersparnis bei der Akquise, während Banken, Hersteller und Kommunen die präzisen Daten für Bewertungen und Stadtplanung nutzen.
Propster: Neues Kundenportal für WeberHaus

Seit 2014 kommt bei WeberHaus ein Kundenportal zum Einsatz. Mitte 2025 wurde myWeberHaus im Rahmen eines Relaunchs auf eine neue Basis gestellt: die Kundenmanagementplattform von Propster. »Wir wollten unsere Customer Journey auf ein neues Level heben und ein digital durchgängiges Kundenerlebnis schaffen«, sagt Melissa Broß, Strategische Unternehmensentwicklung bei WeberHaus. Vor dem Relaunch lief die Kommunikation vor allem per Telefon oder E-Mail. Beides bleibt wichtig, stößt im Alltag aber an Grenzen: Kund*innen sind tagsüber oft schwer erreichbar, Dokumente müssen verfügbar sein, Serviceanfragen nachvollziehbar abgelegt werden. Mit Propster wurde myWeberHaus als zentrale Plattform neu aufgesetzt. Interessenten finden Inspiration, Bauherren Termine und Dokumente, Hausbesitzer nach der Übergabe Serviceanfragen und Benefits. Messbar wird der Relaunch vor allem in der Nutzung: Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Unique User um 72 Prozent. Künftig sollen Bemusterung und Dokumentation stärker integriert werden. Auch KI-Anwendungen wie PAULA könnten typische Anfragen schneller klären.
reebuild: Der digitale Zwilling jeder Baurechnung

Das Wiener Unternehmen reebuild hat sich auf die kaufmännische Eingangsrechnungsprüfung in der Bauwirtschaft spezialisiert. Die Besonderheit: Jedes eingehende Dokument, egal ob PDF, Scan, Foto oder E-Rechnung, wird in einen strukturierten Datensatz zerlegt. Aus der Rechnung entsteht ein digitaler Zwilling, in dem jede Position, jeder Betrag, jeder Skontosatz einzeln auffindbar und bearbeitbar ist. Lieferscheine, Auftragsbestätigungen und Rechnungen führt die Plattform automatisch zusammen, auch positionsgenau gegen Rahmenvereinbarungen oder Bauverträge. Die KI dahinter erkennt, welche Dokumente zusammengehören und wo Abweichungen liegen. Geprüfte Rechnungen wandern als fertige Buchungssätze direkt in die gängigen Buchhaltungssysteme – ohne Datenbruch oder doppelte Erfassung. Bauleiter, Geschäftsführung und Buchhaltung sehen jederzeit, wo eine Rechnung steht und wie ein Projekt kostenmäßig läuft.
Sequello: Datenqualität entsteht auf der Baustelle

Gute Datenqualität im Büro entsteht auf der Baustelle. Deshalb setzt Sequello dort an, wo die Informationen entstehen: beim Polier, beim Lieferschein und der Qualitätssicherung. Poliere nutzen Sequello, weil es ihre Arbeit einfacher macht. Bestellungen werden digital übermittelt, statt in der Telefonschleife zu warten. Alles ist im System nachvollziehbar und Statusupdates landen direkt am Smartphone – ohne Rückfragen. Erfasste Daten stehen direkt für Folgeprozesse zur Verfügung – für Qualitätssicherung, Rechnungsprüfung, Auswertungen und Reportings. Lieferscheine landen als strukturierte Datensätze in Sequello, direkt aus dem Lieferantensystem oder per KI-Erfassung für Belege, die noch nicht als Datensatz vorliegen. PDFs vom Lieferanten werden direkt aus dem Sammelpostfach ausgelesen. Handzettel von der Baustelle werden gesammelt gescannt und an dasselbe Postfach geschickt. Das Ergebnis: strukturierte Datensätze, die sofort weiterverarbeitet werden können – ohne manuelle Aufbereitung. KI ist dabei ein wirkungsvolles Werkzeug, um das Fundament für durchgängige Prozesse zu ergänzen.
ToolSense: Eine Plattform für alle Maschinen, KFZ, Roboter und Workflows

Baustellen und Liegenschaften werden komplexer – mehr Maschinen, mehr Hersteller, mehr Daten. Trotzdem werden Wartung, Schadensmeldungen und Einsatzplanung in vielen Unternehmen noch immer auf Papier, in Excel oder via WhatsApp organisiert. Hier setzt ToolSense an. Das 2017 in Wien gegründete Unternehmen betreibt eine IoT- und KI-gestützte Asset Operations Platform, die Maschinen, Fahrzeuge, Reinigungsroboter und zugehörige Workflows herstellerunabhängig in einer einzigen Software bündelt. Über 20 OEM-Integrationen sowie eigene IoT-Tracker bringen Geräte unterschiedlichster Marken in eine gemeinsame Plattform. Standzeiten, Wartungsintervalle, GPS-Positionen, Schadensmeldungen und Prüfprotokolle werden automatisch erfasst und ausgewertet. Das Ergebnis bei Kunden wie ISS, Dussmann oder WISAG: bis zu 20 Prozent geringere Maschinenkosten, deutlich reduzierte Ausfallzeiten und rund zwei Stunden Zeitersparnis pro Standortleiter und Woche.
Cypher Technology Analytics: Digitales Bautagebuch

Mit Foxbuild hat das Wiener Start-up Cypher Technology Analytics ganz aktuell eine neue digitale Lösung auf den Markt gebracht, die die tägliche Baustellendokumentation deutlich vereinfachen soll. Das KI-gestützte Bautagebuch transskribiert Spracheingaben automatisch, übersetzt sie und wandelt sie in strukturierte Tagesberichte um. Statt Formulare manuell auszufüllen, sprechen Poliere oder Bauleiter ihre Einträge direkt in das Smartphone – die Software erstellt daraus innerhalb weniger Sekunden ein fertiges PDF inklusive elektronischer Signatur. Die Anwendung funktioniert auch offline und unterstützt 20 Sprachen. Damit sollen Sprachbarrieren auf Baustellen reduziert und die Dokumentation beschleunigt werden. Die KI erkennt dabei automatisch Inhalte wie Tätigkeiten, Arbeitsstunden, Materialeinsatz oder Wetterbedingungen und strukturiert die Informationen eigenständig.
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