Sonntag, Oktober 18, 2026

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Bau | Immobilien

Im Holcim Betonwerk Alberner Hafen wurde im März die erste CO2-Speicheranlage in Österreich in Betrieb genommen. Technologiepartner ist das international ausgerichtete Startup neustark, mit dessen neu-entwickelter Anlage CO2 dauerhaft im Betonmischwasser gespeichert wird.

Neue Anlage: Holcim speichert CO2
Haimo Primas, CEO Holcim (Österreich), Johannes Tiefenthaler, Mitgründer und Co-CEO neustark, Markus Schenkl, Geschäftsführer Holcim Beton (Österreich) vor der neustark CO2-Speicheranlage bei Holcim Beton im Alberner Hafen in Wien. (Quelle: Copyright Holcim Österreich, Fotograf Richard Tanzer )

“Die Bauwirtschaft steht in der dringenden Verantwortung, zu dekarbonisieren. Seitens Holcim setzen wir entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette entsprechende Schritte und optimieren unsere Produktionsprozesse, investieren in moderne Anlagen, eigene Energieerzeugung, und speichern letztlich auch CO2. Mit neustark haben wir seitens Holcim einen strategischen Partner, um über einen Zwischenschritt in unserem Produktionsprozess auch CO2 einzubringen und dauerhaft zu speichern. Die Anlage ist dabei die erste ihrer Art in Österreich. Wir freuen uns sehr über die zukunftsweisende Innovationspartnerschaft mit neustark”, so Haimo Primas, CEO Holcim (Österreich).

Die Anlage bei Holcim in Wien Albern ist Teil eines neuen Serienprodukts von neustark, sie ist in dieser Form die erste in Österreich. Für den Karbonatisierungsprozess wird im Betonwerk Misch- bzw. Waschwasser aus den Betonmischwagen gesammelt und bei der Anlage mit biogenem CO₂ in Kontakt gebracht. Das CO₂ reagiert mit den Zementphasen im Wasser und wird zu Kalkstein. Dank dieser Transformation bleibt das CO2 permanent gespeichert. Der Prozess neutralisiert darüber hinaus das stark alkalische Wasser. Das Mischwasser ist nach der Anreicherung erneut einsatzbereit für die Herstellung von Beton. Die Produkt- und Verarbeitungsqualität des Betons bleibt durch diese Anreicherung unverändert erhalten.

“Die Investition in die CO2-Speicheranlage ist Teil unseres Nachhaltigkeits-Programms in unseren Holcim Betonwerken, um die Ostregion Österreichs mit innovativen und vor allem auch voll funktionsfähigen, CO2-reduzierten Betonprodukten zu versorgen. Bereits seit Sommer 2024 setzen wir in unserem Werk in Albern ausschließlich elektrisch gewonnenen Sand und Kies aus unserem grenznahen Kieswerk in Hegyeshalom ein, der zudem noch elektrisch per Zug nach Wien transportiert wird. Zudem setzen wir für unsere Kund:innen im Großraum Wien weitgehend unseren ECOPlanet Zement in der Produktion ein, der schon heute den EU-Taxonomy “Climate Mitigation Standards” entspricht. Mit der neuen CO2-Speicheranlage gehen wir hier noch einen Schritt weiter und nutzen unsere Potenziale zur Dekarbonisierung”, so Markus Schenkl, Geschäftsführer Holcim Beton (Österreich).

Das CO₂ wird bei der Biogasanlage der EVM Energieversorgung Margarethen am Moos abgeschieden. Die bei Holcim installierte Anlage erreicht eine Jahreskapazität von 142 Tonnen CO2, die im Beton gespeichert werden können. Umgerechnet entspricht dies einer CO2-Entfernungsleistung, die durch rund 14.000 ausgewachsenen Bäume zu erreichen wäre. Die dauerhafte Speicherung dieses biogenen CO₂ wird als Negativemission gewertet und die entsprechenden Zertifikate werden seitens neustark am freien Zertifikatenmarkt angeboten.

Überprüft wird die Entfernungsleistung von “Gold Standard”, einer unabhängigen Vereinigung für die CO2-Zertifizierung, die 2003 vom WWF und anderen internationalen NGOs ins Leben gerufen wurde. Dieser Standard soll sicherzustellen, dass Projekte zur Reduktion oder Entfernung von CO2-Emissionen ein Höchstmaß an Umweltverträglichkeit aufweisen und gleichzeitig zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. Die Daten werden kontinuierlich mit Durchflussmessung gemessen und halbjährlich mit weiteren Daten, die seitens Holcim zur Verfügung gestellt werden, eingereicht. Regelmäßige Audits von Gold Standard erfolgen online bzw. vor Ort.

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