Montag, Oktober 19, 2026

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Bau | Immobilien

Ab sofort fährt ein Wasserstoff-Radlader von Liebherr im Kanzelsteinbruch Gratkorn. STRABAG testet das Gerät mit Wasserstoffmotor zwei Jahre lang und mindestens 50 Stunden pro Woche auf Herz und Niere.

Wasserstoff-Radlader startet in den Praxistest

Kraftstoffe sind bei STRABAG der größte CO2-Verursacher – etwa 40 Prozent der konzerneigenen Emissionen entfallen auf den Dieselverbrauch der Baumaschinen, Nutzfahrzeuge und PKW. „Um bis 2040 klimaneutral zu werden, brauchen wir effektive Lösungen: die Umstellung unserer Baumaschinen auf erneuerbare Antriebstechnologien ist ein essenzieller Hebel. Der Testeinsatz mit dem Wasserstoff-Radlader ist ein Beispiel, wie ein nachhaltiger Betrieb und die Dekarbonisierung unserer Großbaugeräte aussehen kann“, sagt STRABAG CEO Stefan Kratochwill.

Die kommenden Jahre sind für das Unternehmen entscheidend, um von fossilen auf erneuerbare Energieträger umzustellen. STRABAG hat sich dafür der globalen Science Based Targets Initiative (SBTi) verpflichtet. Bis 2030 will das Unternehmen 42 Prozent seiner Scope 1- und 2-Emissionen reduzieren – also die Treibhausgase, auf die STRABAG direkten Einfluss hat. In diesem Rahmen wurden drei zentrale Hebel definiert: den Fuhrpark, die Baumaschinen und die Asphaltmischanlagen.

Eigene Tankstelle sorgt für grünen Wasserstoff

Die Umstellung von schweren Baumaschinen auf nachhaltige Antriebstechnologien ist herausfordernd. Eine marktreife Lösung fehlt bisher. Der Wasserstoffmotor des Radladers ist hier ein wichtiger Ansatz und hat großes Potenzial. „Neben der Wirkung für den Klimaschutz ermöglicht diese Technologie, ein hohes Maß an Wertschöpfung und technologischem Know-how in Westeuropa zu halten. Sie stärkt die Resilienz in den Lieferketten und bietet damit strategische Vorteile“, erklärt Herbert Pfab, technischer Geschäftsführer der Liebherr-Werk Bischofshofen GmbH.

Für den Praxistest wurde eine eigene Wasserstofftankstelle im Steinbruch errichtet, damit der Radlader unkompliziert betankt werden kann. Die Energie Steiermark verfügt als starke regionale Partnerin über wichtige lokale Kompetenzen und wird die Versorgung der Tankstelle im Steinbruch gewährleisten.

Internen Berechnungen zufolge können durch den Einsatz des Radladers 37.500 Liter Diesel und etwa 100 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Durch den wasserstoffbasierten Betrieb entstehen keine Emissionen, die das Klima belasten. Für eine größtmögliche Auslastung des wasserstoffbetriebenen Radladers wird er nicht nur wichtige Arbeiten im Steinbruch übernehmen, sondern auch bei der Asphaltmischanlage auf dem Gelände eingesetzt.

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