Dienstag, Mai 28, 2024

Auch heuer wieder hat der Bau & Immobilien Report führende Baumaschinenhersteller nach spektakulären, herausfordernden oder einfach nur interessanten Einsatzberichten gefragt. Herausgekommen ist ein Sammelsurium nicht immer alltäglicher Einsätze.

Bomag: Straßenbauprojekt in der Türkei
Die Izmit Bay Hängebrücke ist Teil einer 390 Kilometer langen Autobahn, die ab 2020 Istanbul mit der westlichen Türkei verbinden wird. Mit 2,68 Kilometern Länge und einer Spannweite von 1.550 Metern wird die Brücke nach ihrer Fertigstellung die viertlängste Hängebrücke der Welt sein. Die Konstruktion der Brücke liegt in der Hand einer internationalen Arbeitsgemeinschaft, die türkische Baufirma Yener Asfalt hat den Zuschlag für den Bau des ersten Autobahnabschnittes zur Brücke erhalten. Auf dem 8 km langen Teilstück der Autobahn werden insgesamt 300.000 t Schottermaterial und 200.000 t Asphaltmischgut mithilfe von vier Bomag Fertigern BF 800 C eingebaut. Bereits nach 500 m gefertigter Strecke zeigt sich Bauingenieur Berkan Dogan beeindruckt. »Ich habe zahlreiche Projekte begleitet, bei denen die Gutachter dachten, die Asphaltbinderschicht sei die Deckschicht, aufgrund der hohen Gleichmäßigkeit und Ebenheit des Asphalts. Das haben wir nicht nur unseren erfahrenen Arbeitern, sondern auch dem Bomag Fertiger zu verdanken.« Der Bau der Izmit-Brücke soll Ende 2016 abgeschlossen sein.

Caterpillar: Paletten im Kreislauf
Eine professionelle Bewirtschaftung von Paletten geht weit über die Produktion und Reparatur hinaus. Sie beinhaltet den gesamten Palettenkreislauf: angefangen bei der Disposition und dem Transport über die Qualitätskontrolle bis hin zu Lagerung und Abrechnung. Mit diesem »Rund um die Palette«-Erfolgskonzept schaffte es die Wintergroup innerhalb weniger Jahre zum Marktführer am österreichischen Palettenmarkt. Am Standort Hof sind auf einer Betriebsfläche von rund 15.000 Quadratmetern mittlerweile 120 Mitarbeiter beschäftigt. Der eigene Fuhrpark umfasst zwölf Lastkraftwagen, unzählige Forstmaschinen, vier Caterpillar-Radlader und fünf Traktoren, darunter ein mit einem Caterpillar-Motor C13 ausgestatteter Claas Xerion 5000. Erst kürzlich wurde wieder in neue Maschinentechnik investiert. Die Zeppelin Österreich GmbH lieferte einen neuen Cat 930M nach Hof. Der Radlader überzeugte Unternehemsgründer Franz Winter hinsichtlich der Erfüllung der neuen Emissionsnormen Tier 4 Final/Stufe IV mit einem Modul für saubere Emissionen, kombiniert mit verbessertem Fahrerkomfort und nochmals reduziertem Kraftstoffverbrauch. Eingesetzt wird der neue Cat-Radlader bei der Hackgutproduktion und den Schredderarbeiten.

Case: Das Ende einer Brücke
Gerade einmal ein Wochenende hatten sechs schwere Case CX Raupenbagger und ein großer Radlader vom Typ 921F Zeit, um eine 50 Jahre alte Brücke über einer vierspurigen Autobahn im deutschen Andernach abzutragen. Jeweils drei der Raupenbagger wurden mit Betonscheren ausgerüstet, während die drei übrigen mit schweren Hydraulikhämmern der Brücke zu Leibe rückten. Mit dem Voranschreiten der Arbeiten wurden dann später einzelne Maschinen nach Bedarf mit Tieflöffeln ausgerüstet, um Material aus dem Weg zu räumen oder zu verladen.
Da die Fahrbahndecke auf keinen Fall beschädigt werden durfte, mussten vor Beginn besondere Vorkehrungen getroffen werden. Hier spielte der Case Radlader eine wesentliche Rolle. Zunächst wurde über dem gesamten Bereich von Fahrbahn und Grünstreifen ein etwa 1.400 m2 großes Schutzvlies aufgebracht, um diesen vor herabfallenden Brückenteilen zu schützen. Auf der Auflage aus geotextilem Material verteilte der 921F anschließend eine dicke Schicht Sand. Nachdem die Fahrbahn entsprechend geschützt war, konnten die Raupenbagger ungestört mit ihrem gut geplanten Zerstörungswerk beginnen. Nach Abschluss der eigentlichen Abrissarbeiten kam erneut die Stunde des 921F, der nun die Aufgabe hatte, die Fahrbahnen und den Grünstreifen der Autobahn von Schuttresten und dem vorher eingebauten Sandpolster wieder zu befreien.

