Tuesday, May 19, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

Der Bau & Immobilien Report hat die führenden Bauunternehmen des Landes nach aktuellen Vorzeigeprojekten gefragt. Dieses Mal führt die virtuelle Baustellentour von Vorarlberg über Salzburg, Ober- und Niederösterreich bis nach Wien – mit einem kurzen Abstecher nach Bayern und einem längeren nach Schweden.


Habau Group
Schwimmende Unternehmenszentrale an der Donau (Wien)

Am Wiener Handelskai entsteht derzeit die schwimmende Unternehmenszentrale der via donau – Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft. Generalunternehmer Östu-Stettin, ein Unternehmen der Habau Group, errichtet am Donauufer das Bürogebäude auf einem 103 Meter langen und 21 Meter breiten Schwimmponton aus Stahl. Auf dem schwimmenden Fundament entsteht ein zweigeschossiger Bau in Stahl-Holz-Verbundbauweise.

Der Bau erfolgt zunächst an der Lagerhauslände. Nach der Fertigstellung wird das komplette Gebäude rund eineinhalb Kilometer über die Donau zu seinem endgültigen Standort bei der Reichsbrücke verlegt. Architektonisch erinnert der Entwurf an ein modernes Schiff: Bug- und Heckbereiche, Aluminium- und Holzfassaden sowie großzügige Verglasungen greifen das maritime Umfeld auf und lassen das Gebäude wie einen Kreuzfahrtdampfer wirken. Die Fassaden sowie der konstruktive Holzbau werden dabei von der Firma Baumgartner, einem Tochterunternehmen der Östu-Stettin, umgesetzt.

Auftraggeber: via donau – Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH
Baubeginn: Jänner 2026
Voraussichtliches Bauende: März 2027
Investitionsvolumen: 16,6 Mio. Euro

 

Bodner Gruppe
Quadrill (Linz)

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Die Arbeitsgemeinschaft Dywidag/Bodner errichtete auf dem Gelände der ehemaligen Linzer Tabakfabrik das vierteilige Gebäude-Ensemble Quadrill mit einem Nutzungsmix aus Büroflächen, Hotel, Wohnungen, Handel und Gastronomie. Insgesamt sind auf dem Areal 3.000 m² Handelsflächen, davon 1.000 m² für Gastronomie, 18.000 m² Büroflächen sowie 8.400  m² Wohnfläche entstanden. Das Highlight bildet der 109  Meter hohe Quadrill Tower – das höchste Hotel- und Bürogebäude Österreichs außerhalb Wiens.

Quadrill gilt schon jetzt als erfolgreicher Balanceakt zwischen historischem Bestand und zeitgemäßer Architektur. Damit ist die Umgestaltung der nicht denkmalgeschützten Bereiche der alten Tabakfabrik abgeschlossen.

Baubeginn: Februar 2021
Bauende: Anfang 2026
Bruttogeschoßfläche: 85.000 m²
Investitionsvolumen: 205 Mio. Euro

 

Hochtief
Bahnprojekt East Link (SWE)

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Das Bahnprojekt East Link soll die Region Stockholm besser an die Stadt Linköping anbinden und die Reisezeit zwischen beiden Zentren auf eine Stunde verkürzen. Es handelt sich um eine 160 Kilometer lange zweigleisige Hochgeschwindigkeitsstrecke mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Etwa 25 Prozent der Strecke werden als Brücken oder Tunnel realisiert. Hochtief plant und baut den 26 Kilometer langen Abschnitt »OL31 Vagnhärad«, der sieben Tunnel, elf Brücken und einen Bahnhof umfasst.

Die Strecke stellt hohe technische Anforderungen: Die längste Brücke dieses Bauabschnitts misst 1,7 Kilometer und führt über eine bedeutende archäologische Stätte mit Funden aus der Bronzezeit. Darüber hinaus verläuft ein mehr als vier Kilometer langer Tunnel unter einem ökologisch wertvollen Naturschutzgebiet. Das Projekt wurde von der schwedischen Verkehrsbehörde Trafikverket als ECI-Vertrag (Early Contractor Involvement) vergeben und soll bis 2034 fertiggestellt werden.

Auftraggeber: Trafikverket
Planungsstart: 2026
Fertigstellung: 2034
Streckenlänge: 26 km
Tunnel: 7
Bahnhof: 1
Auftragsvolumen: ca. 900 Mio. Euro

 

Leyrer + Graf
Wilddurchlass Seebarn (NÖ)

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An der S 5 bei Seebarn erweiterte Leyrer + Graf im Auftrag der Asfinag den bestehenden Wilddurchlass, um eine überregionale Querungshilfe für Wildtiere zu schaffen. Im Zuge des Projekts erweiterte Leyrer + Graf als Generalunternehmer die Spannweite der bestehenden Unterführung von rund 20 auf 34 Meter. Dafür wurden ein neues Widerlager, ein Mittelauflager aus Rundstützen sowie ein neues Tragwerk mit Randbalken errichtet. Weiters wurden wildökologische Geländeanpassungen umgesetzt, die die Annahme des Querungskorridors durch Tiere fördern, die Brückenausrüstung erneuert sowie eine neue Lärmschutzwand errichtet.
Besondere Expertise bewies das Projektteam beim schonenden Freilegen der Bestandsbewehrung mittels Hochdruckwasserstrahlen sowie bei der Sicherung des zu erhaltenden Tragwerksabschnitts. Die Arbeiten wurden zwischen Februar und November 2025 unter Aufrechterhaltung des Verkehrs ausgeführt und leisteten einen wichtigen Beitrag zur Vernetzung wertvoller Lebensräume entlang der Stockerauer Schnellstraße.

