Tuesday, May 12, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

Die gemeinnützigen Bauvereinigungen haben 2025 knapp 12.000 Wohnungen fertiggestellt. Das ist zwar ein Minus von 13 %, es gibt aber auch zarte Signale einer Trendwende. In der Politik scheint man mit den langjährigen Forderungen endlich Gehör zu finden.

Bild: GBV-Obmann Michael Gehbauer und seine Stellvertreterin Isabella Stickler sind guter Dinge, dass zumindest Teile ihrer Forderungen zeitnah umgesetzt werden.

Der gemeinnützige Wohnbau erweist sich trotz eines anhaltend schwierigen Marktumfelds weiter als ein wichtiger Auftraggeber für die Bauwirtschaft. 2,7 Milliarden Euro wurden 2025 in den Neubau, 1,7 Milliarden in die Sanierung investiert. Mit 11.910 Einheiten gibt es zwar bei den Fertigstellungen ein Minus von 13 %, laut Michael Gehbauer, Obmann des Verbands gemeinnütziger Bauvereinigungen Österreichs GBV, ist eine Trendumkehr dennoch in Reichweite. »Für das Jahr 2026 wird zwar noch ein weiterer moderater Rückgang auf etwa 11.000 bis 11.600 Fertigstellungen erwartet. Bereits ab 2027 zeichnet sich aber wieder ein sanfter Aufwärtstrend ab«, so Gehbauer. Den hat die Sanierung schon 2025 geschafft. Die Zahl der thermisch sanierten Wohnungen ist um 17 % auf rund 7.900 Wohnungen gestiegen. Wie sich der abrupte Förderstopp 2026 auswirken wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Klar ist nur soviel: Hilfreich ist die politische Kehrtwende des Umweltministeriums eher nicht.

Warten auf die Politik
Erschwert wird die Bautätigkeit neben den noch kaum abschätzbaren Auswirkungen des Nahostkonflikts vor allem durch fehlende Grundstücke, hohe Baukosten und hohen Zinsen, wie Verbands­obmannstellvertreterin Isabella Stickler erklärt.

Angesichts dieser mannigfaltigen Herausforderungen sieht der Verband auch die Politik am Zug. Die Forderungen reichen von einer österreichweiten, verbindlichen Widmungskategorie für den gemeinnützigen Wohnbau nach Wiener Vorbild bis zur Wiedereinführung der Zweckbindung der Wohnbauförderung und dem Aufbau alternativer Finanzierungsmodelle. Auch bei der längst nicht abgeholten Wohnbaumilliarde erwartet man, dass die Gelder weiterhin für den Wohnbau reserviert bleiben.

Überraschend ist, dass sowohl Gehbauer als auch Stickler positiv gestimmt sind, mit ihren Forderungen endlich Gehör in der Politik zu finden. Als Mitglied des ehrenamtlichen Gremiums »Wohnen« im Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport ist für Gehbauer »das Bewusstsein, dass jetzt etwas passieren müsse, deutlich spürbar«. Vor allem in die Wiedereinführung der Zweckbindung der Wohnbauförderung kommt langsam Bewegung. Neben Vizekanzler Babler hat sich auch Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer im Bau & Immobilien Report bereits dafür ausgesprochen. Und auch aus den Ländern nimmt Gehbauer positive Signale wahr.


Fertigstellungen GBVs 2025

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Forderungen an die Politik
- Wiedereinführung der Zweckbindung der Wohnbauförderung
- Fördermittel für die Dekarbonisierung des Wohnbaus
- Mobilisierung von öffentlichen Grundstücken für den gemeinnützigen Wohnbau
- Aufbau alternativer Finanzierungsmodelle zur langfristigen Absicherung des gemeinnützigen Wohnbaus
- Flächendeckende Widmungskategorien für gemeinnützigen Wohnbau nach Wiener Vorbild

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