Liebherr: Testlauf für die neue Radlader-Generation
Die neuen XPower-Großradlader markieren einen Meilenstein in der Technikgeschichte der Liebherr-Radlader. Aufgrund der Fülle von Innovationen, wie dem serienmäßig verbauten leistungsverzweigten Fahrantrieb, hat Liebherr die neue Radlader-Generation noch härter, ausgiebiger und umfassender getestet als je zuvor. Deshalb schickte Liebherr einen L 586 XPower®, ausgestattet mit einer massiven 5,5 m³ Felsschaufel mit Liebherr-Zahnsystem, zu einem internationalen Zementhersteller in die Gewinnung. Bis zu 400 Meter lange Fahrstrecken und Steigungen von bis zu 30 Prozent charakterisierten den anspruchsvollen Testeinsatz. Bei diesen Anforderungen kamen die Vorzüge des leistungsverzweigten Fahrantriebs zum Tragen. Die Kombination aus hydrostatischem und mechanischem Antrieb sorgt dafür, dass der Radlader bei sämtlichen Einsätzen effizient arbeitet – auch bei langen Strecken und Bergfahrten. Der L 586 XPower® in diesem speziellen Gewinnungseinsatz hat das bewiesen: Trotz der enormen Belastung verbrauchte der Testradlader nur circa 22 Liter Diesel pro Betriebsstunde. Weitere Xpower-Testradlader setzte Liebherr in Recyclingbetrieben und Sägewerken ein. Zudem wurden Schlacke in einem Stahlwerk und Kohle in einem Hafen verladen.

Rubble Master: Brechen im Stadtgebiet
Die größte Herausforderung von städtischen Baustellen sind die Arbeiten auf engstem Raum und die strikten Emissionsvorschriften bezüglich Staub und Lärm.  Das war auch in Haifa, Israel der Fall, wo mitten in der Stadt Kalkstein gebrochen wird. Für diese Aufgabe kam der RM 100GO! zum Einsatz. Dieser zeichnet sich durch hohe Flexibilität und einfachen Transport aus – zwei Grundvoraussetzungen in beengten Stadtgebieten. Vor allem in einer Großstadt wie Haifa bedeutet das nicht nur eine beträchtliche Zeitersparnis, die mobile Aufbereitung verringert auch das innerstädtische Transportaufkommen beträchtlich. 60.000 m³ Kalkstein wurden während dieses Einsatzes vor Ort aufbereitet. Trotz seiner kompakten Größe schaffte der RM 100GO! eine beachtliche Durchsatzleistung von durchschnittlich 100 t/h. Das aufbereitete Endkorn wird anschließend im Straßenbau in Haifa verwendet. Kurze Transportwege, hoch qualitatives Endkorn und die kompakte Brechergröße hatten bei diesem Einsatz oberste Priorität.

Rockster: Speicherteich am Hochkönig
Zur Versorgung der Schneekanonen wurde die G. Hinteregger & Söhne Baugesellschaft m.b.H. von der Bergbahnen Hochkönig mit der Errichtung eines Speicherteiches mit ca. 70.000 m³ Fassungsvermögen und einer Pumpstation beauftragt. Das Felsaushubmaterial wurde gewonnen, vor Ort gebrochen und für verschiedene Bereiche auf der Baustelle wieder eingesetzt. Dazu mietete die Firma Hinteregger einen Rockster Prallbrecher R900 von der Haberl Baumaschinen GmbH in Seekirchen. Der R900 wurde mit Material von 0–700 mm Durchmesser beschickt und erzeugte Kies mit 0/32 und 32/70. 0/8er Material wurde durch ein weiteres Sieb getrennt und für Felsböschungen unterhalb der Drainagematten eingesetzt, die Körnung 8/32 wurde für Drainagen verwendet und die Korngruppe 32/70 wurde für die Überschüttung der Teichfolie benötigt.In Summe wurden auf der alpinen Baustelle rund 8.000 m³ Felsmaterial aufgegeben. »Wir hatten Rockster zum ersten Mal im Einsatz und die Leistung entsprach vollauf unseren Erwartungen. Vor allem der problemlose An- und Abtransport und die einfache Bedienung des R900 möchte ich positiv hervorheben«, so Hinteregger-Projektleiter Johann Lienbacher.

