Friday, June 12, 2026

Mehrwert für Manager

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Eine Analyse des Datenverkehrs über das weltweite Netzwerke der Cloudplattform Fastly hat ergeben, dass KI-Anfragen zwischen Jänner und Mai 2026 um rund 30 Prozent zugenommen haben. Das ist etwa 6,5-mal schneller als der menschliche Traffic im gleichen Zeitraum. 

Bild: iStock

Die Erkenntnisse deuten auf eine neue Situation für Unternehmen hin: Während das Blockieren schädlicher Bots nach wie vor wichtig bleibt, müssen Unternehmen zunehmend strategisch denken und handeln, um den wachsenden Mehrwert aus automatisierten Interaktionen zu erschließen. Fastlys Studie hebt mehrere aufkommende Trends hervor:

- Unternehmen treffen zunehmend strategische Entscheidungen beim Management von KI-Traffic und wägen dabei Inhaltsschutz, Transparenz, Kundengewinnung und digitale Distribution gegeneinander ab. Dies beeinflusst, ob KI-Systeme ihre Inhalte entdecken, referenzieren und ausspielen, und damit letztlich, wie Kunden ihr Unternehmen finden und mit ihm interagieren.

- Maschineller Traffic macht heute einen erheblichen Anteil der Internetaktivität aus, darunter KI-Crawler, KI-"Fetcher", Bots, Agenten und API-gesteuerte Systeme.

- KI-Traffic tritt in vielen Formen auf: Crawler und Fetcher zeigen unterschiedliche Muster, Zwecke und Anforderungen an die Infrastruktur.

- KI-Fetcher und -Agenten gewinnen zunehmend an Bedeutung, da KI-Assistenten Echtzeitinformationen abrufen, um Fragen zu beantworten, Optionen zu vergleichen, Fakten zu prüfen und Aufgaben im Auftrag von Nutzern zu erledigen.

„KI-Traffic verändert grundlegend, wie das Internet funktioniert", sagt Artur Bergman, Gründer und Chief Technology Officer bei Fastly. „Unternehmen bewegen sich weg von einer Welt, in der Menschen die primären Nutzer digitaler Erlebnisse sind. Die Herausforderung besteht nicht mehr nur darin, Bots zu blockieren. Es geht darum zu verstehen, welche maschinellen Interaktionen beschleunigt, verwaltet, hinterfragt oder gestoppt werden sollten."

Zwei Arten von KI-Traffic: Crawler und Fetcher

Die Studie identifiziert außerdem zwei unterschiedliche Kategorien von KI-Traffic: KI-Crawler und KI-Fetcher. KI-Crawler sammeln systematisch Informationen aus dem Web, um KI-Modelle aufzubauen und zu aktualisieren, während KI-Fetcher Informationen als Reaktion auf spezifische Nutzeranfragen über KI-Assistenten und aufkommende agentische Anwendungen abrufen. Die Daten vom Mai 2026 zeigen zudem, dass beide Workloads die Infrastruktur ganz unterschiedlich beanspruchen: Mehr als die Hälfte (51 Prozent) der KI-Anfragen erfordern Origin-Zugriff, verglichen mit weniger als 9 Prozent bei menschlichen Anfragen. Einzelne KI-Dienste wuchsen besonders schnell: So nahm der mit Claude verbundene Traffic gegenüber Januar 2026 um mehr als 555 Prozent zu.

Die Erkenntnisse legen nahe, dass das Management von KI-Traffic sich von einer Sicherheits- und Infrastrukturthematik zu einer umfassenderen Geschäftsstrategie entwickelt. Da Unternehmen bewerten, wie KI-Systeme mit ihren Inhalten, Anwendungen und APIs interagieren, gewinnen Transparenz und Kontrolle zunehmend an Bedeutung.

Fastlys Analyse zeigt zudem, dass Unternehmen immer unterschiedlicher auf KI-Traffic reagieren. In einem Fall verhängte ein großes Unternehmen eine vollständige Blockade gegen einen plötzlichen Anstieg von KI-Fetcher-Traffic, höchstwahrscheinlich um die inhaltliche Autorität zu wahren. Ein anderes großes Unternehmen entschied sich dafür, KI-Agenten nicht zu blockieren, was über mehrere Monate zu einem Anstieg des Fetcher-Volumens führte und potenziell zu mehr Sichtbarkeit bei KI-gestützten Diensten beitrug. Diese Beispiele verdeutlichen, wie Entscheidungen über KI-Traffic nicht nur den Zugang zu Inhalten, sondern auch das Kundenengagement in einem zunehmend agenten-getriebenen Internet beeinflussen können.

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