Auftraggeber: Asfinag Bau Management GmbH
Auftragnehmer: Leyrer + Graf Baugesellschaft m. b. H.
Baubeginn: Februar 2025
Bauende: November 2025
Auftragsvolumen: k. A.

 

Porr
Sanierung der Schleuse Kachlet in Passau (GER)

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Es ist das größte Modernisierungsprojekt Bayerns und gilt als ingenieurtechnische Meisterleistung: Gemeinsam mit ARGE-Partnern saniert die Porr das Donau-Stauwerk Kachlet. Ziel ist es, die Betriebssicherheit zu erhöhen, die Anlage an heutige Anforderungen der Binnenschifffahrt anzupassen und ihre Funktionsfähigkeit für die kommenden Jahrzehnte sicherzustellen. Die bestehenden Bauwerke werden bis auf die Grundsohle zurückgebaut und vollständig neu errichtet. Dabei wird jede der beiden Schleusen im Endausbau etwa 335 m lang und 24 m breit sein. Neben dem Neubau der Schleusenkammern umfasst das Projekt auch die Installation moderner Schleusentortechnik. Bei der Errichtung des hochkomplexen Bauwerks kommt eine Vielzahl von Maßnahmen zum Einsatz. Bis zu 100 Mitarbeiter werden auf der Baustelle tätig sein. Dabei werden insbesondere die Spezialtiefbaukenntnisse, Ingenieur- und Erdbauleistungen der Porr gefordert.

Auftraggeber: Wasserstraßen-Neubauamt Magdeburg
Projektbeginn: 2026
Projektende: 2038
Auftragsvolumen: 290 Mio. Euro (ARGE)

 

Rhomberg Bau:
Wohnanlage Kreuzgasse Dornbirn (VBG)

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In Dornbirn hat Rhomberg Bau jüngst ein klassisches Bauvorhaben mit modernem Nutzungskonzept fertiggestellt: Mitten im Stadtzentrum sind zwei miteinander verbundene Baukörper mit 39 modernen Eigentumswohnungen mit ein bis drei Zimmern sowie Gewerbeflächen entstanden. Darunter befindet sich eine knapp 1.000 m² große Einheit, die an die Stadt übergeben wurde und nun die aks Kinderdienste beherbergt. Die Zusammenführung der aks-Angebote an einem Ort mit guter Erreichbarkeit und räumlicher Nähe zu zahlreichen weiteren Gesundheitseinrichtungen stärkt die interdisziplinäre Versorgung nachhaltig.
Eine PV-Anlage für den Allgemeinstrom, eine extensive Dachbegrünung sowie eine Wärmepumpe sorgen für ein effizientes Gebäudeprofil. Für eine besonders langlebige Bauweise hat Rhomberg Bau zweischalige Außenwände mit Klinkerfassade eingesetzt.

Auftraggeber: Rhomberg Bau GmbH
Baubeginn: Mitte 2023
Bauende: Ende 2025
Auftragsvolumen: k. A.

 

Strabag
Wohnbauprojekt »Rote Emma« (Wien)

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Mit dem Wohnquartier »Rote Emma« in Wien-Donaustadt hat die Strabag innerhalb von rund zwei Jahren Bauzeit fünf achtgeschoßige Baukörper mit insgesamt 360 geförderten Mietwohnungen im Auftrag der gemeinnützigen Bauträger BWSG und MIGRA geschaffen. Umgesetzt wurde das Projekt in Holz-Hybridbauweise. Diese Bauweise kombiniert tragende Stahlbetonkerne und -decken mit vorgefertigten Holzelementen und stellt erhöhte Anforderungen an Planung, Logistik und Bauablauf. Ein hoher Vorfertigungsgrad ermöglichte effizientere Prozesse, verkürzte Bauzeiten sowie eine Reduktion des Material- und Energieeinsatzes. Gleichzeitig waren ein konsequenter Witterungsschutz der Holzkonstruktion während der Bauphase sowie speziell entwickelte Konstruktionslösungen – etwa bei der Balkonmontage – erforderlich.

Auftraggeber: BWSG, MIGRA
Baubeginn: ca. 2024
Bauende/Übergabe: 2026
Auftragsvolumen: ca. 74 Mio. Euro

 

Swietelsky
Erhöhung Talsperre Limberg

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Mit der Erhöhung der Limbergsperre in den Hohen Tauern realisiert Swietelsky ein in Österreich einzigartiges Infrastrukturprojekt: Erstmals wird eine Staumauer um 8,7 m erhöht. Die 1951 fertiggestellte, 120 m hohe Talsperre erreicht nach Abschluss der Arbeiten im Jahr 2027 eine Höhe von 128,7 m. Dadurch wächst das Speichervolumen des Stausees Wasserfallboden um 12,7 Millionen Kubikmeter auf 93,9 Millionen Kubikmeter, was eine zusätzliche Speicherkapazität von 30 Gigawattstunden ermöglicht. Für die Umsetzung werden rund 32.000 m³ Beton verarbeitet. Eine besondere Herausforderung ist die Bauausführung auf 1.673 m Seehöhe unter alpinen Bedingungen. Dafür wurde ein weltweit einzigartiger, 219 Tonnen schwerer Spezialkran auf der Dammkrone montiert, der auf Schienen verfahrbar ist und auch extremen Hochgebirgswinden standhält.

Auftraggeber: Verbund
Baubeginn: April 2025
Geplantes Bauende: September 2027
Auftragsvolumen: k. A.

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Design mit KI

KI-gestützte Werkzeuge können bereits in der frühen Planung und Entwurfsphase gewinnbringend eingesetzt werden. Die gesamte Phase der architektonischen Tätigkeit kann Künstliche Intelligenz aber noch nicht unterstützen.

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