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Bahnbau im hohen Norden
Seit vielen Jahrzehnten ist Swietelsky eine zentrale Partnerin für die europäische Eisenbahninfrastruktur. Mit aktuellen Sanierungsprojekten in Schweden und Dänemark beweist das Unternehmen auch abseits der Kernmärkte in Mittel- und Osteuropa seine Kompetenz im europäischen Bahnbau. Teil 1 der Serie »Bahnbau in Europa«
Der Schienenverkehr ist eine der wichtigsten Säulen moderner und nachhaltiger Mobilität: Er befördert täglich Millionen Menschen und Tonnen an Gütern effizient, klimafreundlich und sicher über nationale und internationale Netze. Allein in der EU umfasst das Eisenbahnnetz mehr als 200.000 km Strecke. Vor diesem Hintergrund nimmt der Bahnbau eine Schlüsselrolle ein, denn ohne leistungsfähige Infrastruktur wären Kapazitäten, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeitsziele nicht zu erreichen. Als einer der europäischen Marktführer im Gleisbau schafft Swietelsky seit Jahrzehnten die Voraussetzungen dafür, dass Menschen und Güter schnell, günstig und komfortabel transportiert werden können. Mit der Entwicklung und dem Einsatz leistungsstarker Großmaschinen hat Swietelsky den Bahnbau revolutioniert und ist heute weit über die Kernmärkte Mittel- und Osteuropa hinaus aktiv. Mit Standorten in Dänemark und Schweden ist der Swietelsky Bahnbau auch in Skandinavien strategisch gut aufgestellt, wie zwei aktuelle Sanierungsprojekte in Schweden und Dänemark zeigen.
Schweden: Know-how und Teamspirit in Lappland
Die Erzbahn Malmbanan ist weit mehr als nur eine Eisenbahnstrecke. Errichtet zwischen 1898 und 1903, verbindet sie die Eisenerzminen von Kiruna und Malmberget mit dem eisfreien Hafen von Narvik in Norwegen und gilt damit in Schweden als logistische Lebensader und nationales Kulturgut ersten Ranges. So überrascht es nicht, dass sie eine der meistbefahrenen Bahnstrecken Europas ist. Regelmäßig verkehren auf ihr Güterzüge, voll beladen mit Eisenerz: 68 Waggons lang, jeder beladen mit 100 Tonnen Erz. Kein Wunder also, dass die Strecke von Zeit zu Zeit erneuert werden muss. Im Jahr 2023 war es wieder so weit: Die schwedische Verkehrsbehörde Trafikverket schrieb die umfassende Modernisierung des 89 Kilometer langen, großteils eingleisigen Streckenabschnitts zwischen Gällivare und Råtsi aus.
Den Zuschlag für die Bauarbeiten erhielt die schwedische Firma Infrakraft Sverige AB in Partnerschaft mit Swietelsky. Im Jahr 2024 konnte Swietelsky die erste Bauphase auf einer Länge von 34 Kilometern erfolgreich abschließen. Im Mai 2025 begannen die Bauarbeiten auf dem zweiten Abschnitt, dem 55 Kilometer langen Streckenteil zwischen Håmojåkk und Råtsi.
Der Umbau war eng getaktet, denn die viel befahrene Strecke durfte immer nur kurz gesperrt werden: 6 bis 8 Stunden täglich und immer nur abends und nachts. Frühmorgens musste dann das Gleis wieder pünktlich für den Güterverkehr freigegeben werden, und zwar in befahrbarem Zustand. Die Herausforderung dabei: Die Bahnhöfe mit Abstellmöglichkeiten für die schweren Gleisbaumaschinen sind in der Region jenseits des Polarkreises weit voneinander entfernt. Auch Zufahrtswege sind so weit nördlich eine Seltenheit.

Dank selbst entwickelter Großmaschinen verfügt Swietelsky heute über den modernsten Maschinenpark der Branche.