Volvo: Baggern für das Bundesheer
In Kärnten, Salzburg und Niederösterreich sind die drei Pionier-Bataillone des Bundesheeres stationiert. Für jede dieser drei Einheiten gelangten im vergangenen Jahr je zwei Kompaktbagger der Gewichtsklasse 8 Tonnen zur Ausschreibung. Den Zuschlag erhielt die  Ascendum Baumaschinen Österreich GmbH für sechs Volvo Kurzheckbagger ECR88D. Das Anforderungspaket war mit 480 Punkten außergewöhnlich und umfangreich. Die wichtigsten auf einen Blick zusammengefasst: Flugtransporttauglichkeit für eine Lockheed C-130 »Hercules«, Schnelldemontage der Fahrerkabine, Kaltstartpaket bis -20°C, Standheizung, ein Spezial-Fahrersitz, Heckscheibenwischer, zusätzliche Spiegel und Arbeitsscheinwerfer, Powertilt inkl. Schnellwechsler QCS mit Kranhaken, zehn Verzurr-Ösen für den Lufttransport und vieles mehr. Darüber hinaus müssen zwei der Bagger auch für den Betrieb einer Bohrlafette vom Typ »TMF10L« ausgerüstet sein. Aus diesem Grund fand im Juli 2016 in Hochfilzen/Tirol eine mehrtägige Schulung im Umgang mit der Bohrlafette statt. Die Bagger werden vornehmlich für leichte Erdbauarbeiten und mit Bohrlafette auch im alpinen Bereich für Sprengarbeiten eingesetzt.

Takeuchi: Emissionsfrei in die Zukunft
Der von der Firma Suncar HK AG (Huppenkothen Tochtergesellschaft) umgebaute Takeuchi-Bagger TB1140E wird rein batterieelektrisch betrieben. Eine Batterieladung aus erneuerbaren Energiequellen (Solarenergie) reicht für einen ganzen Arbeitstag. Die bewährte leistungsstarke und fein dosierbare Hydraulik von Takeuchi kommt weiterhin voll zum Einsatz. Durch den emissionsfreien Elektroantrieb läuft der TB1140E Bagger ohne schädliche Abgase und schont damit Mensch und Natur. Weiterer Vorteil ist der geräuscharme und vibrationsfreie Betrieb. Damit ist der TB1140E prädestiniert für den Einsatz in Naturschutzgebieten, bei Arbeiten im Wald, in bewohnten Gebieten und in geschlossenen Gebäuden.

Wacker Neuson: Der Schatz im Silbersee
Der Nationalpark Plitvicer Seen in Kroatien ist nicht nur der älteste Nationalpark Südosteuropas und UNESCO-Weltnaturerbe, sondern war auch Drehort zahlreicher Filme. Unter anderem für einen Klassiker aus der Winnetou-Reihe: »Der Schatz im Silbersee« aus dem Jahr 1962. Nun müssen die Wege rund um die insgesamt 16 Seen saniert und zum Teil neu angelegt werden. Für den Transport diverser Materialien hat sich die Verwaltung des Nationalparks für den Kettendumper DT08 von Wacker Neuson entschieden. Mit einer maximalen Nutzlast von 800 Kilogramm und einer Breite von gerade einmal 79 Zentimetern eignet sich der Kettendumper DT08 bestens für den Einsatz rund um die Plitvicer Seen. Eine optimale Gewichtsverteilung sorgt für geringen Bodendruck, sodass der Dumper auch auf sensiblen Böden eingesetzt werden kann. Die optionale Selbstladeeinrichtung erleichtert das Befüllen der Mulde. Als Muldenvarianten stehen beim DT08 eine Frontkippmulde und eine Hochkippmulde zur Auswahl. Sein hydrostatischer Fahrantrieb und der leistungsstarke Motor sorgen zudem nicht nur für komfortables Arbeiten, sondern auch dafür, dass die Wegsteigungen kein Problem darstellen.

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