Dienstag, Mai 28, 2024

Eine gut funktionierende Infrastruktur ist Lebensader und Rückgrat jedes Wirtschaftsraumes. Auch in Österreich fließen jedes Jahr jede Menge Euros in den Ausbau und die Sanierung der baulichen Infrastruktur des Landes. Die Asfinag investiert jährlich rund eine Milliarde, die ÖBB lässt im gleichen Zeitraum mehr als zwei Milliarden pro Jahr springen. Und die BIG managt jährlich Neubauten  und Generalsanierungen mit einem durchschnittlichen Investitionsvolumen von 450 Millionen Euro. Ein kurzer Streifzug durch die wichtigsten Baustellen von BIG, ÖBB und Asfinag.

ASFINAG: Neubau A5 Schrick - Poysbrunn

Derzeit fahren durch die kleinen Gemeinden zwischen Schrick und Poysbrunn täglich 10.600 Autos, davon 1.900 Lkw. Mit der neuen A5 will die Asfinag 60 Prozent davon abziehen, um Lebensqualität und Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die A5 zwischen Schrick und Poysbrunn wird insgesamt 25 Kilometer lang und umfasst 45 neue Brücken.  Eine Besonderheit der Bauarbeiten an der A5 sind die enormen Erdbewegungen zur Errichtung der neuen Autobahntrasse. Seit Beginn der Hauptbauarbeiten im April 2015 wurden bereits rund vier Millionen Kubikmeter Erde abgetragen und als Damm wieder aufgeschüttet oder für das Formen des Geländes rund um die neue Autobahn genutzt. Und da die Autobahn auch eine leistungsstarke Entwässerung und Verkabelung benötigt, hat die Asfinag im letzten Baujahr bereits 27 Kilometer an Leitungen und Straßenentwässerungen eingebaut. Ein Großteil der Umlegung des bestehenden Landesstraßennetzes ist ebenfalls bereits abgeschlossen. Insgesamt acht Landesstraßen haben nun eine neue Streckenführung. 28 der insgesamt 45 Brücken stehen im Rohbau ebenfalls für die Endfertigstellung bereit. Außerdem wird zur Reduktion von Unfällen mit falsch beladenen, überladenen oder gar schlecht ausgerüsteten Lkws nördlich von Schrick ein Verkehrskontrollplatz errichtet. Auf rund 15.000 Quadratmetern können dann 39 Lkws zeitgleich einer Rund-um-Kontrolle unterzogen werden. Eine moderne Fahrzeug-Prüfhalle sowie eine Lkw-Wiegeeinrichtung und ein überdachter Kontrollbereich stehen zur Verfügung. Aktuell arbeiten rund 600 Personen auf der Baustelle, bei der über 200 spezielle Großgeräte wie Kräne, Bagger und Schubraupen zum Einsatz kommen.

Insgesamt 45 Brücken werden auf der 15 Kilometer langen A5 zwischen Schrick und Poysbrunn errichtet.

Baubeginn: April 2015
Bauende: Ende 2017
Länge: 25 km
Brücken: 45
Lärmschutzwälle: 7.300 lm
Lärmschutzwände: 18.500 m²
Investition: 283 Mio. Euro


ASFINAG: Sanierung Arlberg Tunnel

Seit zwei Jahren laufen bereits die Arbeiten zur Sanierung und Verbesserung der Sicherheitseinrichtungen im längsten Straßentunnel Österreichs. 120 Millionen Euro investierte die Asfinag bisher in diese Maßnahmen – weitere 40 Millionen Euro sind noch bis zum endgültigen Abschluss der Bauarbeiten vorgesehen. Aktuell laufen die Vorbereitungen für die nächste Vollsperre ab 18. April 2017.  In den fünfeinhalb Monaten der kommenden Vollsperre konzentrieren sich die Arbeiten auf die Elektro- und Sicherheitseinrichtungen. Notrufnischen und Betriebsräume werden mit allen notwendigen Einrichtungen ausgestattet – es erfolgt die Umstellung auf das neue Betriebssystem für sämtliche Tunnelanlagen, LED-Beleuchtung, AKUT (»Ohren für den Tunnel«) und eine Hochdrucksprühnebelanlage werden eingebaut. Für alle Autofahrer ein sofort erkennbares Zeichen der Sanierung ist die neue Beschichtung im Tunnel. Ein Aufhellungsanstrich soll Autofahrerinnen und Autofahrern ein besseres Sicherheitsgefühl bei der Durchfahrt geben. Beim Thema Umweltschutz widmete sich die Asfinag den Tunnelwässern. Mit einer Erneuerung der Entwässerung kommt ein Trennsystem zum Einsatz, das Straßen- und Bergwasser voneinander trennt. Dazu wurden zwei Ableitsysteme im gesamten Tunnel eingebaut. Die Wässer werden ökologisch vorgereinigt und anschließend in die Kläranlagen weitergeleitet.

