Dienstag, Juni 25, 2024
Ohne Lehrabschluss zum Objektleiter

Bei der Wisag werden Führungskräfte vorzugsweise aus den eigenen Reihen rekrutiert. So auch Ante Rojnica, der 2013 ohne Lehrabschluss bei der Wisag begonnen hat und heute nach zahlreichen von der Wisag organisierten und unterstützten Weiterbildungen für die Betreuung eines Objekts mit einer Fläche von 58.000 m² verantwortlich zeichnet. Weil der Fachkräftemangel die Branche weiterhin beschäftigen wird, startet die Wisag 2021 ein eigenes Ausbildungs- und Lehrlingsprogramm, wenn die Lage aufgrund des Coronavirus es zulässt.

In Zeiten des Facharbeitermangels müssen sich Unternehmen manchmal auch selbst zu helfen wissen. Als sich Ante Rojnica 2013 bei Wisag Gebäudetechnik bewarb, verfügte er noch nicht einmal über einen Lehrabschluss. Heute ist er alleinverantwortlich für ein Objekt in der Louis-Häfliger-Gasse im 21. Wiener Gemeindebezirk mit einer Gesamtmietfläche inklusive Außenbereiche von 58.000 m². 

»Als ich mich bei der Wisag beworben habe, wurde mir beim Bewerbungsgespräch kommuniziert, dass nur Fachkräfte aufgenommen werden«, erinnert sich Rojnica. Er meldete sich dann unmittelbar nach dem Gespräch bei der Wirtschaftskammer für die Lehrabschlussprüfung an. Mit der Aussicht auf den Lehrabschluss startete er bei der Wisag ein Probemonat, nach dem erfolgreichen Lehrabschluss wurde er fix aufgenommen.

Drei Jahre lang war er im Filialgeschäft der Wisag tätig und betreute 160 Filialen in der Steiermark, Kärnten, Oberösterreich und in Teilen Salzburgs, bevor ihm die Leitung des Objekts in der Louis-Häfliger-Gasse angeboten wurde. Dort zeichnet er heute für das gesamte technische, infrastrukturelle und kaufmännische Facility Management verantwortlich.

»Die Unterstützung und das Vertrauen der Wisag in diesem gesamten Zeitraum war überwältigend. Man spürt, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen und wertgeschätzt fühlen sollen«, sagt Rojnica. Zahlreiche Aus- und Weiterbildungen wurden von der Wisag organisiert und unterstützt, darunter auch ein Diplomlehrgang zum Facility Manager beim BFI. Und als nächsten Schritt wird Rojnica einen Studiengang an der Donau Universität Krems beginnen.  

Aktuelle Herausforderungen

Abgesehen von den aktuellen Unsicherheiten rund um das Coronavirus sieht auch Rojnica die größte Herausforderung für seine Branche im Facharbeitermangel. Gab es 2012 knapp 1.500 offene Stellen für »Bediener von Anlagen und Maschinen«, sind es heute über 5.000 Stellen. Um dieser Entwicklung gegenzusteuern, braucht es unter anderem eine Neudefinition des Berufsbildes in der Öffentlichkeit.

»Wir müssen wegkommen vom Hausmeisterimage. Wir reden hier von einer anspruchsvollen Tätigkeit mit vielen Facetten«, sagt Rojnica. Noch wichtiger ist allerdings die richtige Ausbildung. Das Berufsbild des Facility Managers ist in der dualen Ausbildung schlichtweg nicht existent. Das müssen die Firmen selbst übernehmen. Deshalb startet die Wisag auch 2021 ein eigenes Ausbildungs- und Lehrlingsprogramm, um diese Ausbildungslücke zu schließen.

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