Sonntag, Mai 26, 2024
Best of: Holzbau
Die Holzkonstruktion Wisdome im schwedischen Nationalmuseum besteht aus besonders verdrehten Balken, die schwer zu finden sind. (Fotocredit: Stora Enso)

Der Holzbau gewinnt auch abseits des Einfamilienhauses massiv an Bedeutung. Wir haben Bauunternehmen, Bauträger und Hersteller nach aktuellen Vorzeigeprojekten gefragt. 

Stora Enso
Wisdome

Der Wisdome Stockholm ist eine neue wissenschaftliche Erlebnisarena im Innenhof des Schwedischen Nationalmuseums für Wissenschaft und Technik in Stockholm. Das Gebäude des Wisdome Stockholm besteht aus einer spektakulären Holzarchitektur, die einen bogenförmigen Raum von 1.325 Quadratmetern bildet und damit Holzbaugeschichte geschrieben hat. Stora Enso war Hauptpartner und lieferte nachhaltiges Massivholz für das Projekt.
Die Konstruktion umfasst sowohl gebogene als auch verdrehte Balken, die weltweit nur an wenigen Orten zu finden sind.

Das Free-Form-Dach des Anbaus wurde mittels Gitterschalenkonstruktion gebaut. Dafür wurde LVL (laminated veneer lumber, Furnierschichtholz) aus dem Sylva by Stora Enso-Portfolio verwendet, die im finnischen Werk Varkaus hergestellt wurden. Es besteht aus fünf Lagen überkreuzter LVL-Träger und erreicht eine außergewöhnliche Spannweite von 26 bis 48 Metern, was insgesamt einer Länge von 20 km LVL mit 2.500  Teilen entspricht. Für die Verbindungen wurden 3.600 Holzdübel verwendet.

Leyrer + Graf:
Agrarbildungszentrum Waizenkirchen

(Foto: Leyrer + Graf)


Bei der Realisierung des neuen Schulkomplexes in Waizenkirchen, der aus einem Schulgebäude, praxistauglichen Werkstätten, einem Internat und weitläufigen Außenanlagen besteht, wird auf eine ökologische Bauweise gesetzt. Die Kombination aus Beton und Holz als Hauptbaumaterialien spielt dabei eine entscheidende Rolle. Neben den wirtschaftlichen und ökologischen Vorteilen der Holzhybridbauweise bringt sie auch gesundheitliche Aspekte mit sich. Die Mischbauform reguliert die Luftfeuchtigkeit auf natürliche Weise und schafft somit ein angenehmes Raumklima, welches das Wohlbefinden und die Konzentration der Schüler positiv beeinflusst.

Bei der Planung des 8.000 m2 großen Gebäudes wurde ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass auch tragende Bauteile in Holzsichtoptik ausgeführt werden, um eine angenehme Lernatmosphäre zu schaffen und den Schülern ein Gefühl von Verbundenheit zur Natur zu geben. Die über 4.000 m2 große hinterlüftete Holzfassade des Bildungszentrums schafft zusätzlich einen naturverbundenen Charakter und vereint Ästhetik, Funktionalität und Nachhaltigkeit. Ein weiteres Highlight neben der Fassadengestaltung ist die Holz-Beton-Verbunddecke, die eine hohe Tragfähigkeit mit einer besonders ansprechenden Holzoptik verbindet.

BIG
Pierre de Coubertin BORG

(Foto: BIG)


Für rund zwölf Millionen Euro erweitert und saniert die BIG das Pierre de Coubertin BORG in Radstadt. Nach der Fertigstellung wird das BORG Radstadt rund zur Hälfte aus heimischen Holzarten bestehen. Die Massivholzkonstruktion wird aus Fichtenholz errichtet und die Fassade wird mit Lärchenholz verkleidet. Somit fügt sich die Schule harmonisch in die grüne Umgebung ein. Der zweigeschossige Zubau wird um Sonderunterrichtsräume, Arbeitsbereiche für Lehrerinnen und Lehrer, Räume für die Administration und großzügige Pausenflächen erweitert.