In den fünf Monaten der Vollsperre konzentrieren sich die Arbeiten auf die Elektro- und Sicherheitseinrichtungen.

Baubeginn: September 2014
Bauende: September 2017
Neue Pannenbuchten: 8
Neue Fluchtwege: 37
Systemdatenpunkte: 122.000
Investition: 160 Mio. Euro


 ASFINAG: Generalerneuerung Hochstraße Inzersdorf

Seit September 2015 wird die in den 1970er-Jahren errichtete Hochstraße Inzersdorf auf der A 23 Südosttangente sukzessive abgebrochen und neu gebaut. Aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters und der starken täglichen Verkehrsbelastung ist die Hochstraße dringend sanierungsbedürftig. Rund 145.000 Kraftfahrzeuge benutzen täglich diesen Abschnitt der Tangente. Diese hohe Frequenz und der große Lkw-Anteil haben dem Bauwerk stark zugesetzt. Nach der Fertigstellung des Neubaus im Sommer 2018 wird die Hochstraße über einen durchgängigem Pannenstreifen, Sicherheitsausrüstungen auf dem letzten Stand der Technik, Beleuchtung im Mittelstreifen mit neuer LED-Technologie sowie eine neue 4,5 Meter hohe Lärmschutzwand zum Schutz für rund 4.500 Anrainerinnen und Anrainer verfügen. Aktuell ist Halbzeit beim Neubau der Hochstraße Inzersdorf auf der A 23 Südosttangente. Damit die Errichtung des knapp vier Kilometer langen neuen Abschnittes auch weiterhin im Zeitplan bleibt, fährt die Asfinag seit dem 6. Jänner wieder schweres Gerät auf, um den zweiten großen Teil der alten Stelzenautobahn abzureißen.

Täglich 145.000 Fahrzeuge und der Zahn der Zeit haben der Hochstraße Inzersdorf stark zugesetzt.

Baubeginn: März 2015
Bauende: August 2018
Gesamtlänge: 3,7 km
Fahrzeuge/Tag: 145.000
Investition: 131 Mio. Euro


ÖBB: Lückenschluss St. Pölten - Loosdorf

Der Lückenschluss St. Pölten - Loosdorf, auch als Güterzugumfahrung St. Pölten (GZU) bekannt, ist eine 24,7 km lange, zweigleisige Hochleistungsstrecke, die im Rahmen des viergleisigen Ausbaus der Weststrecke errichtet wird. Sie verläuft südlich des Stadtzentrums von St. Pölten und wird zukünftig den stark frequentierten Citybereich vom Güter- und Durchgangsverkehr entlasten sowie zusätzliche Kapazitäten zulassen. Der Ausbau der GZU ist strategisch wichtig, da der Bahnhof St. Pölten in Niederösterreich zu den letzten Nadelöhren der Weststrecke (Wien – Linz) gehört. Die Güterzugumfahrung wird im Dezember 2017 in Betrieb genommen.

731,3 Millionen Euro kostet die Güterzug­umfahrung St. Pölten.

