Montag, März 04, 2024
Ein System für alle Brücken
Die Aftetalbrücke verbindet Brilon und Paderborn und zählt aufgrund ihrer Höhe, der Geometrie der Pfeiler als auch ihrer beeindruckenden Länge von 785 Metern zu den anspruchsvolleren Bauwerken. Geformt wurde die Brücke mit dem Doka Schalwagen TU. (Fotocredit: Doka)

Die Konstruktion einer Brücke ist überaus schwierig. Gleichzeitig soll der Bau aber dann doch immer schnell und wirtschaftlich vonstatten gehen. Da hilft es, wenn man auf bereits bewährte Lösungen zurückgreifen kann: Seit knapp 18 Jahren entwickeln Doka-Ingenieure in Amstetten Brückenpläne und -Schalungen, die in aller Welt zum Einsatz kommen.

Ein Brückenprojekt braucht professionelle Planung und Betreuung. Bereits 2006 hat Doka in Amstetten (NÖ) darum ein eigenes Kompetenzzentrum, das Global Expertise Centre Infrastructure, gegründet. Gemeinsam mit den Doka-Landesorganisationen plant das dortige Ingenieursteam die Umsetzung großer internationaler Brückenprojekte - von Spannbetonbrücken bis hin zu Verbundbrücken. Neben einer breiten Palette an Schalungen immer im Werkzeugkasten: Der Doka-Freibauwagen, bei dem die einzelnen Betonierabschnitte der Brücke auf beiden Seiten symmetrisch hergestellt werden, und das Doka UniKit, ein flexibel einsetzbares Traggerüst-Set. Außerdem: der Verbundwagen, der sich speziell für Stahverbundbrücken eignet. Zwar lassen sich alle Teile individuell einsetzen, folgen aber einem standardisierten Muster - und können darum auch auf anderen Baustellen wiederverwendet werden.

Europaweit im Einsatz

Fallbeispiele für die Praktikabilität der Schalungssysteme liefert Doka aus ganz Europa. Ein aktuelles Projekt ist beispielsweise die Sanierung der 50 Meter hohen und 420 Meter langen Aurachbrücke in Regau. Die Autobahnbrücke wird an Reisetagen von bis zu 50.000 Fahrzeugen pro Tag befahren - eine Komplettsperrung der Brücke kam darum nicht infrage. Stattdessen wird parallel ein neues Tragwerk errichtet, auf das der Verkehr vorübergehend umgeleitet wird. Im Anschluss wird die neue Brücke gebaut, die auf deutlich höhere Belastungen ausgelegt ist und die nächsten hundert Jahre das Aurachdal queren soll.

Beim Bau der Aurachbrücke diente der Freivorbauwagen als Traggerüst und Schalung. (Foto: Doka)


Beim Bau der kroatischen Jarugabrücke wiederum half besonders die digitale 3D-Planung: Durch die Komplexität des Vorhabens waren insgesamt vier Freivorbauwägen im Einsatz, außerdem verschiedene Lasttürme und Längsträger, die alle miteinander koordiniert werden mussten. Gelungen ist das durch die digitale Schalungsplanung - zusätzlich konnte man so die Planungszeit verkürzen, Kosten sparen und vor allem die Sicherheit auf der Baustelle erhöhen.

Bei der Schalung des S-förmigen Kurvenradius der 500 Meter langen Jarugabrücke konnten sich das Tragsystem Doka Unikit und Dokas Freivorbauwagen beweisen. (Foto: Doka)


Ein weiteres interessantes Projekt ist die Olskrokenbrücke in Schweden. Sie ist Teil eines unterirdischen Schienennetzes, das Pendler- und Regionalzüge durch die Innenstadt Göteborgs führt und drei neue Bahnhöfe miteinander verbindet. Für die Schalung der Verbundbrücke entwickelte Doka einen speziellen Einbauschuh, der beim Betonieren eine optimale Lastverteilung auf die Stahlkonstruktion gewährleistet. Die Brückenfelder mussten mit teilweise bis zu 22 Meter breiten Schalungen gegossen werden. Die fertige Brücke besteht aus zwei parallelen Fahrbahnen, jeweils rund 100 Meter lang und 6 Meter breit. 

Die nächsten Brückenprojekte sind laut Doka bereits im Gange, etwa der Umbau der Jauntalbrücke im Rahmen des Infrastrukturprojektes Koralmbahn der Österreichischen Bundesbahnen oder die Spannbetonbrücke R2 Kriváň - Mýtná in der Slowakei.

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