Wednesday, June 03, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

Das Wiener Prop-Tech-Startup Optimuse und Strabag PFS zeigten auf gemeinsamem Afterwork in Wien, wie digitale Gebäudeanalyse und bauliche Umsetzung zu einem End-to-End-Service zusammenwachsen. Erste Projekte belegen Einsparungen von rund 10 Prozent CAPEX und 30 Prozent OPEX.

Bild: Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Projektentwicklung, Bestandshaltung, Generalunternehmen und technischem Asset Management folgten der
Einladung zum Optimuse-Afterwork

Im Zentrum der Veranstaltung stand die Frage, wie sich die ins Stocken geratene energetische Sanierung des europäischen Gebäudebestandes wirtschaftlich umsetzen lässt – und welche Rolle die Verbindung aus digitalem Gebäudezwilling und realer Bauumsetzung dabei spielt.
Mit dem CO₂-Preis aus dem EU-ETS 2 ab 2028 und der neuen EU-Gebäuderichtlinie EPBD wird Nicht-Handeln für Eigentümer zur teuersten Option.

Zwei Welten, ein Service
Die Partnerschaft folgt einer klaren Arbeitsteilung: Optimuse liefert die digitale Basis, Strabag PFS die physische Umsetzung. 

• Optimuse erstellt aus vorhandenen Bestandsplänen (PDF, Skizzen, JPEG) einen digitalen Gebäudezwilling. Über thermisch-energetische Simulationen werden Sanierungsszenarien durchgerechnet, bevor irgendwo eine Wand aufgemacht wird.

• Strabag PFS übersetzt die Ergebnisse in einen umsetzbaren Maßnahmenplan – inklusive Machbarkeitsprüfung vor Ort, Instandhaltungsbedarf und Budget-Fit – und realisiert die Maßnahmen als Dekarbonisierungs-GU.

Im Ergebnis erhalten Eigentümer und Asset Manager einen vorstandstauglichen Managementbericht und einen Fahrplan, der direkt in die Umsetzung übergeht – statt offener Maßnahmenlisten.

Hochspezialisierte KI
Optimuse arbeitet auf seiner Plattform mit KI-gestützten Verfahren, um Bestandsdaten schnell aufzubereiten, fehlende Daten zu approximieren und Simulationsergebnisse zu erzeugen. Trainiert sind die Modelle auf dem Fachwissen interner Bauphysiker und Architekten. Vor der Auslieferung geht jedes Ergebnis durch deren Qualitätskontrolle. „Unsere Kunden bekommen Ergebnisse, keine Software, mit der sie sich beschäftigen müssen. Unsere KI ist von Bauphysikern und TGA Experten trainiert und übernimmt die Arbeit. Dieselben Experten machen den Qualitätscheck, bevor das Ergebnis zum
Kunden geht. Das ist der Punkt“, so Fabian Pitscheider, Co-Founder Optimuse.

Zwei Use Cases als Beleg
Im Fireside Chat zwischen Fabian Pitscheider und Reinhard Obermeier (Strabag PFS) wurden zwei Anwendungsfälle aus der gemeinsamen Arbeit vorgestellt:

Portfolio-Grobanalyse: Für ein Bestandsportfolio mit über 100 Objekten wurde eine durchgängige Bewertung erstellt – aus heterogenen Datenbeständen, mit approximierten Werten dort, wo Daten fehlten. Ergebnis: eine priorisierte Roadmap mit Maßnahmenclustern und transparenten Kostenangaben pro Gebäude.

Einzelobjekt-Strategie 2030:
Für ein Bestandsobjekt mit dem Ziel Klimaneutralität 2030 wurden digitaler Zwilling, Simulationen und Sichtprüfung vor Ort kombiniert. Daraus entstand ein Maßnahmenpaket in der Reihenfolge Betrieb → TGA → Hülle, jeweils mit Budget-Fit. 

Über mehrere Projekte hinweg liegen die durchschnittlichen Einsparungen bei rund 10 Prozent der Investitionskosten (CAPEX) und 30 Prozent der Betriebskosten (OPEX).

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