Baubeginn: 1999
Baustopp: 2000
Neubeginn: November 2009
Gesamtinbetriebnahme: Dezember 2017
Gesamtlänge: 24,7 km
Investitionen: 731,3 Mio. Euro


ÖBB: Semmering-Basistunnel

Mit dem Semmering-Basistunnel reisen Fahrgäste ab 2026 umweltfreundlich und sicher in weniger als zwei Stunden von Wien nach Graz: Der zweigleisige Eisenbahntunnel verbindet Gloggnitz und Mürzzuschlag und bedeutet neben dem Mehr an Reisekomfort für die Bahnkunden eine enorme Effizienzsteigerung im Güterverkehr. Mit dem Baustart für den dritten und letzten Tunnel-Abschnitt ist der Semmering-Basistunnel voll in Bau. Für den rund 27 km langen Bahntunnel werden insgesamt 62 Tunnel-Kilometer gegraben – neben den zwei Bahntunnelröhren auch acht Kilometer an Zugangstunneln, Verbindungstunneln und Schächten. Auf insgesamt vier Baustellen wird derzeit gleichzeitig gegraben und gebaut.

Für den rund 27 km langen Bahntunnel werden insgesamt 62 Tunnel-Kilometer gegraben.

Baubeginn: 2012
Fertigstellung: 2026
Gesamtlänge: 27,3 km
Investitionen: rund 3,3 Mrd. Euro


ÖBB: Koralmbahn

Die Südstrecke ist eines der größten und spektakulärsten Infrastrukturprojekte der nächsten Jahrzehnte. Auf einer Gesamtlänge von 470 Kilometern, von der nördlichen bis zur südlichen Staatsgrenze Österreichs, arbeitet die ÖBB-Infrastruktur an mehr als hundert großen und kleinen Bahn-Infrastrukturprojekten. Entlang der Südstrecke werden 200 Kilometer Bahnlinie modernisiert, 170 Kilometer komplett neu gebaut und in Summe 80 Kilometer neue Tunnel errichtet. Über 90 Bahnhöfe werden modernisiert und 18 neu gebaut. Etwa 5000 Menschen arbeiten daran in den kommenden Jahren. Eines der Schlüsselprojekte der neuen Südstrecke ist die Koralmbahn. Die zweigleisige Hochleistungsstrecke ist 130 Kilometer lang, 33 Kilometer davon gehen durch den Koralmtunnel – das Herzstück der Koralmbahn. Darüber hinaus entstehen hier zwölf neue Haltestellen, mehr als 100 Brücken sowie einige weitere Tunnelbauten. Nach der Fertigstellung absolvieren die Fahrgäste rund ein Drittel der Strecke in modernen Tunnels und mit einer möglichen Höchstgeschwindigkeit von bis zu 250 km/h. Aktuell sind etwa 90 Prozent der gesamten Koralmbahn in Bau oder bereits fertiggestellt.

Rund 90 Prozent der Koralmbahn sind in Bau oder bereits fertiggestellt.

Baubeginn: 1999
Gesamtinbetriebnahme: 2023
Gesamtlänge: 130 km
Investitionen: rund 5,2 Mrd. Euro


BIG: Neubau Med Campus Graz

Die BIG als Bauherr und Eigentümer errichtet den von Riegler Riewe Architekten geplanten Neubau für die Medizinische Universität Graz.  Der Gebäudekomplex von Modul 1 wird auf einem ca. 2,7 Hektar großen Grundstück gebaut und bietet rund 40.000 Quadratmeter Nettoraumfläche. Der Med Campus ist das erste Laborgebäude mit der Vorzertifizierung »Gold« der Österreichischen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (ÖGNI). Zu den Besonderheiten des Campus zählt die Geothermieanlage mit 119 Tiefensonden in jeweils 125 Metern Tiefe, die die Heizung- und Kühlung des Gebäudes unterstützen wird. Die Geothermieanlage wird rund 35 Prozent des Kühl- und rund 55 Prozent des Wärmebedarfs decken. Ein System zur Wärmerückgewinnung der Abluft – auch aus den Labors – wird installiert. Die Beleuchtung des Gebäudes wird mit einer Tageslichtsteuerung versehen und verringert damit den Energieverbrauch. Der geplante außenliegende Sonnenschutz passt sich automatisch dem Sonnenstand an und verhindert somit eine Überhitzung und übermäßigen Kälteverbrauch in den Sommermonaten und ermöglicht die Maximierung der Tageslichtausnutzung.

Der Med Campus ist das erste Laborgebäude mit der Vorzertifizierung »Gold« der Österreichischen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (ÖGNI).

