Samstag, Dezember 03, 2022

Seit 2015 steuert Ingrid Janker als Geschäftsführerin von Knauf die wirtschaftlichen Erfolge des Gips-Spezialisten in Österreich und Slowenien. 

Titelbild: Trockenbau hat für Ingrid Janker eine starke Daseinsberechtigung. (Credit: Caio Kauffmann)

Trockenbau bildet für Ingrid Janker die Bauweise der Zukunft, das Verfahren ist prädestiniert für Kreislaufwirtschaft und nachhaltiges Bauen. »Mit Gips kann der Bestand aufgestockt werden, Nachverdichtungen sind möglich, ebenso die Umnutzung von Gebäuden. Es ist das einzige Mineral, das sich im Kreislauf führen lässt und das dabei seine Eigenschaften nicht verliert«, betont die 44-jährige Managerin, die seit sieben Jahren die Geschäfte des steirischen Trockenbausystemerzeugers Knauf in Weißenbach bei Liezen führt.

Knauf arbeitet mit synthetischen Gipsen, das heißt Sekundärrohstoffen, um Primärmaterial aus dem Gipsbergbau zu schonen. Es darf dabei aber nicht darauf vergessen werden, dass Trockenbau andere Bauarten und Bauweisen benötigt. Es braucht eine tragende Konstruktion, das kann Beton ebenso sein wie Holz oder Stahl. Wesentlich im Trockenbau wie in der gesamten Bauwirtschaft ist auch das Thema Digitalisierung. »Wir fokussieren sehr stark auf interne Prozesse, um die Effizienz weiter zu steigern sowie auf Kommunikation mit Ausführenden und Kunden. Ziel ist, einen einfacheren Informationsfluss mit Knauf bereitzustellen«, betont Janker und nennt die Planner Suite für Architekt*innen und die neue Knauf App sowie die Knauf-Videoserie »So geht Trockenbau« als Lösung. 

Es muss Spaß machen

»Man sieht immer mehr Frauen, die sich in die technischen Domänen trauen«, berichtet die Managerin und weist darauf hin, dass man überall reüssieren könne, wenn man etwas wirklich will. Sie selbst hat sich nach dem Gymnasium für das Studium der Internationalen Wirtschaftsbeziehungen an der Fachhochschule Eisenstadt mit dem Zweig Außenhandel entschieden. Knauf als erster Arbeitgeber war eher Zufall, erzählt sie dem Bau & Immobilien Report, denn im Gymnasium zählten eher Geografie, Geschichte und Sprachen zu ihren Lieblingsfächern. »Knauf hat für die Expansion in den Osten Studienabgänger gesucht«, erinnert sich die Niederösterreicherin. Ausschlaggebend war für sie, in der Exportabteilung eines Unternehmens arbeiten zu können, das sich sehr stark in Osteuropa engagiert. »Der Fachbereich internationale Wirtschaftsbeziehungen an der FH war ausgelegt auf Osteuropa, das war meine Spezialisierung.«

Zunächst war sie für New Media bei Knauf Österreich verantwortlich und ist dann sehr früh ins Ausland gegangen. Sie zeichnete für Marketing und Debitorenmanagement bei Knauf Rumänien verantwortlich, 2003 übernahm sie für zwei Jahre die Vertriebsleitung und war Handelsbevollmächtigte in Bukarest. Zurück in Wien ließ sie sich am Controller Institut zur Advanced Controllerin ausbilden. 2007 wurde sie Geschäftsführerin von Knauf Bulgarien. Rumänisch beherrscht sie fließend, auch Bulgarisch gehört zu ihren Sprachkenntnissen. Seit November 2015 leitet sie Knauf Österreich und Slowenien. Zu ihren Hobbys zählen Lesen, Musik und ihre Familie.

In der nächsten Ausgabe:  Doris Hummer, Geschäftsführerin DOMICO Dach-, Wand- und Fassadensysteme.


Info: Spannende Frauen - und ihre beeindruckenden Karrieren in der Männerdomäne Bau - können Sie in den anderen Teilen unserer Porträtreihe kennenlernen: Zum Beispiel Susanne Kallinger, die Bauen zur Kunst macht - oder Sabina Hruschka, der Expertin für digitales Bauen bei der Asfinag.
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