Thermisch optimiert wird das dreigeschossige Bestandsgebäude aus dem Jahr 1972: Alle Fenster werden getauscht, die Fassaden und Dächer hochwertig gedämmt. Geheizt wird das Gebäude mittels Fernwärme, welche vom nahe gelegenen örtlichen Biomasse-Heizwerk bezogen wird. Eine Photo­voltaikanlage am Dach sorgt für Strom, zudem werden die Flachdächer nach der Fertigstellung extensiv begrünt sein. Ein kontinuierlicher Luftaustausch wird durch zentrale Lüftungsanlagen in den einzelnen Klassenzimmern sichergestellt und sorgt für frische Luft und ein angenehmes Raumklima. Ein außenliegender Sonnenschutz reduziert die Temperatur in den Klassenräumen.

Binderholz 
Wohnbau Valckensteyn

(Foto: Binderholz)


Das zwölfgeschossige Wohngebäude Valckensteyn in Rotterdam wird mit 40 Metern Höhe der größte Holzbau für leistbares Wohnen der Niederlande. Die leichte Konstruktion bot die nachhaltige Möglichkeit, auf den bestehenden Fundamenten des vormaligen Gebäudes zu bauen. Bei der Errichtung wird auf Klebemittel verzichtet, wodurch der Wohnbau im Bedarf demontierbar bleibt. Der Baustart für die 82 Wohnungen erfolgte im Dezember. Binderholz verwendete erstmals nicht nur die gewohnte Massivholzproduktpalette, sondern auch  vorgefertigte Wände aus der b_solution Produktionslinie. Diese Wandelemente wurden passgenau zugeschnitten und mittels Gipskartonplatten inklusive Dämmmaterial beplankt. Weiters wurden die Elektro-Leerverrohrungen sowie die passenden Brandschutzsteckdosen montiert. Neben den 61 Wohnungstrennwänden werden rund 1.500 m3 BBS und 250 m3 BSH geliefert. Komplementiert wird der Service durch ein dreimonatiges Supervising. 

Holzius
Holzius Heimstatt

(Foto: Holzius)


Mit der Holzius »Heimstatt« – einer Verbindung aus »Heim« und »Werkstatt« – realisiert die Südtiroler holzius GmbH ihren eigenen Büro- und Produktionsstandort als Referenzprojekt mit Vorbildcharakter. Die Produktionshalle steht bereits, aktuell werden nachhaltig konzipierte Büros in reinstofflicher Vollholzbauweise mit den Wand-, Decken- und Dachelementen von holzius errichtet. Sie werden baubiologisch sinnvoll eingesetzt, sodass Luftqualität, Raumtemperatur, Akustik, Schallschutz und natürlich auch Ästhetik die Zufriedenheit und das Wohlbefinden in der Arbeitsumgebung unterstützen und fördern. Holzius beweist damit, dass sich wohngesundes Bauen auch im beruflichen Umfeld realisieren lässt. Übrigens: Anstatt Interessent*innen mit einem Showroom beeindrucken zu wollen, finden bei Holzius persönliche Führungen durch die komplette Holzius Heimstatt statt. Denn dort lassen sich die Ehrlichkeit der Arbeit, die Nachhaltigkeit im Umgang mit dem Naturbaustoff Holz und die Liebe zum Detail unmittelbar erleben.

Strabag
Baumwerk Freistadt 

(Foto: Mark Sengstbratl)


Im oberösterreichischen Freistadt entstand zwischen März 2022 und Juli 2023 unter Mitwirkung der Strabag-Holzbautochter Obermayr ein Wohnprojekt mit zwei Baukörpern und hoher regionaler Wertschöpfung. Bauteil A erstreckt sich über vier Geschoße und beherbergt zehn Mietwohnungen, während Bauteil B mit 18 Wohnungen in drei Geschoßen aufwartet. Die Außenwände wurden in Holzriegelbauweise errichtet, das Tragsystem besteht aus sichtbaren Brettschichtholzstützen und -trägern, ergänzt durch Tramdecken und eine sichtbare Brettstapel-Dachdecke. Die Fassadengestaltung variiert: Während die Straßenseite in Eternit gehalten ist, präsentieren sich die restlichen Fassaden als Holzfassaden. Eine besondere Herausforderung und gleichzeitig ein Alleinstellungsmerkmal dieses Projekts war die Vorgabe des Bauherrn als Interessenvertreter der oberösterreichischen Landwirtschaft. Demnach musste sämtliches verbautes Holz aus oberösterreichischen Wäldern stammen.

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