Baubeginn: Juli 2013
Bauende: September 2017
Architektur: Riegler Riewe Architekten
Nettoraumfläche: 40.000 m²
Investition (Modul 1): 180 Mio. Euro


BIG: TrIIIple

Das Großprojekt der BIG-Tochter ARE-Development gemeinsam mit der Soravia Equity wird drei im Dialog zueinanderstehende Türme mit rund 500 Eigentums-, Miet- und Vorsorgewohnungen umfassen. In einem weiteren Büroturm werden rund 12.000 m2 Bürofläche zur Verfügung stehen. Läuft alles nach Plan, soll noch 2017 mit dem Bau begonnen werden, 2020 könnten dann bereits die ersten Bewohner einziehen. Entworfen vom renommierten Architektenteam Henke Schreieck, setzt TrIIIple auf die optimale Kombination aus Wohn-, Arbeits- und Lebensraum: angebunden an das bestehende Verkehrsnetz, direkt am Wasser und in unmittelbarer Nähe von Donaukanal und Prater, zwei der beliebtesten Erholungsgebiete Wiens. Die Investitionen in die sozialen Infrastrukturmaßnahmen betragen insgesamt 10 Millionen Euro und wurden im städtebaulichen Vertrag mit der Stadt Wien definiert. So wird ein vier- bis sechsgruppiger Kindergarten in der zweigeschoßigen Sockelzone von TrIIIple eingerichtet und massiv in die Erweiterung der Schule in der Dietrichgasse investiert. Die stadträumliche Situation wird durch ein entsprechendes Verkehrskonzept deutlich verbessert, Anrainer profitieren zudem von neu geplanten Gastronomie- und Einkaufsmöglichkeiten in der zweigeschoßigen Sockelzone und einer attraktiven und begrünten Platzgestaltung rund um den neuen Stadtplatz.

Das Wohnungsangebot reicht von Studios über Dreizimmerwohnungen bis hin zu großzügigen Luxuslofts. 25 Wohnungen werden von der Caritas als Sozialwohnungen für Mütter in Not vergeben.

Baubeginn: Q4 2017
Bauende: 2020
Wohneinheiten: 500
Nutzfläche: 73.000 m²
Investition: k.A.


BIG: Sanierung und Neubau Justizgebäude Salzburg

Bis Sommer 2018 verwandelt die BIG das Justizgebäude in ein modernes Amtsgebäude für Landesgericht und Staatsanwaltschaft Salzburg. Die Sanierung, Adaptierung und Erweiterung des Justizgebäudes Salzburg ist aktuell die größte Baustelle der BIG im Bundesland Salzburg. Als Gebäudeeigentümer und Bauherr investiert die BIG rund 59 Millionen Euro und schafft damit Raum für einen modernen Justizbetrieb. Im November 2016 hat der Neubau bereits die Dachgleiche erreicht. Als Nächstes beginnt die Fassadenverglasung und parallel sukzessive der Einbau von Heizungsinstallation und Elektrik. Danach folgt der Innenausbau. Der Y-förmige Zubau verbindet die Gebäudetrakte am Rudolfsplatz und entlang der Schanzlgasse miteinander. Hier werden künftig der Eingang samt Sicherheitsschleuse, das Justiz-Servicecenter und Verhandlungssäle untergebracht sein. Ein Atrium mit Glasdach sorgt für viel Tageslicht und freundliche Atmosphäre im Bereich der Verhandlungssäle und erleichtert die Orientierung. Großzügig angelegte Fensterflächen und Holzverkleidungen erzeugen einen positiven Raumeindruck und bringen viel natürliches Licht ins Innere. Neu hinzu kommt ein Dachterrassencafé für Mitarbeiter und Besucher mit Blick auf die Festung Hohen Salzburg. Die Pläne für das Bauprojekt stammen von SUE Architekten aus Wien.

Im November 2016 wurde beim 59-Millionen-Euro-Projekt die Dachgleiche erreicht.

Baubeginn: August 2015
Bauende: Sommer 2018
Architektur: SUE Architekten
Nettoraumfläche: 21.200 m²
Investition: 59 Mio. Euro

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