Montag, Juli 20, 2026

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Die rasante Verbreitung von künstlicher Intelligenz sorgt für einen tiefgreifenden Wandel in der digitalen Informationswelt und stellt Nutzerinnen und Nutzer vor neue Herausforderungen. Eine aktuelle repräsentative Studie des digitalen Research Instituts Marketagent zeigt ein klares Spannungsfeld: Während KI als Technologie grundsätzlich auf Offenheit trifft, wächst gleichzeitig die Skepsis gegenüber den Inhalten, die sie produziert.

Mann bedient Handy mit Anfrage an GenAI
Bild: iStock

 

Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag der Österreicherinnen und Österreicher angekommen: Die Mehrheit der gut 1.000 Befragten der Marketagent-Studie gibt an, KI aktiv zu nutzen (83%), jede*r Zweite sogar mindestens einmal pro Woche (51%). Besonders die junge Generation treibt diese Entwicklung voran: 4 von 5 Vertreter*innen der Generation Z greifen regelmäßig auf KI-Anwendungen zurück (80%). Österreichweit werden ChatGPT und Co. dabei vor allem als pragmatische Werkzeuge eingesetzt und insbesondere zur schnellen Recherche und Informationsbeschaffung herangezogen (62%). Vor allem die Jüngeren verwenden sie auch verstärkt zur Erstellung, Überarbeitung oder Zusammenfassung von Texten.

Trotz dieser breiten Nutzung bleibt die Haltung gegenüber Künstlicher Intelligenz ambivalent: Zwar steht rund ein Drittel der Bevölkerung KI grundsätzlich positiv gegenüber (35%, Generation Z: 49%), jede fünfte Person äußert jedoch eine klare Ablehnung (20%).

Masse statt Klasse

Mit der zunehmenden Nutzung steigt auch die Präsenz von KI-generierten Inhalten: Fast 6 von 10 Österreicher*innen geben an, solchen Inhalten regelmäßig zu begegnen (58%). Doch die wachsende Sichtbarkeit führt nicht automatisch zu Akzeptanz. Im Gegenteil, die Verbreitung von KI-Content wird von vielen kritisch gesehen: 4 von 10 bewerten die zunehmende Masse an KI-generierten Bildern, Texten und Co. als negativ (41%) und jede*r Zweite konsumiert entsprechende Inhalte eher ungern (52%). Auch die wahrgenommene Qualität bleibt hinter den Erwartungen zurück und wird durchschnittlich nur als mittelmäßig eingestuft (Mittelwert: 2,9).

Wunsch nach Kennzeichnung

Als zentrales Problem kristallisiert sich auch die mangelnde Gewissheit heraus: Nur rund ein Viertel der Bevölkerung fühlt sich sicher darin, KI-generierte Inhalte zuverlässig zu erkennen (23%). Selbst unter jungen Menschen, die sich besonders intensiv mit digitalen Technologien beschäftigen, bleibt diese Sicherheit begrenzt (40%).

Um KI-Inhalte zu identifizieren, achten Nutzerinnen und Nutzer vor allem auf unnatürlich wirkende Elemente (49%) oder inhaltliche Unstimmigkeiten (43%). 35 Prozent werden misstrauisch, wenn der Content zu glatt oder perfekt ist. Genau so viele hoffen auf eine explizite KI-Kennzeichnung (35%).

Vor diesem Hintergrund zeigt die Bevölkerung auch eine klare Forderung nach Transparenz und Regulierung: Eine überwältigende Mehrheit von 85 Prozent spricht sich für eine verpflichtende Benennung von KI-generierten Inhalten aus.

„Transparenz ist ein zentrales Schlüsselthema im Umgang mit künstlicher Intelligenz. Nutzerinnen und Nutzer wollen wissen, womit sie es zu tun haben und fordern klare Orientierung in einer zunehmend unübersichtlichen Informationslandschaft“, erklärt Andrea Berger, Research & Communications Manager bei Marketagent.

Social Media im Umbruch

Die Auswirkungen von KI sind insbesondere in sozialen Medien spürbar. Jede dritte befragte Person berichtet bereits von einem veränderten Nutzungsverhalten: Das Vertrauen sinkt (54%), Inhalte werden kritischer hinterfragt (47%) und ein Drittel reduziert sogar bewusst den eigenen Social Media Konsum (33%).

Parallel dazu verschieben sich die Qualitätsmaßstäbe: Inhalte mit erkennbar menschlichem Ursprung (43%) gewinnen an Bedeutung. Bekannte Absender (35%), echte Expertise (29%) und persönliche Handschrift (24%) werden zunehmend als vertrauensbildende Faktoren wahrgenommen.

Minderwertige Massenware

Ein besonders prägnanter Begriff in Zusammenhang mit der KI-Content-Flut ist „AI Slop“, also massenhaft produzierte, oft oberflächliche KI-Inhalte (deutsch: KI-Schrott). Auch wenn der Begriff selbst hierzulande noch nicht breit bekannt ist (23%, Generation Z: 41%), nimmt die Mehrheit das Phänomen belangloser und austauschbarer Inhalte bereits aktiv wahr (71%).

Und auch die damit verbundenen Risiken sind längst in der Bevölkerung angekommen: Neben sinkender Qualität von Online-Inhalten (46%) befürchten die Menschen in Österreich vor allem gezielte Manipulation (45%) und Verbreitung von Desinformation (44%) durch den „KI-Müll“. Drei Viertel gehen davon aus, dass diese Entwicklung in Zukunft weiter zunehmen wird (75%).

„Die Ergebnisse unserer Studie zeigen deutlich: Künstliche Intelligenz ist gekommen, um zu bleiben. Während die Tools die Produktion von Inhalten massiv erleichtern und beschleunigen, steigt gleichzeitig der Wunsch nach Orientierung und Authentizität. Für Medien, Plattformen und Marken ergibt sich daraus eine klare Aufgabe: Wer langfristig relevant bleiben will, muss nicht nur technologisch mithalten, sondern vor allem Vertrauen schaffen: durch Klarheit, Qualität und eine erkennbare menschliche Handschrift“, so das Fazit von Marketagent-Founder Thomas Schwabl.

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