»Hier war eine punktgenaue Planung und Logistik gefragt. Jeder Maschineneinsatz, jede Materiallieferung und jeder Handgriff am Gleis mussten einfach sitzen. Unsere Männer haben also ständig unter extremem Zeitdruck gearbeitet, ohne Kompromisse bei Qualität und Arbeitssicherheit«, erläutert Thomas Breen, Abteilungsleiter Schweden. »Ich bin extrem stolz darauf, dass wir trotz des enormen Zeitdrucks unsere gemeinsam mit der Kundin gesetzten Ziele erreichen konnten. Unsere multinationale Cross-Swietelsky-Mannschaft – Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland, Österreich, Skandinavien, Ungarn sowie Partner von Eurailpool und der Swietelsky-Tochter RTS – hat großartige Arbeit geleistet. Dank dieser Zusammenarbeit konnten wir alle Herausforderungen meistern und das Projekt erfolgreich abschließen«. Wichtige Rückendeckung bekamen die Mannschaften dabei auch von oben: Die Mitternachtssonne ermöglichte ihnen auch nachts das Arbeiten im natürlichen Licht.
Auf 55 Kilometern hat Swietelsky so in Lappland Schienen, Schwellen und Schotter erneuert. Nach Abschluss der umfassenden Modernisierung kann die zulässige Achslast auf der Erzbahn wieder auf 32,5 Tonnen erhöht werden. Das ist eine kleine Änderung mit großer Wirkung: Die Transportkapazität der Malmbanan steigt dadurch um nahezu 10 %.
Modernisierung der Bahninfrastruktur in Dänemark
Auch in Dänemark hat sich Swietelsky seit dem Markteintritt 2018 als wesentliche Partnerin für die regionale Eisenbahninfrastruktur etabliert. Der staatliche Betreiber Banedanmark vergibt die Ausführung und Instandhaltung seines Schienennetzes vollständig an private Bauunternehmen. In diesem Umfeld konnte sich Swietelsky durch technologische Kompetenz und ein breites Leistungsportfolio eine starke Position sichern.
Kürzlich kamen die Bahnbau-Expertinnen und Experten von Swietelsky auf der Hochleistungsstrecke zwischen Roskilde und Ringsted zum Einsatz: Dort wurden auf 27 Kilometern Schotterbetten gereinigt und auf einem Abschnitt von 34 Kilometern die Gleise erneuert. Ähnliche Arbeiten führt Swietelsky auch auf anderen Strecken aus, wie etwa auf dem Abschnitt Slagelse–Korsør.
Eine Schlüsselrolle bei der effizienten Umsetzung solcher Projekte spielt der Einsatz modernster Technologie. Insbesondere der innovative Maschinenpark mit einzigartigen Umbauzügen und Stopfmaschinen ermöglicht einen reibungslosen und schnellen Baufortschritt. So auch bei den Arbeiten an der Strecke Roskilde–Ringsted, bei der die Gleisbaumaschine PM1000 zum Einsatz kam. Sie führt mehrere Arbeitsschritte in einem kontinuierlichen Prozess aus: Sie entfernt alte Gleisanlagen, hebt den Schotter aus, reinigt ihn und baut anschließend den Gleiskörper mit neuen Schwellen und Schienen wieder auf. Dieser integrierte Prozess verkürzt die Bauzeit und reduziert die damit verbundenen Einschränkungen für den Zugverkehr. Die Erfahrung der Teams vor Ort zeigt sich auch im Umgang mit unvorhergesehenen Situationen, etwa wenn Hindernisse wie große Gesteinsbrocken im Gleisbett entfernt werden müssen.
Die Kombination aus langfristigen Instandhaltungsaufgaben und der Abwicklung komplexer Erneuerungsprojekte festigt die Stellung von Swietelsky als zuverlässige Partnerin für die dänische Bahninfrastruktur. Durch den Fokus auf effiziente Abläufe und modernste Bautechnologie leistet das Unternehmen einen maßgeblichen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Schienenverkehrs in Europa.

Ob auf der Erzbahn in Lappland oder auf dänischen Hochleistungsstrecken – Swietelsky saniert erfolgreich das skandinavische Eisenbahnnetz.
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