Donnerstag, Juli 16, 2026

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Dass der Baustoff Holz in der österreichischen Politik und speziell im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft einen Stein im Brett hat, zeigt jetzt auch der Staatspreis Holzbau, der erstmals herausragende Holzbauten auf nationaler Ebene auszeichnet. Aus 41 nominierten Projekten wählte eine internationale Fachjury im Rahmen einer Besichtigungstour durch Österreich drei Hauptpreise und zwei Anerkennungen aus.

Holzfassade des Rathaus Hohenems

 

Mit dem Staatspreis Holzbau sollen die Leistungen von Architektinnen und Architekten, Tragwerksplanerinnen und Tragwerksplanern, Bauherrinnen und Bauherren sowie Ausführenden gewürdigt werden. Ausgelobt wurde er vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft in Kooperation mit proHolz Austria. Er ist mit Mitteln des österreichischen Waldfonds gefördert und wird künftig alle vier Jahre vergeben.

Für die erste Ausgabe des Staatspreis Holzbau waren insgesamt 41 Projekte aus ganz Österreich nominiert. Sie ergaben sich aus den Preisträgerinnen und Preisträgern der Holzbaupreise, die in den Jahren 2023 bis 2025 in allen neun Bundesländern vergeben wurden. Die internationale Fachjury reiste durch Österreich, um ausgewählte Projekte vor Ort zu besichtigen. Sie entschied sich für drei Hauptpreise und zwei Anerkennungen.

Die Hauptpreise
Mit dem Hauptpreis ausgezeichnet wurden die Erweiterung der Firmenzentrale Windkraft Simonsfeld, das neue Rathaus Hohenems sowie die Aufstockung der HTL für Bau und Design in Innsbruck. Der Schulbau aus den 1970er-Jahren wurde mit einem eingeschossigen Holzhybridbau aufgestockt, um sieben zusätzliche Klassenräume und Flächen für offenes Lernen zu schaffen. Von außen hebt sich der Aufbau durch ein umlaufendes Fensterband und die dunkle Trapezblechfassade klar vom Bestand ab. Eine Attika aus Beton dient als Parapet und Sitzgelegenheit, bietet Schutz vor Brandüberschlag und erlaubt in Kombination mit den massiven Kernen und der weitgehend stützenfreien Dachkonstruktion aus Holz und Stahl eine freie Grundrissgestaltung im Obergeschoss.

Im neuen Rathaus Hohenems hat die Stadtverwaltung auf sechs Geschoßen ein atmosphärisch überzeugendes neues Zuhause gefunden. Im Inneren sorgen Deckendurchbrüche für visuelle und räumliche Durchlässigkeit zwischen den Ebenen, und die Holzkonstruktion bleibt klar ablesbar: Stützen sowie die mit Lamellen verkleideten, diagonal verdübelten Brettstapeldecken aus regionalem Fichtenholz prägen die Atmosphäre der Innenräume. Das Projekt überzeugt durch seine hohe Ausführungsqualität, seine atmosphärische und haptische Qualität.

Die Erweiterung der Firmenzentrale Windkraft Simonsfeld hebt das Thema Nachhaltigkeit laut Jury auf eine neue Ebene. Konsequent in Holz und Lehm errichtet, entstehen im Inneren hochwertige, haptisch wie atmosphärisch überzeugende Räume, was auch als Ausdruck der Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden zu verstehen ist. Konstruktiv handelt es sich bei dem Neubau um einen Holzskelettbau mit Holzriegelwänden und Brettsperrholzdecken. Die beiden massiven Kerne aus Stampflehm sind bauteilaktiviert und sorgen in Kombination mit einer Fußbodenheizung für ein ausgeglichenes Raumklima.

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Bild: Die drei Hauptpreise gab es für die Erweiterung der Firmenzentrale Windkraft Simonsfeld, das neue Rathaus Hohenems sowie die Aufstockung der HTL für Bau und Design in Innsbruck.

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Bild: Zwei Anerkennungen gab es für das neue Ronald McDonald Kinderhaus in Salzburg, das mit dem Baustoff Holz Wärme und Geborgenheit vermittelt, sowie eine Schule in Hittisau, das die Jury mit einem wegweisenden und innovativen Tragwerk aus Holz überzeugte.

Innovationspreis Holz
Im Rahmen des Staatspreises wurde darüber hinaus erstmals der Innovationspreis Holz vergeben. Gesucht waren Ideen und Konzepte, die das Potenzial von Holz als zukunftsfähiges, klimagerechtes sowie technisch und gestalterisch vielseitiges Material sichtbar machen.

Platz 1 ging an Joanneum Research Verfahren, das Holzoberflächen direkt leitfähig macht – ohne metallische Leiterbahnen. Stattdessen werden Holzreststoffe mittels Plasma in leitfähige Kohlenstoffstrukturen umgewandelt und auf die Oberfläche aufgebracht.

Platz 2 sicherte sich das Wood Vision Lab, das innovative Laubholz-Hochleistungswerkstoffe entwickelt und den Fokus auf systematische Materialcharakterisierung und gezielte Prozessentwicklung legt. Damit schafft das Projekt zentrale Grundlagen für neue, leistungsfähige Holzmaterialien und eröffnet Perspektiven jenseits etablierter Nutzungspfade.

Platz 3 schließlich ging an das Projekt Glulam2NewProduct von Rubner Holzindustrie, Rubner Holzbau, Nordpan GmbH und Holzforschung Austria. Sie haben ein Verfahren entwickelt, um aus rückgebauten Holztragwerken hochwertige Sekundärrohstoffe für Brettschichtholz-, Brettsperrholz- und Massivholzplatten herzustellen.

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