Mittwoch, Juni 12, 2024
Der große Baustellen-Check

Ein allgemeiner Baustopp konnte in Österreich durch die Einigung der Sozialpartner mit der Regierung zwar verhindert werden, dennoch kamen im Zuge des Shutdowns Mitte März zahlreiche Baustellen zum Erliegen. Auftraggeber wie ÖBB und Asfinag haben ihre Baustellen ebenso eingestellt wie alle großen Auftragnehmer. Ab Ende März wurden die Baustellen wieder hochgefahren. Der Bau & Immobilien Report hat je acht Auftraggeber und Auftragnehmer unterschiedlicher Größe gefragt, wie viele ihrer ursprünglichen Baustellen wieder in Voll- oder Teilbetrieb sind, wie viel ihres theoretischen Arbeitskräftepotenzials im Einsatz ist und was die größten Hürden beim Neustart der Baustellen sind. Ein Überblick

Die Report-Umfrage zeigt, dass die heimischen Baustellen auf dem Weg zurück in die Normalität sind. Die meisten der befragten Auftragnehmer und Auftraggeber berichten, dass ein hoher Prozentsatz der Baustellen, die vor Corona in Betrieb waren, wieder annähernd Vollbetrieb haben, der Großteil der restlichen Baustellen ist zumindest in Teilbetrieb. Die echten Stillstände werden täglich weniger. Dazu kommt, dass vor allem öffentliche Auftraggeber aus dem Bereich der Verkehrsinfrastruktur die Gunst der Stunde nutzen und wegen des geringen Verkehrsaufkommens Projekte vorziehen. So führt etwa die ÖBB derzeit zahlreiche für einen späteren Zeitpunkt geplante Instandhaltungsarbeiten durch.



Hürden beim Hochfahren

Der Neustart einer Baustelle ist nicht einfach. In der aktuellen Situation kommen noch zahlreiche Stolpersteine hinzu. Für fast alle befragten Unternehmen sind die Einhaltung und Umsetzung der gesetzlichen Schutzmaßnahmen die größten Hürden. »Gerade zu Beginn war es fast unmöglich, die notwendige Schutzausrüstung zu bekommen«, erklärt der niederösterreichische Landesinnungsmeister Bau, Robert Jägersberger. Auch die Aufrechterhaltung der Lieferketten stellt eine Baustelle vor erhebliche Schwierigkeiten. Vorleistungen werden nicht oder verspätet durchgeführt. Dazu kommt der enge Abstimmungsbedarf zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer und der hohe organisatorische Aufwand. Michael Pech, Vorstandsvorsitzender des österreichischen Siedlungswerks ÖSW, sieht die größten Hürden »in den Produktivitätsverlusten aufgrund von Personalmangel speziell bei ausländischen Arbeitskräften sowie teilweise Lieferverzögerungen bei Materiallieferungen«. Dennoch konnte das ÖSW im April alleine in Wien 145 Wohnungen übergeben. Das Problem mit ausländischen Zulieferbetrieben kennt man auch bei der BIG. Obwohl man von Anfang an bemüht war, Bauvorhaben weiterzuführen, kommt es beim Parlamentsumbau aktuell zu Verzögerungen, weil die Gläser für die Dachkonstruktion aus dem Ausland kommen und aufgrund von Produktionsausfällen derzeit nicht geliefert werden können. Häufiger Kritikpunkt sind auch zeitverzögerte Behördentätigkeiten sowie nicht-erfolgende Fördervergaben, wodurch Beauftragungen stocken und Baustellen nicht wie geplant starten können.

 

 

Meistgelesene BLOGS

Firmen | News
01. März 2024
Unter dem Motto „Mission Zukunft - Transformation der Wirtschafts- und Energiesysteme" veranstalten die Deutsche Handelskammer in Österreich in Kooperation mit Fraunhofer Austria Research das Deutsch-...
Firmen | News
14. März 2024
Bereits zum dritten Mal verleiht die auf Informationssicherheit spezialisierte Zertifizierungsinstanz CIS - Certification & Information Security Services GmbH die begehrte Personenauszeichnung „CI...
Firmen | News
25. März 2024
Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel und Künstliche Intelligenz (KI) spielt dabei eine entscheidende Rolle. Unternehmen weltweit erkennen zunehmend die Bedeutung von KI für ihre Produktivität und W...
Alfons A. Flatscher
21. März 2024
 Mit KI-Technologien bleibt kein Stein auf dem anderen. Ganze Berufsstände, die sich bisher unangreifbar fühlten, geraten plötzlich in eine Krise. Legionen von Programmierern arbeiten gerade an d...
Firmen | News
15. März 2024
Moos auf dem Dach sieht zwar eine Weile ganz hübsch aus, aber zu viel kann dann doch auch die Funktion des Daches beeinträchtigen. Flechten, Algen, Vogelkot und andere Schmutzablagerungen hingegen seh...
Andreas Pfeiler
27. März 2024
Die Bundesregierung hat ein lang überfälliges Wohnbauprogramm gestartet. Ausschlaggebend dafür war ein Vorschlag der Sozialpartner, der medial aber zu Unrecht auf einen Punkt reduziert und ebenso inte...
Redaktion
09. April 2024
Die Baubranche befindet sich gerade in einem riesigen Transformationsprozess. Dabei gilt es nicht nur, das Bauen CO2-ärmer und insgesamt nachhaltiger zu gestalten, sondern auch Wege zu finden, wie man...
Mario Buchinger
04. März 2024
Der Faktor Mensch wird noch von vielen Manager*innen unterschätzt und oft nur auf Kostenaspekte reduziert. Diese Einschätzung ist fatal und fällt betreffenden Unternehmen zunehmend auf die Füße. Warum...

Log in or Sign up