Dienstag, Juli 21, 2026

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Bau | Immobilien

Die österreichische Bauwirtschaft dürfte 2026 ihren Tiefpunkt erreichen. Von einer raschen Erholung kann laut der aktuellen Bauprognose von EY-Parthenon allerdings keine Rede sein.

Bauarbeiten auf einer Straßenbau-Baustelle

Der Rückgang im Hochbau schwächt sich laut Studie deutlich ab, hohe Baukosten, anspruchsvolle Finanzierungsbedingungen und eine weiterhin schwache Projektpipeline verhindern jedoch einen schnellen Neustart. Statt eines kräftigen Aufschwungs erwartet EY vielmehr eine längere Phase der Bodenbildung.
Besonders deutlich wird das anhand der Entwicklung des gesamten Bauvolumens. Nach Berechnungen von EY sank dieses von 58,7 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf voraussichtlich 51,9 Milliarden Euro im Jahr 2025. Für 2026 wird nochmals ein leichter Rückgang auf 51,7 Milliarden Euro erwartet. Erst danach dürfte sich der Markt langsam stabilisieren und bis 2028 auf rund 52 Milliarden Euro anwachsen. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von lediglich 0,1 Prozent zwischen 2025 und 2028 – deutlich zu wenig, um die Verluste der vergangenen Jahre rasch aufzuholen.

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Sorgenkind Neubau
Als Hauptursache für die anhaltende Schwäche identifiziert die Studie den Hochbau. Zwischen 2021 und 2025 ging dessen Volumen real um durchschnittlich 3,9 Prozent pro Jahr zurück. Besonders stark betroffen war der Neubau, der im gleichen Zeitraum jährlich durchschnittlich 5,8 Prozent verlor. Renovierungen entwickelten sich dagegen deutlich stabiler und verhinderten einen noch stärkeren Einbruch, konnten den Rückgang im Neubau aber nicht kompensieren.
Auch 2026 rechnet EY im Hochbau noch mit einem Minus von 0,5 Prozent. Erst 2027 (+0,7 %) und 2028 (+1,1 %) soll der Markt wieder moderat wachsen. Von einer echten Erholung könne dennoch keine Rede sein, das Bauaktivitätsniveau bleibe deutlich unter jenem von 2021.

Wohnungsbau entscheidet
Den größten Einfluss auf die weitere Entwicklung schreibt EY dem Wohnungsbau zu. Trotz des weiterhin hohen strukturellen Wohnraumbedarfs bleiben neue Projekte aufgrund hoher Baukosten, schwieriger Finanzierung und niedriger Baubewilligungszahlen aus. Das Wohnungsbauvolumen dürfte deshalb 2026 und 2027 nahezu stagnieren und erst 2028 wieder leicht zulegen. Der Nichtwohnungsbau entwickelt sich zwar etwas robuster, kann jedoch keine entscheidenden Wachstumsimpulse liefern.

Investitionsbremsen
Als größte Bremsfaktoren nennt die Studie das weiterhin hohe Kosten- und Zinsniveau. Zwar habe sich die Dynamik der Preissteigerungen nach den außergewöhnlichen Jahren 2021 bis 2023 abgeschwächt, das absolute Niveau liege jedoch weiterhin deutlich über jenem vor der Krise. Gleichzeitig würden steigende Lohnkosten die Baukosten weiter erhöhen. Trotz sinkender Zinsen bleibe auch die Finanzierung anspruchsvoll, wodurch viele Projekte verschoben oder wirtschaftlich nicht mehr darstellbar seien.
Hinzu kommt eine schwache Projektpipeline. Zwar verbesserten sich Auftragsbestände und Auftragserwartungen zuletzt leicht, EY wertet dies aber lediglich als Hinweis auf eine Stabilisierung. Auch die Zahl der Baubewilligungen liegt nach wie vor deutlich unter dem Niveau früherer Jahre und spricht gegen eine rasche Markterholung.

Infrastruktur schwächelt
Der Infrastrukturbau erwies sich in den vergangenen Jahren zwar als stabilisierender Faktor und entwickelte sich robuster als der Hochbau. Für die kommenden Jahre erwartet EY jedoch auch hier eine Abschwächung. Das Infrastrukturvolumen soll bis 2028 von 8,6 auf 8,1 Milliarden Euro zurückgehen. Infrastruktur könne den Markt zwar weiterhin stützen, die Schwäche des Hochbaus aber weder volumenmäßig noch dynamisch ausgleichen.

Vorsichtiger Ausblick
Unterm Strich zeichnet EY ein deutlich zurückhaltenderes Bild als viele Marktbeobachter. Die Bauwirtschaft stehe weniger am Beginn eines neuen Aufschwungs als vielmehr vor einer längeren Phase der Stabilisierung. Ob sich der Markt nachhaltig erholen kann, werde letztlich davon abhängen, ob Projekte unter den aktuellen Kosten-, Finanzierungs- und Budgetbedingungen wieder wirtschaftlich umgesetzt werden können.

 

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